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Review: Michel Houellebecq – Gegen die Welt, gegen das Leben (Ein Essay über H.P. Lovecraft)

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Der Henrik sagte mir gestern „In Bezug auf IHN bist du vorhersehbar“ und meinte damit alles was Cthulhu und Lovecraft betrifft und vermutlich hat er da sogar recht. Meine Liebe zum Mythos ließe sich vielleicht auch Besessenheit nennen, wobei ich „Besessenheit“ wieder etwas negativ behaftet finde. Nennen wir es große Leidenschaft, das klingt besser.

Ich habe mir ein Ziel gesetzt, irgendwann Ende letzten Jahres und ich möchte gern eine Sammlung aller Lovecraft bzw. lovecraftinspirierten Filme haben. Das ist gar nicht so einfach, aber wenn es nicht schwer wäre eine Sammlung zu erstellen, dann wäre es wohl auch freudlos. Im Zuge meiner Recherchen auf diversen Portalen, in denen man DVDs kaufen kann, stieß ich auf dieses Buch von Michel Houellebecq. Es ist ein Essay, nein eine Liebeserklärung an Lovecraft, die sein Leben nacherzählt, basierend auf seinem Schriftmaterial interpretiert und einen Einblick in die Welt eines einsamen Mannes zulässt.

Lovecraft war tatsächlich einsam, hegte in frühen Jahren kein Interesse daran, direkten Kontakt zu anderen Menschen zu suchen. Er mochte seinen Garten, seine Tiere und seine Bücher. Generell hatte er sehr viel Hass und grausame Gedanken, die er zu Geschichten verarbeitete und selten nach Außen ließ. Dafür war er zu sehr Gentlemen und auf seinen Eindruck bedacht. Seinen wirklichen Durchbruch als Schreiber erlebte er nicht mehr mit. Er starb am 15. März 1937 in dem Bewusstsein, ein gescheiterter Mann gewesen zu sein.

„Gegen die Welt, gegen das Leben“ könnte, so absurd es klingt, also das Motto des Schriftstellers gewesen sein, der nicht nur damals, sondern auch heute als größter Sonderling gehandelt worden wäre.

Lovecraft war tatsächlich anders – der Welt und Realität schon in jungen Jahren überdrüssig. Er ging an jede seiner Geschichten mit der Einstellung heran, seinen Geist nicht einzuschränken, alles herauszulassen. Keine Zeit mit Banalitäten zu verschwenden, denn das banale Leben interessierte ihn nicht.

Der Essay von Houellebecq ist 126 Seiten lang, lässt sich dementsprechend schnell lesen. Ein packendes Vorwort von Stephen King findet sich auch im Buch, in dem er sein Verhältnis zum lovecraft’schen Kosmos beschreibt. Es ist im Rowohlt-Verlag erschienen und kostet 8€, die es aber auf jeden Fall wert sind, wenn man mehr über Lovecraft erfahren möchte.

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