Das ganz normale Chaos

Äffchen, sind sie nicht süß?

Übersättigt… Die Äffchen reden zu mir

| 23 Kommentare

Ich fühle mich im Moment übersättigt. Vom Internet, von meiner Umgebung. Einfach von allem.

Internet

Gerade ist es irgendwie ganz schlimm. Ich bewege mich momentan in einem Metier (Techblogs) in denen eigentlich kaum noch eigene Identität herrscht. Die Texte sind die gleichen, die Personen dahinter austauschbar. Texte bekannter US-Seiten werden durchgekaut, eigene Meinungen weichen einheitlicher Weichspülerei.

Dass das nicht so sein muss, beweist das ein oder andere Blog. Diese lese ich dann sogar richtig gern, auch wenn ich vom behandelten Thema nicht so viel Ahnung habe wie der Autor. Aber diese Blogs sind selten. Meist geht die Menge des Contents vor dem Inhalt.

In diesen Situationen frage ich mich, welche Daseinsberechtigung ein Blog oder ein Blogger haben, die keine eigene Meinung in ihre Inhalte einfließen lassen. Ist man dann nicht einfach nur ein kleines Äffchen, das zufällig die richtigen Tasten trifft um Sätze zu bilden die halbwegs Sinn ergeben? Selbst das schaffen einige ja nicht.

Es gibt viel zu viele kleine Äffchen im Internet, die kleine Äffchenblogs betreiben in denen kleine Äffchen kleine-Äffchen-Texte schreiben. Und ich bin übersättigt, gelangweilt und in weiten Strecken sogar genervt. Bloggen, ist nicht nur Texte ins Internet schreiben. Bloggen ist sich ausdrücken, den Leuten schonungslos vor den Latz knallen, was man denkt. Und das unabhängig davon, ob es den Leuten gefällt was man schreibt.

Ich will hier niemanden namentlich anprangern, ihr selbst kennt sicher genügend Äffchenblogs mit Leuten, die sich viel zu wichtig nehmen. Dummerweise gibt es prozentual mehr Äffchenblogs als tolle Blogs. Mag sein, dass das Thema so überlaufen und finanziell so interessant ist, dass die Äffchen das große Geld riechen. Äffchen schreiben nämlich über alles, was finanziell interessant ist. Heute über Rasendünger, morgen über Strickpantoffeln und übermorgen über Technik. Äffchen sind da sehr flexibel.

Umgebung

Ich schrieb schon auf Google Plus, dem Netzwerk, dem ich momentan am intensivsten fröne, dass es Menschen gibt, die wahrscheinlich an dem Tag tot umkippen, an dem es für sie keine First World Problems mehr gibt. Bin dafür direkt angefahren worden. „Blablabla gibt keine First World, wir sind alle eine Welt“ Verdammt nein, zu solchen Leuten möchte ich bitte nicht gehören.

Wer sich hier und jetzt auch noch über den Begriff aufregen möchte und gerade dabei ist, mir einen bitterbösen Kommentar zu schreiben. DAS ist zum Beispiel ein First World Problem.

Dass es Leute gibt, die aus Mücken Elefanten machen, wusste ich ja schon immer, mir war aber nie bewusst, wie viele Leute das in meinem Bekanntenkreis sind. Ich bin grad in einer Phase wo ich viel Stress habe, wo viel zu regeln ist und wo ich mich am liebsten zweiteilen würde, damit ich alles auf einmal schaffe.

Mein Kopf steht mir woanders. Sowas kennt ihr sicher auch von euch. Dann kommen Leute an und meinen mir ihre Probleme auf die Nase zu binden. Versteht mich nicht falsch. Wenns jemandem mies geht, dann bin ich die letzte, die nicht zuhört und tröstende Worte findet, aber dann gibt es Situationen in denen greife ich mir an den Kopf. Total tolles Beispiel: Ich habe einen Termin über den ich mir viel den Kopf zerbreche, einer von diesen Terminen, vor denen man nicht einschlafen kann und zu denen man mit einem flauen Gefühl und feuchten Händen geht. Mir rasen also die Gedanken durch den Kopf, ob alles gut geht und dann wie aus dem nichts soll ich über eine fiktive Fernsehserie diskutieren. Ich soll über fiktive Personen sprechen. Wie schwer der Charakter es doch im Leben hätte und was er denn alternativ tun soll.

In so einer Situation leuchtet über meinem Kopf ein Countdown. Der zeigt die Restsekunden an, bevor ich explodiere… 10…. ich werde langsam still und antworte einsilbig. 9 .. hmm ja hmm nein hmm weiß nicht. 8…7…6…5… weiß ich wirklich nicht, keine Ahnung…4….3… es ist doch nur eine Serie…. 2…. das ist alles ausgedacht…1…MAN ICH HAB GRAD ANDERE PROBLEME ALS MICH MIT DIESEM SCHEIß ZU BEFASSEN. Meist kommt darauf ein ratloses „Hast du irgendwas?“ Meine Antwort ist dann ein Gesicht wie dieses hier (-.-) und die Folge, dass ich wieder meine Klappe halte. Keine Lust zu diskutieren, keine Lust mich zu erklären. Von diesen Personen gibt es in meinem Leben einige. Die meisten merken allerdings recht schnell wenn ich den Kopf woanders habe. Zu so einem Ausbruch wie oben kommt es selten, aber es kommt dazu.

Was sagt mir das?

Ich bin zwar ein geselliger Mensch, aber mir fehlen meistens die richtigen Menschen dazu. Social Networks finde ich prima, nur die meisten Nutzer nerven mich. Blogs find ich klasse, nur die meisten Blogs nerven mich (Stichwort Äffchen).

Ich bin an dem Punkt angekommen, wo ich merke dass die Leute, denen ich mit dem Internet versuche aus dem Weg zu gehen, ihren Weg ins Internet gefunden haben. Das Internet kann eben auch nur so viel wie die Menschen, die es benutzen. Was will man von Äffchen verlangen.

Wird Zeit für was neues, cooles. Mit coolen Leuten. Mit Äffchenverbot oder mit einer Clique in der wir super cool sind und die Äffchen auslachen. Solang es das noch nicht gibt werde ich weiter Äffchenblogs lesen, Bananen verteilen und auf Bananenschalen ausrutschen. Need to get over it.

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  6. Na, dann hoffe ich mal, dass ich kein Äffchen bin 🙂 Und wenn ja, dann kannste es mir ruhig sagen 🙂 Und hey: ich finde Affen total prima – du tust ihnen Unrecht 😉

  7. Ich bin zwar ein geselliger Mensch, aber mir fehlen meistens die richtigen Menschen dazu.

    Sehr schön ausgedrückt! Gehr mir genauso aber es so auszudrücken wäre ich nie drauf gekommen…

    Zum Rest des Artikels: Amen! (Oder +1 wie es auf Neudeutsch heißt…)

  8. solange ich keiner von den Leuten aus deiner Umgebung bin, die du leid bist und ich kein sog. „Äffchen“ für dich bin.. :,(

    ich mag diese 08/15 gekauften Blogs mit immer dem selben Blabla auch nicht, teilweise lässt sich diese pauschalisierte Wortwahl nicht immer vermeiden, das merk ich grad bei Reviews und ekel mich fast vor meinem eigenen Gesülze, weil das normal gar nicht meinem vulgären und impulsiven Schreibstil entspricht, aber es soll ja dann doch schon „seriös“ (oder so) klingen.. alles darüber hinaus kann ich aber auch nicht leiden.. und grad Techblogger sind neben den Schmink Tussies eh die übelsten, überheblichsten, selbstverliebtesten, [Liste beliebig fortsetzbar]..

    ich freu mich aufs Wochenende und hoffe du hast dann ein wenig den Kopf frei, auch für sinnloses Blabla.. 😉

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  13. Wenn du es allerdings so satt hast, versteh ich nicht, warum du diese sogenannten Äffchenblogs noch liest? Wenn du diese aus deinem Reader aussortieren würdest, hättest du vielleicht mehr Zeit für bessere Blogs bzw. die Suche zu diesen! ;D

  14. Bei ungefähr 90% dieser Techblogs, die nur irgendwelche Inhalte recyceln und deren Autoren meinen, Hauptsache viel Zeug bloggen, höre ich im Geiste immer so ein leises „fap!fap!fap!“ als Hintergrundgeräusch.
    Da gucke ich dann mal kurz rein und dann war es das wieder. In meinen Feedreader schaffen es diese Blogs nicht.

    Im Ernst, was denken sich diese Typen? Langweilig, austauschbar, aber tun so, als hätten sie das Web erfunden! Meh!

  15. hehe, geiler Artikel.

    Ja, jeder will eben was vom „Internet-Selbstprofilierungs-und-vielleicht-etwas-Knete-nebenher-verdienen-Kuchen“ abhaben.

    GET OVER IT! 😉

  16. Wow … Du sprichst mir da förmlich aus dem Herz. Besser hätte es wohl niemand ausdrücken können 🙂

  17. Ich wäre auch gern geselliger mit den richtigen geselligen Leuten. ^^ Deswegen brauch man auch wieder IRC und nicht sowas wie twitter 😛

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