Das ganz normale Chaos

Wenn dich Weihnachten triggert

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Weihnachten – selbst wenn man nicht unbedingt christlich aufgewachsen ist, war dieses Fest doch immer wieder Anlass dafür, in den ruhigen Tagen mit der Familie zusammenzukommen und den Alltag und vielleicht auch Streit hinter sich zu lassen. Für mich war Weihnachten immer die Zeit im Jahr, in der die „Waffen“ des Alltags ruhig gehalten wurden und alle eine Friedensvereinbarung hatten, die bis zum Ende des Jahres hielt. Weihnachten war Urlaub vom Alltag.

Wenn ich an Weihnachten denke, dann an einen wunderschön geschmückten Baum, Plätzchen, tolles Essen, leuchtende Augen, sich gemeinsam auf Sofa kuscheln, schweigen, abschalten, Frieden. Schon als Kind ging es mir nicht um Geschenke. Wir hatten mehr als ein Weihnachten, wo es keine gab, aber die friedliche Stimmung war es, worauf ich mich freute. Und jetzt?

Wenn ich an Weihnachten denke, dann habe ich keine leuchtenden Augen mehr, sondern Tränen in den Augen. Kein Baum, kein schönes Essen, kein friedliches Beisammensein. Weihnachten ist Alltag. Und dieser Alltag zeigt dir, dass du allein bist. Auch wenn viele Leute denken, ich hasse Weihnachten, das stimmt nicht. Weihnachten erinnert mich nur jedes Mal aufs Neue daran, was ich verloren habe. Jede Weihnachtswerbung und jede Anspielung auf die besinnlichen Tage sind ein Stich aufs Neue.

Ich hätte gern wieder den Frieden, die Besinnlichkeit, die leuchtenden Augen. Den Stress, wenn man die Lichterketten vom Vorjahr auseinander friemeln muss und man sich jedes Jahr erneut vornimmt, sie diesmal richtig zusammenzulegen. Das Hoffen, dass das Essen allen schmeckt, das man seit Tagen vorbereitet hat und seit Stunden kocht. Ich will keine Geschenke. Ich will nur dieses Gefühl. Vielleicht bin ich zu alt dafür. Vielleicht stehen einem als Erwachsenen diese Gefühle nicht mehr zu. Mir wurde schon gesagt, dass es solche Weihnachten nur gibt, wenn man Kinder hat. Dann sieht es erst recht finster für mich aus.

Irgendwann werde ich sicher an den Punkt kommen, wo es nicht mehr weh tut und wo mir Weihnachten egal ist. Der Punkt an dem ich froh bin, wenn die Feiertage endlich vorbei sind. Der Punkt, an dem ich herumnöle, dass so eine emotionale, christliche Kackscheisse dafür sorgt, dass ich nicht jeden Tag einkaufen kann, der dafür sorgt, dass andere Leute vielleicht Spaß haben könnten. Aber nicht dieses Jahr. Dieses Jahr sehne ich mich zurück in die Vergangenheit. Verdrücke die ein oder andere Träne und hoffe, dass ich irgendwann keinen Grund mehr habe, die Stiche zu spüren, wenn jemand das Fest der Liebe erwähnt.

20 Kommentare

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  6. Du sprichst mir aus der Seele, bei mir ist es ähnlich.
    Aber ich bin mir sicher es wird auch wieder besser…

    Das es sowas nur mit Kindern gibt glaub ich nicht, man muss es sich nur selbst schön machen. Wenn man keinen Partner oder eine Familie hat mit denen man Feiern kann oder will kann man ja mal schaun ob man mit Freunden feiert oder sowas.

  7. Ich habe noch nicht ganz verstanden: Was treibt dir die Tränen in die Augen? Was hast du genau verloren? Ich habe den Unterschied zwischen „damals“ und „heute“ noch nicht verstanden.

    • Damals hatte ich Menschen mit denen ich das zusammen feiern konnte und denen es annähernd genauso wichtig war wie mir. Heute stehe ich allein da und kann aufgrund meiner Situation auch kein Weihnachtsfest für mich allein realisieren. Dazu kommt, dass viele um mich herum Weihnachten ablehnend gegenüber stehen und deswegen nicht nachvollziehen können wieso es mir so wichtig ist.

  8. Ich weiß, wie du dich fühlst und du weißt, dass ich in Gedanken bei dir bin.
    Mein letztes Weihnachten war bekanntenmaßen auch nicht so toll und wenn meine Mutter mich nicht zu Weihnachten zu sich eingeladen hätte, würde ich es sehr wahrscheinlich auch alleine „feiern“…
    Dass Weihnachten dem Alltag gleicht, wäre halb so schlimm, wenn dieser denn schön aussähe, aber einer der agründe, warum ich Weihnachtsmärkte (etwas) meide, ist der, dass mich diese Päarchen und glücklichen Gestalten nur allzu schmerzhaft daran erinnern, dass ich einsam bin und mich das fertig macht.

  9. Weihnachten alleine feiern, würde mir auch keinen Spaß machen. Aber hast du denn gar keine Familie mit der du feiern kannst?

  10. Ach herrje 🙁
    Genauso ging es mir die letzten Jahre auch, allerdings konnte ich mich an den Feiertagen davor retten, in dem ich in den Weihnachtsnächten gearbeitet habe und somit auch keinen Kopf dafür hatte.
    Und ohne Mr. Offline würde es mir wohl ähnlich gehen, da meine Familie auch nicht gerade erreichbar ist um miteinander zu feiern. Freunde feiern in der Regel auch mit ihren Liebsten.

    Ich wüsste gerne wie ich dir eine Freude machen kann, damit du wieder lächelst. Ich hoffe du findest einen Weg, wie du dir die nächsten Wochen und nicht zuletzt auch die Feiertage trotzdem annehmlich und gemütlich gestalten kannst.

    • Ich denke, ich werde auch arbeiten. Wenn man Selbstständig ist, geht das zum Glück ja, dass man sich das einteilen kann. Trotzdem, der Kloß im Hals bleibt, wenn man sich nicht komplett von der Außenwelt abschottet, die einen daran erinnert, welches Datum wir gerade haben.

  11. Weihnachten, die geweihte Nacht, ist nicht wirklich (nur) christlich. Wahrscheinlich wieder ein heidnisches Fest, dass christianisiert wurde. Ich bin auch kein Christ aber Weihnachten hat für mich immer wieder diesen Zauber. Dieser Zauber ist in MEINEM Kopf und den lass ich mir auch gar nicht nehmen. Andere zub

  12. *zu beschenken macht mir Spaß. Es ist für MICH eine Ruhephase.

    Sorry für den Break (Tab-Noob)

  13. Seelenscherbe hat das Entscheidende geschrieben: >>… man muss es sich nur selbst schön machen<<
    Es liegt an uns, wie wir uns fühlen, und wir haben unzählige Möglichkeiten, die Weihnachtstage zu verbringen. Ich blicke auch auf einige sehr nervige Festtage zurück, trotz oder gerade wegen der Familie. Damals haben mich vom Heulen wirklich nur noch die freudigen Gesichter der Kinder abgehalten. Ich hatte einfach nur die Schnauze voll von dem ganzen Aufwand, es allen Verwandten recht zu machen usw. Am späten Abend, wenn alle im Bett waren, sah ich mir dann immer allein den Spätfilm an, im dunklen Wohnzimmer, nur der Weihnachtsbaum leuchtete. Irgendetwas Historisches meist, erst dann kam so etwas wie Stimmung auf. Echt verdammt spät.
    Heute denke ich mir, das hätteste schöner und entspannter haben, es anders gestalten können. Dieses Jahr mache ich es so, und auf die Stunden allein freue ich mich wieder besonders.^^

  14. Hach.kpf u warst noch nicht am Meer, dein Weihnachten alleine, tiia da müssen wir dann arbeiten 🙂

    Kann dich aber verstehen, dieses Jahr wäre mein erstes Weihnachten alleine, was mache ich, fliege nach China. Von daher verstehe dich schon.

    Wäre ich nun nicht an Weihnachten unterwegs würde ich mit Glühwein vorbei kommen dann könnten wir zu zweit über vergangenen Weihnachten trauern.

    Kopf hoch.

  15. Korrektur, ich sollte nicht mehr mit dem Handy versuchen Kommentare zu schreiben 😉
    Der erste Satz sollte natürlich bedeuten:
    Hach, du warst noch nicht am Meer, … , da müssen wir dran arbeiten 🙂

  16. und nun kam von irgendjemand dein baum per post. ob das vielleicht zeigt, daß nur das überraschende wirklich ein geschenk ist? und vielleicht wäre das auch die botschaft von weihnachten: überraschend wird uns liebe geschenkt? wir rechnen nicht damit, wir meinen, sie nicht sehr zu verdienen, wir glauben sie verloren zu haben, wir erinnern uns nur noch undeutlich, daß es sie früher gegeben hat und trauern ihr nach und plötzlich schaut da der baum aus dem karton. so staunten, wie wohl eben du, die hirten auf dem feld das licht an und den kleinen leuchtenden in der krippe? du kannst nicht daran glauben? nun, mit dem baum hättest du auch nie gerechnet, oder?
    das licht, es strahlt eben plötzlich auf. wir brauchen kinderaugen.

  17. Hi, schade dass Dich Weihnachten so bedrückt.
    Versuch doch mal, was neues, lade Freunde ein, die mit Weihnachten auch nicht viel anfangen können.
    Falls Du nicht so viele kennst, es gibt genug Internet Plattformen, wo Du welche kennen lernen kannst. Lenke Dich ab, verreise, es gibt so viel Möglichkeiten. Du musst es nur wirklich wollen. Warte nicht, dass jemand an Deine Tür klopft, denn dann geschieht nichts. Ich wünsche Dir alles gute.

  18. Hauptsache du hast ein gemütliches Zuhause, dort kann man es sich jederzeit auch allein schön machen! Klar, zu zweit ist es natürlich geselliger, vorallem am Weihnachten, ich kenne das. Ich wünsche dir trotzallem ein schönes gemütliches Fest und viel Gesundheit für Dich und deine Familie!

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