Das ganz normale Chaos

Vampirserien: True Blood

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Schon geht es hier auch weiter mit meinem vierten Teil der Vampirserien Artikelreihe. Wie ihr wahrscheinlich bemerkt habt, habe ich den Titelaufbau meiner Artikel ein wenig geändert. So steht dort direkter auf dem Punkt, worum es geht. Unschwer zu erkennen geht es heute um True Blood. Ich werde in diesem Artikel ausschließlich über die Serie schreiben, da ich die Bücher, auf der sie basiert, nicht kenne und nicht gelesen habe und zudem auch im Internet mitbekommen habe, dass sich die Geschichte der Serie von den Büchern entfernt weshalb ein Zusammenfassen der Bücher und der Serie sicherlich nicht viel Sinn machen würde.

True Blood

Die Grundidee der Serie True Blood ist eine etwas andere als in den Serien die ich davor gesehen habe. Vampire leben in der fiktiven Serienwelt von True Blood nicht im Verborgenen, sondern offen unter den Menschen. Das Ganze führt aber natürlich zu vielen Widersprechern, die Vampire ausgerottet sehen und nicht unter den Menschen haben wollen. Übergriffe und Überfälle auf Vampire passieren und die Täter begründen ihre Unschuld mit dem Argument, dass Vampire keine Menschen seien und Angriffe auf sie kein Verbrechen darstellen, da sie als Vampire keine Rechte hätten. Auf der anderen Seite gibt es eine Bewegung, welche die Rechte der Vampire befürwortet und eine Gesetzesnovelle verabschiedet sehen will, die den Vampiren die gleichen Rechte zusprechen, wie sie auch die Menschen besitzen.

Das ist die Welt in der die Serie True Blood handelt.

Nun aber zu den Personen:

Sookie Stackhouse ist Kellnerin und arbeitet in der örtlichen Bar Merlotte’s in “Bon Temps”. Sie kann seit ihrer Geburt die Gedanken anderer Menschen hören, was ihren Alltag oft erschwert und z.B. Dates unmöglich macht, da sie immer hört was Männer während der Dates denken. Sookie selbst kommt in der Serie oft als naives Blondchen rüber, was sie mir nicht unbedingt sympathischer macht. Ich bin nicht sicher, ob das nur mein subjektiver Eindruck ist oder ob die Macher das wirklich so gewollt haben. Vielleicht kann der ein oder andere Leser, der die Serie ebenfalls gesehen hat, seine Meinung kundtun?

Bill Compton ist ein Vampir und der Einzige, dessen Gedanken für Sookie verborgen bleiben, weswegen sie nicht nur sofort weiß, dass er ein Vampir ist, sondern sich auch direkt zu ihm hingezogen fühlt. Bill hat vor dem Bürgerkrieg bereits mit seiner Familie in Bon Temps gewohnt und kehrte zurück, nachdem sein letzter Verwandter, dem sein Anwesen gehörte, starb. Sollte die Gesetzesnovelle in Kraft treten, würde der Besitz wieder in Bills Hände fallen. Da er das stark renovierungsbedürftige Haus jedoch bereits bezogen und teils instandgesetzt hat, wurden Stimmen, die ihm das Haus hätten absprechen können, erst gar nicht laut. Bill hat eine besondere Verbindung zu Sookie nachdem er ihr sein Blut zu trinken gab, als sie zusammengeschlagen wurde. Vampirblut bewirkt in der Serie beim Menschen, dass Verletzungen sofort heilen und sich der Mensch in allen Lebenslagen gesünder, vitaler und belebter fühlt, weswegen es auch unter dem Namen “V” aus neuste Trenddroge gefeiert und teuer verkauft wird.

Sam Merlotte ist der Besitzer des Merlotte’s und schon lange heimlich in Sookie verliebt. Zwar befürwortet der die Gesetzesnovelle, die Vampire und Menschen gleichstellen soll, jedoch befürwortet er diese nur theoretisch. Als Sookie beginnt sich auf Bill einzulassen, ändert sich seine Einstellung zu Vampiren ein wenig. Vor allem zu Bill. Sam selbst ist, wie sich später herausstellt ein Gestaltwandler. Zu dem Zeitpunkt dachte ich mir dann: “Hallo?? Da ist ein Mädel, da geht es um Gedankenlesen und ein einer Konstellation bei der eine Person es bei der anderen nicht kann, weswegen die zwei zueinander finden, dann ist sie in einen Vampir verliebt und ihr bester Freund, der in sie verliebt ist, der ist ein Gestaltwandler”. Klingelt es bei euch auch? Zufall oder wurde da abgekupfert? Und wer hat da von wem abgekupfert? Aber nun weiter.

Jason Stackhouse ist Sookies Bruder und scheint das Unglück magisch anzuziehen. Wenn etwas passiert, dann sieht es immer so aus, als habe er was damit zu tun (hat er meist aber auch). Desweiteren scheint er kein Moralverständnis dafür zu haben, was richtig und was falsch ist. Er kann eine weiche Seite haben, aber diese versteckt er oft erfolgreich unter seinem Machoimage. Beziehungen sind Jason ein Fremdwort. Er hat Spaß mit wem er will und wie oft er will. Auf mich wirkt er wie jemand, der eigentlich nie so genau weiß, was er macht, warum er es macht und ob er es nicht hätte besser bleiben sollen. Doch eins ist bei ihm sicher. Er hasst Vampire.

Tara Thornton ist Sookies beste Freundin, aber selbst eine sehr verbitterte Person. Ihre Mutter ist Alkoholikerin und seit Tara denken kann, hatte sie keine heile Familie, wenn man mal von ihrer Zeit bei Sookie und ihrer Oma absieht, denn dort kam Tara als Kind immer unter, wenn ihre Mutter betrunken hinter ihr her lief, sie schlug oder beschimpfte. Tara ist in Sookies Bruder Jason bedingungslos verliebt und wird in seiner Gegenwart zu einer kleinen und verletzlichen Person. Jason sieht in ihr aber immer noch nur die kleine Tara die damals immer vor der Tür stand, wenn sie vor ihrer Mutter weglief.

Lafayette Reynolds ist wohl die schillerndste Figur in ganz Bon Temps und spiegelt wahrscheinlich alles wieder, wovor der Durchschnittsamerikaner panische Angst hat. Er ist nicht nur dunkelhäutig sondern lebt auch noch offen schwul und steht zu seiner oftmals sehr fraulichen Art, obwohl er groß und muskulös ist. Er ist Taras Cousin und verdient sein Geld mit den verschiedensten Jobs. Er kocht abends im Merlotte’s, arbeitet tagsüber im Straßenbau, prostituiert sich, betreibt eine Sexinternetseite auf denen er Videos online stellt und dealt zudem auch noch mit Medikamenten und Drogen. Trotzdem steht er seiner Familie und seinen Freunden bei, wenn sie seinen Rat und seine Hilfe brauchen.

Abschließendes Fazit:

So gesellschaftskritisch sich sich die Handlung der Serie auch anhört, man sollte sich nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass es sich dabei hauptsächlich um die Liebesgeschichte zwischen Bill und Sookie dreht und in den Nebensträngen um die Beziehungen der anderen Personen untereinander. Das sage ich jetzt völlig wertfrei, da es ja auch Vor- und Nachteile haben kann, nicht weiter auf die gesellschaftliche Lage einzugehen. Da bis jetzt auch erst 2 Staffeln gelaufen sind, kann es auch sein, dass dieser Teil der Geschichte später intensiver behandelt wird.

Für alle die auf eine schnulzige Serie hoffen, denen sei gesagt, dass diese Serie nur schnulzig angehaucht ist. Circa 1/4 der kompletten Zeit der Serie, werden detaillierter und langatmige Sexszenen gezeigt, was es der Serie im Free-TV sicher schwer machen dürfte, da sie entweder dadurch zu spät gezeigt wird oder dass man sie einfach schneidet. Beides dürfte sich nicht unbedingt positiv auf den Erfolg auswirken.

Ausstrahlung:

Wie eben angedeutet, läuft True Blood in Deutschland (noch) nicht im Free TV sondern auf dem Pay-TV Sender 13th Street.

Weiterführende Links:

True Blood auf Serienjunkies
True Blood auf Wikipedia
True Blood auf 13th Street

21 Kommentare

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  3. Serie für Vampirfans: True Blood http://bit.ly/7PS3pA

  4. Wenn ich mir ansehe, was für tolle Serien es gibt.. und True Blood zählt auf jeden Fall dazu.. dann kriege ich eine Gänsehaut wenn ein gewisser Privatsender da so ein Serienformat namens „The Vampire Diaries“ aufs Volk loslässt.. brrrr.
    Aber selbst von Twilight gibt es ja demnächst eine „FSK 18“-Abklatschversion, wenn ich mich nicht verlesen habe

    Hm.. Vampire sind wohl wieder im Trend.. Daybreaksers dürfte mal schnell ins Kino kommen, sah richtig vielversprechend aus

    Ach.. und wo ich gerade so plauder; kennst du „So finster die Nacht“? Sowohl Buch als auch Film sind sehr empfehlenswert, ein wenig ungewöhnlich aber sehr sehr interessant

    Nun aber mal nen Punkt: . 😉

    • Danke für die vielen Tipps. Da werde ich auf jeden Fall mal reinschauen. Aber „Ab 18 Abklatschversion“? Weist du da was genaues?

      Vampire Diarys kenn ich nur vom Namen und so der groben Story. Wie genau das da abläuft weiß ich nicht. Bin da aber schon recht kritisch. Wenns Mist ist, dann schalt ich weg.

  5. „True Blood“ gehört zweifelsohne zu den besten Mystery-Serien der letzten Jahre und als solche mit weitestgehend gelungenen persönlichen Storylines sollte man sie auch sehen.
    Ich habe die Bücher noch nicht gelesen, bin aber ziemlich sicher, dass auch die nicht gesellschaftskritischer werden – zumal Showrunner Alan Ball sich auch schon relativ weit von der Vorlage entfernt hat und noch weiter zu entfernen plant…

    • Also ich muss sagen ich finde die Geschichten in sich selbst (Der Konflikt von Tara mit ihrer Mutter, Jason als wirklich abgewrackte Person der immer noch was schlimmeres passiert, wenn man denkt, er sei schon am Boden, der Tod von Sookies Oma). Ich finde aber, dass die Besonderheit der Beziehung zwischen Sookie und Bill irgendwie nicht rüberkommt. Das haben die Leute (wenn ich den Vergleich mal so wagen kann) bei Twilight besser geschafft. Vielleicht liegts aber auch daran, dass in der Serie bei so knallharten Storylines zwischendrin eine so „unspektakuläre“ Storyline einfach untergeht. Ich kanns schlecht beschreiben. Ist halt so ein Gefühl. Und ich muss sagen, dass meine Lieblingsfigur dort der Lafayette ist, weil sein Charakter einfach eine in sich ruhende Beständigkeit verkörpert.

  6. Wie lange gibt es die Serie schon? Irgendwie hört sich das an, wie „Twilight“ mit Sex. Soll vermutlich auch dieselbe Zielgruppe bedienen, oder?

    • Sagen wir Twilight mit Sex und dem knallharten Alltag. Ich muss aber wirklich betonen, dass mir der Charakter der Sookie nicht gefällt. Sie kommt mir oft ziemlich naiv rüber, dann sagt sie einfach irgendwas und allewelt tut so als habe sie den Gral gefunden, wo ich nur denke Häh?
      Aber ich denke ihr Schauspiel wird sich noch bessern und vielleicht hat sie einfach noch nicht richtig in die Rolle hineingefunden. Schwer zu sagen. Wenn ich nun wüsste wie ihr Charakter in den Büchern beschrieben werden würde, dann hätte ich in dem Fall sicher einen Aussagekräftigeren Vergleich.

  7. 2008 müsste hinkommen
    True Blood ist mit Twilight in meinen Augen nicht zu vergleichen 😉

    • Einige Überschneidungen sind aber nicht abzustreiten. Genau wie die Konstellation die ich oben beschrieben habe, die doch eigentlich kein Zufall sein kann. Teilweise sind in der Serie auch Dialoge die mir bekannt vorkommen/vorkamen. Ich muss mal versuchen es an genauen Szenen auszumachen.

  8. Ja, im Herbst 2008 liefen die ersten Episoden. Und dass „True Blood“ Golden-Globe- und Emmy-prämiert ist, ist nur ein Beweis dafür, dass die Serie mit „Twilight“ absolut nicht vergleichbar ist! (Und sicherlich auch nicht auf dessen Erfolgswelle reitet, weil die ohnehin viel später kam.)

    Aber, @Andrea: „Twilight“ mit Sex kommt in etwa hin. Nur besser halt! (Und das sage ich als jemand, der durchaus Gefallen an „Twilight“ gefunden hat…)

    • Wenn das mit der Reihenfolge so hinkommt, dann müsste Stephenie Meyer abgekupfert haben, wenn das nicht alles ein riesiger Zufall ist.
      Vielleicht kann man sagen dass sie ein bisschen mitreiten, denn durch die Verfilmung und den dementsprechenden Kommerziellen Erfolg von Vampirgeschichten, haben sie ja eine willige Zielgruppe 😉

      So und nun hab ich noch ne bessere Definition 😉 „Twilight für Erwachsene“ mit Problemen und Situationen die Erwachsene kennen 😉

      • Öhm, der erste Band der Twilight-Reihe wurde 2005 veröffentlicht. Die Bücher zu True Blood sind zwar älter, aber der Vampir-Hype wurde von Twilight ausgelöst. Selbstverständlich wird jetzt alles zu Geld gemacht was irgendwie mit Blutsaugern zu tun hat. Jetzt werden wir mit Vampirserien und Vampirfilmen überschüttet, so lange bis Vampire wieder „out“ sind.

        Aber ich bin da sowieso voreingenommen, ich stehe bei Vampiren mehr auf den guten alten viktorianischen Horror; mit den neuzeitlichen Schmusevampiren à la Buffy und Twilight kann ich nichts anfangen.

        • Ich bin bei sowas schon relativ offen und finde es interessant, wie sich im Laufe der Filmgeschichte Vampire verändern und wie auch auch Autoren voneinander beeinflussen lassen.
          Es gibt aber, das muss ich zugeben, eine Sparte mit der kann ich auch so überhaupt nichts anfangen. Das sind die Filme um Blade und Co.

  9. Aber wenn du „True Blood“ kennst und „Twilight“ auch, dann wirst du doch wohl einsehen, dass da niemand vom anderen abgekupfert hat. Die einzige Gemeinsamkeit ist ein Liebespaar aus Vampir und Mensch (keine Neuheit) und die Tatsache, dass es neben Vampiren noch andere Wesen gibt. Ansonsten ist die komplette Mythologie anders.
    Und ich glaube auch ehrlich gesagt, dass sich die Zielgruppen meilenweit unterscheiden…

    • Wie oben schon im Artikel geschrieben gibt es schon noch mehr Parallelen.
      Klar Mensch – Vampir, nichts neues. Dann eine Beziehung deren Grundlage ist, dass einer von beiden Gedanken lesen kann nur die, des Partners nicht, was ihn neugierig und interessant erscheinen lässt. Und dazu die berühmte „3-er Konstellation“ in dem der beste Freund zufällig ein Gestaltwandler ist.
      Beides trifft sowohl auf Twilight als auch auf True Blood zu.
      Natürlich ist die Welt um beide Geschichten herum eine andere. Die Twilight-Welt ist mit ihren Problemen auf die Interessen Jugendlicher ausgelegt. Schule, Clique, Liebe, während True Blood eben in einer härteren Welt spielt, in der es wirklich reale und lebensbedrohliche Gefahren gibt, die nicht auf dem übersinnlichen basieren.
      Auch glaube ich nicht, dass die Zielgruppen soviel anders sind. Bei Twilight beginnt sie eher, ich glaube aber nicht, dass es da eine Grenze nach oben gibt. Die Zielgruppenuntergrenze würde ich bei True Blood schon höher ansetzen, aber ab einem gewissen Alter der Zuschauer überschneidet sich doch vieles.

  10. Mag sein, aber ich bleibe dabei, dass man die beiden von diesen – pardon – mickrigen Unterschieden nicht wirklich vergleichen kann. Sei doch froh! Wenn man „Twilight“-Fan ist, muss man sich eh nur Unsinn von anderen anhören, aber ich habe schon die größten „Twilight“-Verteufler erlebt, wie sie „True Blood“ verfallen sind 🙂

    • So mickrig finde ich die Unterschiede gar nicht, denn wenn man mal die Storylines anderer Serien/Bücher zum Vergleich heranzieht wird man merken, dass dort sehr wohl größere Unterschiede sind und man nicht zwangsläufig, wenn man eine Geschichte mit Vampiren verfasst, auf genau dieses Geschichtenmodell zurückgreifen muss.
      Ich kann von meinem Standpunkt jetzt aber nicht sagen, dass ich eins von beiden, Twilight oder True Blood, abgesehen der Parallelen, schlechter oder besser finde. Ich denke beide haben jeweils Stellen, an denen sie was besser oder schlechter umgesetzt haben als die anderen. Genau wie es auch Vampirfilme vor den Hype gab, die Dinge besser und schlechter umgesetzt haben.

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