Das ganz normale Chaos

Und die Zeit vergeht..

| 18 Kommentare

Schwarz Weiß

Dass die Zeit rennt merkt man im Alltag eigentlich nicht, weil man selten langfristig denkt, sondern höchstens bis zum, nächsten Tag, zur nächsten Woche oder zum nächsten Monat. Aber wie viel Zeit wirklich vergangen ist merkt man, wenn man sagt “Das ist auch schon wieder xx Jahre her”. Früher habe ich meine Eltern immer belächelt, wenn dieser Satz mit einem fast beängstigend ergebenen Unterton fiel. “Klar vergeht die Zeit” dachte man sich damals. “Ist doch logisch. Weiß ja jeder. Was überrascht es die?” Einen wirklichen Begriff von Zeit bekommt man aber erst, wenn man sie bewusst verbracht hat. Und es scheint mir, je älter man wird, desto schneller vergeht die Zeit und desto weniger Wert hat eine Minute oder eine Stunde. Erst recht ein Tag. War als Kind jeder Tag ein kleiner eigener Abenteuerfilm, so sind es heute überschaubare kurze Zeitabschnitte, deren Ende man entgegensehnt. Das ist Zeit also. Aber in dem Bewusstsein zu leben, dass die Zeit vergeht. Unaufhörlich und unaufhaltsam macht das Leben nur schwerer. Man setzt sich unter Druck, die Zeit produktiv nutzen zu müssen und das muss man nicht immer. Manchmal braucht die Seele auch Ruhe und Frieden. Manchmal muss man sich diese Ruhe nehmen können, ohne auf die Uhr zu schauen.  In einer Zeit, in der es nur noch zählt, zu funktionieren sind die kleinen Inseln der Ruhe unsere einzigen Rettungsanker hinaus aus der Gesellschaft, die unseren Wert an unserer Produktivität misst. Ein Rettungsanker kann ein Lied sein, bei dem man sofort abschaltet oder ein Ort, der einem mit inneren Frieden füllt. Ein Buch, dessen Geschichte so vereinnahmend ist, dass man denkt, man sei dort. Ein Mittel, um aus dem Alltag zu fliehen und die eigene Phantasie zu wecken, die man noch in sich trägt. Das Kind in sich wecken.

Wieso ich dies hier schreibe? Manchmal macht man sich Gedanken über Dinge, die einen bewegen und dann will man sie festhalten. Nutzt eure Zeit mit Dingen, die euch glücklich machen. Lebt euer Leben. Ihr habt nur eins. 

Das könnte dich auch interessieren:

  1. Verlorene Dinge der Zeit
  2. Nachholartikel Projekt 52 – Zeit
  3. Ich hätt ja jetzt Zeit
  4. An alle Backlink-Prostituierten!
  5. Nachholiges

18 Kommentare

  1. Pingback: TiiaAurora

  2. Wie es scheint, schreibst du deine tiefgründigsten Artikel immer nachts. Hier hast du wieder wahre Worte auf den Bildschirm gebracht. Eine Weisheit, die sich viele Menschen mehr zu Herzen nehmen sollten.
    Viele haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich mal Zeit für sich selbst nehmen. Der gesellschaftliche Druck ist teilweise immens. Aber aufgrund des Drucks ist es sogar noch wichtiger, Zeit zum Abschalten zu haben.
    Zusammengefasst: du hast mal wieder so recht!

  3. Ohja, du hast so recht. Gerade in den Zeiten, in denen man am meisten erlebt, am meisten „erste Male“ hat, wie z.B. erster Job, erste (und hoffentlich einzige) Ehe, erstes Kind, da rast die Zeit nur so davon. Man will sie festhalten, aber es gelingt nicht. „Zeit ist kostbar“. Schöne Zeilen von dir! Sehr aufbauend.

  4. Wow, was für ein schöner und wahrer Text. Er regt sehr zum Nachdenken an und du triffst mal wieder den Nagel auf den Kopf.

  5. ich finde, man sollte die Zeit ganz vergessen. Bringt ja auch nichts, wenn man daran denkt, wie lange her schon etwas war. Verlangsamen oder gar zurückholen ist eh nicht machbar! 🙂

  6. Pingback: Pygoscelis Papua

  7. Pingback: TiiaAurora

  8. Ich denke ja meist nur bis zur nächsten Mahlzeit. Aber ja, ich kenne das. Eben feiert man noch mitten im Sommer Geburtstag und plötzlich steht man mit den gleichen Leuten auf der Silvesterparty „Wie schnell das Jahr wieder um war“. *seufz*

  9. Pingback: Gilly

  10. Und irgendwie scheinen Kinder noch ein Katalysator für dieses Phänomen zu sein, deswegen müssen die Armen wohl auch immer diese Sprüche aushalten….

  11. Ohja, ich habe zwar keine Kinder und bin auch in keiner Ehe aber mir fällt es als 22 Jähriger auch auf wie schnell die Zeit vergeht… Ich denke je älter man wird desto schneller vergeht sie…

    Ein wirklich schöner Artikel! Bin auch neu hier in deinem Blog und werde diesen auch Abonnieren!

    Liebe Grüße

  12. Pingback: Borys

  13. Die Zeit verschwindet je schneller, je hektischer man ihr hinterherläuft und versucht sie produktiv zu nutzen. Wenn man achtsam den Moment geniesst anstatt auf die tolle Zukunft zu hoffen oder der Vergangenheit nachzutrauern, dann gewinnen wir Leben zurück.

  14. Pingback: DejaVu - Gerhard

  15. Es ist wichtig, sich die Kunst zu bewahren, die Zeit ein wenig für sich anzuhalten. Natürlich ist man oft Zwängen den des Alltages ausgesetzt, auf die man wenig Einfluss hat. Der nächste wichtige Termin steht an. Rechnungen wollen bezahlt , die Familie versorgt, der Chef glücklich gemacht werden. Aber trotzdem muss es Momente für einen selber geben in denen man sich zumindest innerlich von diesen Zwängen lossagt. So kann ein Teller Pasta auf dem Balkon mit einem guten Wein und einem geliebten Wesen sehr viel mehr sein als nur ein Abendessen. Diese Momente muss man genießen und sich zeitlos fühlen, nicht daran denken, dass die Flasche Wein irgendwann leer ist und der Abend in einen neuen Tag übergeht.

  16. Und genau dafür lege ich momentan die Grundsteine, endlich das zu tun was mich glücklich macht 🙂

  17. Oh, ich finde es so deprimierend, ja auch beängstigend, wie die Zeit rennt! Es ist unheimlich. Ich bin viel älter, als ich mich fühle.
    Ich merke das dann an meinem Rückenschmerzen oder den ersten grauen Strähnchen. *grusel*

  18. Das mit der Zeit ist tatsächlich so. Ganz ähnliche Gedanken kommen mir auch immer wieder, erstaunlich.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: