Das ganz normale Chaos

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Tiia wäscht Wäsche und bloggt drüber!

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Das ist vermutlich eine der lustigsten Überschriften die ich jemals gewählt habe, aber irgendwie beschreibt sie ja genau das, was ich jetzt behandle. Ich blogge übers Wäsche waschen. Es gibt natürlich einen Anlass, wieso ich dies tue, denn normalerweise blogge ich über Seelenkonflikte, Handys oder Inneneinrichtung. Wieso jetzt also Wäsche waschen? Ich habe vor einiger Zeit von Bauknecht das Angebot bekommen, eine Waschmaschine zu testen. Eine Waschmaschine zu testen und darüber zu bloggen ist eine für mich spannende Herausforderung. Dieser Test spiegelt meine Erfahrungen und Meinungen wieder, die sich nicht unbedingt mit denen anderer decken müssen.

Normalerweise denkt man beim Waschen ja auch gar nicht so viel nach, sondern steckt die schmutzige Wäsche in die Maschine und hofft, dass sie sauber wieder rauskommt. Aber mit dem „Dazwischen“ habe ich mich nie viel auseinandergesetzt. Ihr?

Tiias Waschmaschinenvergangenheit

Als ich damals in meine erste Wohnung zog war die Frage nach einer Waschmaschine sehr präsent. Da ich damals in Ausbildung war und mich komplett einrichten musste, war beim Budget knapp und ein Gerät sollte besser wenig bis nichts kosten. Ich kaufte meine erste Waschmaschine und sie war ein Monster. 15 Jahre alt, so laut als wäre sie ein Bauteil aus einem Düsenjet und wenn sie schleuderte, hüpfte sie einmal quer durchs Bad.

Trotz ihrer Fehler, kostete sie mich nur 30 Euro und verrichtete 1 1/2 Jahre ihre Dienste, bis irgendwas in ihr durchbrannte. RIP Omi Waschmaschine.

Mein damaliger Freund, mit dem ich zusammelebte, bekam dann von seinen Eltern eine neue Waschmaschine geschenkt. Es war eins dieser NoName Sonderangebots-Baumarkt-Modelle. Sie tat ihren Dienst nicht lang bei mir, was aber nicht an ihr lag, sondern daran, dass die Beziehung auseinanderging und er die Waschmaschine mitnahm.

Ein halbes Jahr war ich dann ohne eine große Waschmaschine, ganz einfach weil das Geld nicht reichte. Ich hatte eine Camping-Waschmaschine die im Prinzip eigentlich nur ein etwas größerer Eimer war, in dem sich ein Arm drehte und Wäsche damit in Bewegung hielt. Das Wasser musste man oben selbst einfüllen und mit einem kleinen Schlauch selbst ablassen.

Für die Übergangszeit sicher besser als Handwäsche, aber dadurch, dass die Sachen nicht geschleudert wurden, war die Trocknungszeit eher „meh“.

In dem halben Jahr, war ich allerdings so klug und legte mir jeden Monat Geld für eine neue Waschmaschine zurück und kaufte mir dann quasi mein erstes Neumodell. Es handelte sich dabei zwar auch um das billigste Modell im Laden, dass ich mit meinem Papa und Verhandlungsgeschick noch 50 Euro herunterhandelte, aber es war schön wieder Wäsche waschen zu können, die weniger als eine Woche zum Trocknen brauchte.

Diese, meine erste eigene, richtige Waschmaschine verließ mich jetzt nach über sechs Jahren. Zwischendurch wurde sie noch 1-2 mal repariert, aber ich konnte sie noch weiterverkaufen und so wird sie ihre Dinge woanders verrichten.

Und jetzt steht da ein blau leuchtendes High-Tech-Monster in meinem Waschkeller und ich schwanke zwischen Faszination und ehrwürdigem Staunen. Für mich ist das quasi der Erstkontakt mit einem wahren Hausfrauen(Sexismus galore)gadget. Ich hätte nicht gedacht, dass Haushaltsgadgets so fazinierend sein können.

Bevor ich aber weiter ins Brabbeln gerate, möchte ich euch das gute Stück einmal vorstellen, damit ihr wisst womit wir es hier zu tun haben. Es handelt sich um das Modell  WA UNIQ 724 FLD, kein besonders eingängiger Name, gebe ich zu. Sie besitzt die Energieeffizienzklasse A+++ und fasst bis zu 7 Kilo Wäsche. Meine alte Maschine schaffte weniger als die Hälfte war gefühlt aber viel größer und wuchtiger.

Die Lieferung

Nach einigem Hin- und Her klingelte es gestern um halb neun Abends an meiner Tür. Eigentlich sollte die Lieferung früher erfolgen, aber man weiß ja wie viel so Lieferanten zu tun haben und dass sie ihre Termine wenn dann immer nur so gerade einhalten können.

Ich fand es sehr gut, dass sie die Maschine trotzdem noch am Liefertag gebracht haben, auch wenn es etwas später war. Mir persönlich macht es nichts aus, wenn jemand etwas später liefert. Im Gegenteil. Besser spät als im Ungewissen am anderen Tag.

Zu dritt wurde die Waschmaschine in meinen Keller befördert und einer der Monteure blieb dann noch knapp eine halbe – dreiviertel Stunde um die Maschine korrekt aufzustellen, anzuschließen, einen Probewaschgang zu machen und mir die wichtigsten Dinge zu erklären. Ich weiß nicht welche Erfahrungen ihr sonst mit Lieferanten gemacht habt, aber ich war positiv überrascht.

Die Kalibrierung

Meine Wascherfahrungen habe ich oben ja bereits geschildert. Waschmaschine beladen – anstellen – hoffen das alles sauber ist. Diese Waschmaschine kam allerdings mit vier verschiedenen Bedienungsanleitungen und ich erfuhr, dass ich sie kalibieren müsse, bevor ich sie in Betrieb nehme. Angstschweiß auf meiner Stirn. Respekt vor diesem High-Tech-Monster.

Im Endeffekt stellte sich diese Kalibrierung aber als überhaupt nicht so kompliziert heraus, denn alles war Schritt für Schritt erklärt.

Wieso muss man eine Waschmaschine kalibrieren?

Neue Waschmaschinen sind klüger als die alten Modelle von damals. Sie sind darauf ausgelegt möglichst energieschonend zu waschen aber trotzdem beste Waschergebnisse zu erzielen. Da spielen dann verschiedene Faktoren mit rein, vor allen Dingen aber das Zusammenspiel von Wasserhärte, Waschmittelmenge und Wäschemenge. Bislang war das ja immer so ein Pi x Daumen unterfangen, denn niemand wiegt seine Wäsche, bevor er sie in die Maschine steckt. Es läuft doch so: Maschine vollmachen, feste Menge Waschmittel in die Schublade, fertig.

Bei diesem Gerät ist das anders. Hier wird quasi für jeden Waschgang bestimmt, wie viel Waschmittel die Maschine braucht, damit man nicht überdosiert. Schont die Umwelt und vor allem den Geldbeutel. Übrigens hat es auch mich direkt zum Nachdenken angeregt, denn wie ich finde brauche ich von meinem Waschmittel anscheinend recht viel. Vielleicht werde ich einmal im Laden vergleichen, ob es nicht effizientere Sorten gibt.

Nun aber wirklich zur Kalibrierung. Der erste Schritt ist es, die Wasserhärte zu messen. Dazu lag der Waschmaschine ein kleiner Teststreifen bei. Den taucht man kurz in Wasser und wartet eine Minute. Je nach dem wie viele der vier Felder sich verfärben, hat man weiches, mittelhartes, hartes oder sehr hartes Wasser. Bei mir verfärbten sich drei Felder, also ist mein Wasser hart. Ich wohne hier in einer Gegend, wo Kalksandstein abgebaut wird.  Man scherzt immer, dass hier Beton aus dem Wasserhähnen kommt.

Der Teststreifen lag also neben mir und entwickelte so vor sich hin während ich bereits die Waschmaschine auf mein Waschpulver abstimmte. Dazu musste ich den Wert für mittlere Verschmutzung bei Mittelhartem Wasser eintragen. Das waren bei mir 130ml. Danach wird die Wasserhärte gespeichert, wie sie der Teststreifen angibt.

Das war die Kalibrierung. alles recht easy.

Der erste Waschgang

Als erstes musste mein Kopfkissen herhalten. Da ich Allergikerin bin, muss ich das regelmäßig in die Maschine stecken. Es ist sehr leicht aber volumig. Zeit die Dosierhilfe auszuprobieren. Ich steckte also mein Kissen in die leere Maschine, drückte den „Dosierhilfe“ Knopf und „Start“. Die Maschine verriegelte sich, drehte ca. 10 Sekunden die Trommel und zeigte mir dann an „105ml“ Das war etwas mehr als eine halbe Dosierkappe. Ich hätte vermutlich nach Gefühl mehr genommen.

Gleich werde ich schauen, ob mein Kopfkissen sauber und duftig geworden ist und dann geht die Wascherei richtig los. 7kg Fassungsvermögen wollen ausgereizt werden.

Waschmaschine ist fertig!

Okay, ich gebe zu, dieser erste Waschgang hat mich schon ein bisschen beeindruckt. Mein Kopfkissen ist strahlend weiß, es findet sich kein Katzenhaar mehr auf dem Stoff (wer Katzen hat, weiß, dass das eben ein leidiges Thema ist) und es ist fast trocken geschleudert. Ich glaube ich bin jetzt ein Wasch-Nerd.

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9 Kommentare

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  4. Habe mir im Dezember auch eine High-Tech-Waschmaschine gekauft. Eine Dosierhilfe hat meine aber leider nicht 🙁

  5. Dass man die modernen Waschmaschinen kalibrieren muss, war mir neu. Da meine Waschmaschine schon alt ist, muss demnächst eine neue her.

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  7. Cooles Ding, vor allem weil sie eben ökologisch mitdenkt! Kannst du auch was zum normalen Käuferpreis sagen?

    Ich habe mit dem Service von Bauknecht bisher auch nur sehr gute Erfahrungen gemacht. Mir ist mal eine Waschmaschine von Whirlpool (gehört zu Bauknecht) beim Schleudern aufgegangen und hat das Plastik-Innenleben geschrottet. An meine Wäsche kam ich nur mit Hilfe eines Brecheisens. Nach dem ich bei Bauknecht nachgefragt habe, ob denen das Problem bekannt ist, dass ein Toplader nach 2,5 Jahren (also keine Garantie mehr) mal so eben beim Waschgang aufgeht, habe ich eine niegelnagelneue Whirlpool Waschmaschine für nur 120€ bekommen, welche mir natürlich auch geliefert wurde! Fand ich klasse, vor allem während der Ausbildung hat man ja nicht sooo viel Geld!

  8. Wow ich wusste auch nicht dass es sowas gibt. Und so schrecklich teuer sind die „besonderen“ ja offenbar auch nicht mehr. Ich musste mir letztes Jahr auch eine kaufen, meine erste eigene neue. Ist allerdings eine normale Bauknecht geworden. Ich hab auch festgestellt dass ich immer viel zuviel Waschmittel genommen habe, früher hab ich das nach Gefühl gemacht, heute halt ich mich an die Vorgaben uder nehm gleich ein bischen weniger. Sauber wirds allemal. Zum Thema Waschmittel, ich nehme das Colorwaschmittel von Frosch, das finde ich echt super. Ist auch sehr umweltverträglich und vegan 😉

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