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Meine persönlichen Ansichten zur Kommentarkultur, der deutschen Blogosphäre und dem Rest
Eigentlich sollte das hier ja ein Kommentar werden. Und zwar zu diesem Artikel hier bzw. zu dieser PDF Datei mit dem netten Titel “Ansichten zur Kommentarkultur in Weblogs”, der zwar schon impliziert, dass es sich dabei um persönliche Ansichten handelt, trotzdem möchte ich einige der Dinge dort nicht unkommentiert lassen. Nachdem wir hier ja schon eine angeregte Diskussion zu dem Thema Kommentare und Blogs hatten, war ich der Meinung, dass mein geplanter Kommentar als Artikel doch sehr viel mehr Sinn hätte. (Sorry Christian, dass ich dich nun um einen Kommentar gebracht habe, ich hoffe mein Pingback reicht dir auch.)
Von Schulmeister habe ich bis dato weder etwas gelesen noch gehört. Das Erste was ich also von ihm lese sind seine “Ansichten zur Kommentarkultur”. Dort setzt er sich mit dem Phänomen der Weblogs auseinander und betrachtet dabei besonders die sogenannten “EduBlogs” bzw. “EduWeblogs” da ich von dem Themenbereich der Weblogs keine Ahnung habe, lasse ich sein Kommentargezähle und das “Wer mit wem und wie oft” mal unter den Tisch fallen und befasse mich mit den ganz allgemeinen Aussagen die da über Blogs getroffen werden.
Schulmeister persönlich hat an Blogs im Allgemeinen und im Besonderen im wissenschaftlichen Bereich einen sehr hohen Anspruch. Sein Ideal eines Weblogs soll Fragen aufwerfen, Kommentare provozieren und durch prägnante Beiträge intensive Diskussionen entstehen lassen. Und im wissenschaftlichen Bereich korrekt wissenschaftlich bearbeitet werden.
Diesem Ideal entsprechen aber sicherlich nur ein Bruchteil der bestehenden Blogs und auf mich hat es so den Anschein als sei Schulmeister der Meinung, die meisten vorhandenen Blogs würden von egomanischen Selbstdarstellern betrieben, die darauf geifern ihr Ego anhand der Zahlen der Kommentare aufzuwerten. Ich leugne nicht, dass so Blogger gibt, aber diese sind meist relativ schnell von der Bildfläche verschwunden, wenn Google sie nicht so einstuft, wie sie das gern hätten und wenn sie feststellen, dass die ganze Welt eben NICHT auf genau das Blog gewartet hat, welches sie vor 3 Tagen mit den Worten “Hier bin ich, ab heute werde ich eure Startseite sein”. begonnen haben. Sowas nennt man dann (failed) “attention whore”. Die Übersetzung kann sich jeder selbst raussuchen
.
Diese Leute kommen und gehen, hinterlassen aber keine nennenswerten Spuren in der Blogosphäre, als dass sie in irgendeiner Hinsicht erwähnenswert wären (Oder man sich später noch an sie erinnert).
Wann setzt man sich aber durch?
In Deutschland ist das schon eine sehr seltsame Sache mit den Blogs und der Blogosphäre allgemein. Während in anderen Ländern Menschen wie du und ich mit ein bisschen Kreativität und Esprit selbst Vorbild für Leute außerhalb der Blogosphäre werden können, wird der Wert und die Relevanz eines Blogs in Deutschland an der Ausbildung des Bloggers gemessen. Als hätte ein Blog erst dann eine Daseinsberechtigung, wenn der Blogger einen Berechtigungsschein vorweisen kann, auf dem steht “Ich bin Journalist, ich darf das!”. Alles natürlich an den Kriterien gemessen was ein “ideales Blog ausmachen sollte”.
Schaut man sich diese Blogs dann aber mal genauer an, dann stellt man fest, dass diese Leute ihre Blogs allein dazu nutzen ihren Marktwert zu steigern in dem sie mit ihrer Rhetorik spielen und das Volk staunen lassen. Und wenn dann irgendwann mal im Fernsehen am Rande einer Randnotiz der Name einer dieser “Blogger” erwähnt wird, schreien alle auf, dass man so den Durchbruch geschafft hätte und alle hecheln den Medien hinterher, die sie selbst in ihrem letzten Blogeintrag für tot und irrelevant erklärt hatten. Da beißt sich der Hund in den eigenen Schwanz und dreht sich dabei munter im Kreis. Seien wir mal ehrlich. Die Namen der meisten Blogger, die sich mit dem Adelstitel “Journalist” schmücken, würden wir ohne dass sie bloggen gar nicht kennen. Und sie würden uns nicht interessieren, wenn sie es denn jetzt tun.
Man sollte an sich selbst auf keinen Fall den Anspruch stellen, mit dieser selbsternannten Elite konkurrieren zu wollen. Man sollte sich auf die Anfänge der Weblogs zurückbesinnen, denn sie bergen den Schlüssel des Erfolgs in sich. Wichtiger als oben genannter Adelstitel “Journalist” ist es, Blogs zu verstehen. Blogs laufen nicht nachdem Schema, einer gibt was vor und der Rest konsumiert. Nein Bloggen ist anstrengend. Denn als Blogger äußert man seine eigenen Gedanken, Meinungen und Sichtweisen und muss dazu noch auf die Kommentare der Leser reagieren und sich mit ihnen auseinandersetzen. Dazu muss der Blogger seine Kontakte pflegen und seine Kommentatoren (die oftmals selbst bloggen) besuchen und an ihrem Geschriebenen teilhaben. Eine so erarbeitete Basis an Stammlesern und Kommentatoren ist unbezahlbar.
Wie aber verhält es sich mit der Qualität der Blogs?
Woran wollen wir die Qualität der Blogs und der Beiträge messen? Woran kann man sie überhaupt messen? Schauen wir uns mal die verschiedenen Möglichkeiten an:
Anzahl der Kommentare:
Kann man die Qualität eines Beitrags an der Anzahl der Kommentare ablesen? Ich sage “Nein”, denn die Anzahl der Kommentare hängt von unendlich vielen Faktoren ab, dass allein die Anzahl oder das Wegbleiben der Kommentare keinerlei Aussage treffen kann. Mit diesen Faktoren ist man allerdings immer erst dann konfrontiert, wenn man selbst bloggt. Denn wenn man zB. seine Blogeinträge auf Twitter promotet können so kleine Dinge wie “Anzahl der Twitter-Follower in Kombination mit der Uhrzeit der Veröffentlichung, dem Wochentag und der Jahreszeit” in verschiedenen Kombinationen verschieden erfolgreich sein. Zum anderen können Artikel auch so anspruchsvoll sein, dass sich Kommentatoren schwer tun, etwas sinnvolles beizutragen.
Anzahl der Besucher:
Die Besucherzahlen sind ein einfach zu manipulierender Faktor. Mit Google-freundlicher Optimierung, die nichts an der inhaltlichen Qualität verändert kann man seine Besucherzahlen konstant in einem hohen Level halten. Und wenn man dann zB. Nude Content postet, sogar Höchstwerte erzielen. Aber nicht dadurch dass die Artikel so interessant sind (das ist ein Privileg, welches nur der “Playboy“ inne hat).
Anzahl der Backlinks:
Auch manipulierbar. Diverse Bloggewinnspiele bestehen auf verlinkende Beiträge und sammeln sich so innerhalb kürzester Zeit einige hundert Backlinks an. Was sind die dann wert? Gar nichts.
Was ist also wirklich Qualität? Die Qualität eines Blogs ist es, den Leser mit dem, was man schreibt zu begeistern. Unabhängig von Berufsbezeichnung, Lehrsätzen und Regelwerken die irgendwann einmal entstanden sind. Man schreibt nicht für Lehrbücher, die vorschreiben wie man zu schreiben hat, sondern für Menschen. Als Betreiber eines Nischen- bzw. Themenblogs kann es nur die größte Freude sein Leser über die Nische hinaus zu gewinnen. Egal ob nun absichtlich oder unabsichtlich.
All diese vielschichtigen Komponenten, die ich genannt habe (und die die ich weggelassen habe, weil das hier sonst noch ausschweifender werden würde und wahrscheinlich sowieso keiner bis zu dieser Stelle gelesen hat) wurden in dem oben genannten 23-Seitigen pdf entweder nur grob angerissen oder gar nicht betrachtet, wobei es bei solch einem Thema wichtig ist, alle Facetten von allen Richtungen zu begutachten, erst recht wenn diese neuen Medien in Zukunft Bestandteil dessen werden sollen, was unsere Kinder in der Schule lernen und natürlich dadurch auch Bestandteil unseres Lebens.
Was ich aus dem pdf gelernt habe? Naja eigentlich nichts Neues, außer dass Blogs (neben Twitter wo man eben NICHT nur schreibt, dass man grad auf dem Klo sitzt) auch 2010 noch zu den großen undurchsichtigen Mythen des Internets zählen werden und an deren Erfassung viele weitere scheitern und zwar so lang bis auch der letzte erkennt, dass wir doch nur bloggen, weil wir uns eigentlich vor irgendwelcher Arbeit drücken wollen und es immer furchtbar wichtig klingt zu sagen “Ne, Moment, ich sitz grad an ‘nem Artikel der heute noch raus muss.”
Abschließende Bemerkungen:
1. Dieser Artikel ist unbelastet von Journalismus, Relevanz und Schwermetallen (kann aber Spuren von Nüssen und verstecktem Humor enthalten)
2. Fotos stehen nicht im Zusammenhang mit dem Artikel sondern sind lediglich Platzhalter für passende Bilder, die ich aber nicht hatte. (Sorry falls ihr schon interpretiert habt)
3. Ende und so..
Jahrbuchfotos
Bei Andrea gefunden musste ichs doch selbst mal ausprobieren.
Ich find ich seh mal sehr stylisch aus











