Das ganz normale Chaos

Verstopfte Gedankenröhren

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Ich stelle mir mein Gehirn gerne als kleine steampunkige Dampfmaschine vor. Die Gedanken fließen durch kleine handgeschmiedete Kupferrohre.  Dann und wann gibt es aber immer mal ein paar Problemchen.

Ich kann mich momentan nicht besonders gut konzentrieren. Nicht dass ich das überhaupt jemals wirklich gut konnte, aber derzeit kommt so viel aufeinander, dass mich jede Handlung, die länger als 30 Minuten dauert, verzweifeln lässt. Mein Kopf schreit bei jeder Sache, die ich anfange: Aber müsstest du nicht eigentlich noch was anderes machen? Manchmal lasse ich mich so also ablenken, fange 1000 Dinge an und am Ende des Tages bekomme ich keine fertig.

haare

Ich stelle mir mein Gehirn dann so vor, als seien meine Kupferrohre verstopft. Die Gedanken kommen nicht weiter, sondern bleiben an einer Ecke hängen, während sie an anderer Stelle weiterfließen. Eine diese Kopfblockaden ist meine eigene Erwartungshaltung, zum Beispiel hier zu schreiben. Ich schreibe zwar jeden Tag auch im Job Artikel, aber meine Gedanken kann ich da nur zu einem bestimmten Themenbereich loslassen. Wenn ich gesellschaftliche Anliegen haben, passen sie meist nicht rein und so bleiben sie entweder in meinem Kopf irgendwo auf Halde, in der Hoffnung irgendwann einmal 20 Minuten Zeit zu finden, um sie in Worte zu fassen oder ich kürze sie unbefriedigend auf 5 Zeilen für Google Plus zusammen.

Doch wer viel kürzt, muss damit leben, missverstanden zu werden. Das passiert mir von Zeit zu Zeit und das ärgert mich, denn immerhin war mir der Gedanke so wichtig, dass ich was dazu geschrieben habe.

Für die Zukunft werde ich mir also vornehmen, diese Blockaden meiner Denkröhren öfter zu lösen, auch wenn das bedeutet, dass ich mal 10 Minuten mehr in einen Artikel wie diesen investieren muss. Besser so, als improvisieren und dann missverstanden zu werden.

Mein Gehirn ist eine kleine Dampfmaschine. Dieser Artikel hat zumindest ein Rohr vorläufig von einer Blockade erlöst. Die Nächste kommt aber ganz sicher.

4 Kommentare

  1. Kenne ich sehr gut. Unangenehm vor allem die ständige im Inneren brummende Nervosität. Ein Drang zur Aktivität ohne einen Kurs, den man fest einstellen könnte. Man ist unausgeglichen.

    Versuch es mal mit selbstverordneter Entspannung. Verdränge alle vermeintlich wichtigen Erledigungen und nimm dir eine Tiia-only-Zeit in der du das machst, was dich am meisten entspannt.

    Ich schnappe mir dann meine Kamera und gehe raus. Kein Telefon, keine Gedanken, selbst auf die Gefahr hin, irgendetwas unerledigt zu lassen. Ist nicht ganz einfach, aber man bekommt den Kopf frei und sich selbst wieder sortiert.

    Gruß, ml

  2. Mir geht es oft genauso! Bildnerisch geschrieben, vielen Dank.

    Liebe Grüße Stefan

  3. Oh ja, ebenso! Und ich wette, es werden sich hier noch viel mehr hier versammeln, um sich zu diesem Umstand zu bekennen.

  4. Das Problem kenne ich. Meine Gehirnzellen machen auch hin und wieder Urlaub inne Karibik oder so. Ich leg mich dann meistens aufs Ohr und warte bis die gut erholt zurück sind. 🙂

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