Archiv für die Kategorie „Freitagspoesie“

Goethes Erben & Peter Heppner – Glasgarten

Caspar David Friedrich – Der Träumer

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Nicht nur Texte können Poesie sein. Auch Bilder können. Hier “Der Träumer” (1820-1840)

Johann Wolfgang von Goethe – Willkommen und Abschied

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Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!
Es war getan fast eh gedacht.
Der Abend wiegte schon die Erde,
Und an den Bergen hing die Nacht;
Schon stand im Nebelkleid die Eiche,
Ein aufgetürmter Riese, da,
Wo Finsternis aus dem Gesträuche
Mit hundert schwarzen Augen sah.

Der Mond von einem Wolkenhügel
Sah kläglich aus dem Duft hervor,
Die Winde schwangen leise Flügel,
Umsausten schauerlich mein Ohr;
Die Nacht schuf tausend Ungeheuer,
Doch frisch und fröhlich war mein Mut:
In meinen Adern welches Feuer!
In meinem Herzen welche Glut!

Dich sah ich, und die milde Freude
Floß von dem süßen Blick auf mich;
Ganz war mein Herz an deiner Seite
Und jeder Atemzug für dich.
Ein rosenfarbnes Frühlingswetter
Umgab das liebliche Gesicht,
Und Zärtlichkeit für mich – ihr Götter!
Ich hofft es, ich verdient es nicht!

Doch ach, schon mit der Morgensonne
Verengt der Abschied mir das Herz:
In deinen Küssen welche Wonne!
In deinem Auge welcher Schmerz!
Ich ging, du standst und sahst zur Erden,
Und sahst mir nach mit nassem Blick:
Und doch, welch Glück, geliebt zu werden!
Und lieben, Götter, welch ein Glück!

Friedrich Wilhelm Nietzsche – Vereinsamt

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Die Krähen schrein
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein –
Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat.

Nun stehst du starr,
schaust rückwärts, ach, wie lange schon,
was bist du Narr
vor Winters in die Welt entflohn?

Die Welt – ein Tor
zu tausend Wüsten stumm und kalt;
wer das verlor,
was du verlorst, macht nirgends halt.

Nun stehst du bleich,
zur Winter-Wanderschaft verflucht,
dem Rauche gleich,
der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg, Vogel, schnarr
dein Lied im Wüstenvogel-Ton.
Versteck, du Narr,
dein blutend Herz in Eis und Hohn.

Die Krähen schrein
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein –
Weh dem, der keine Heimat hat.

Die Poesie ist aus unserem Leben verschwunden. In der modernen Welt ist für Poesie außerhalb des Deutschunterrichts (und auch dort wird sie eher zwangsweise gelehrt) keinen Platz mehr. Mir kam spontan die Idee nach einer Rubrik, in der ich euch meine Poesie vorstellen. Einleitend fürs Wochenende noch einmal ein wenig Geistesnahrung.  Früher war die Poesie viel mehr als sie heute zu sein vermag. Poesie füllte damals den Alltag und gehörte dazu. Schreiber, Dichter und Denker waren angesehene Menschen. In dieser Kategorie möchte ich nicht nur Poesie vergangener Zeiten aufgreifen sondern auch moderne Adaptionen. Neben den Klassikern werdet ihr also auch euch bekannte oder vielleicht auch unbekannte Werke finden und vielleicht auch das ein oder andere von mir, wer weiß. Die Nr1 meiner Poesie-Runde beginne ich mit einem Lied welches für mich eigentlich “Alles” bedeutet. Es ist in sich einfach rund. Alle Worte, die man versuchen würde, dafür zu finden, würden es zerstören. Deswegen lasse ich es euch einfach unkommentiert im Blog.

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