Das ganz normale Chaos

Red Riding Hood: Rotkäppchen irgendwie anders (kein Spoiler)

| 6 Kommentare

Am Samstag stand nach langer Zeit endlich mal wieder Kino an. Da mir der Trailer schon recht gut gefallen hat, fiel die Entscheidung auf den Film „Red Riding Hood“ in dem die Regisseurin vom ersten Twilight Film Catherine Hardwicke Regie führte.

Story

Valerie ist schon seit ihrer Kindheit in Peter verliebt. Als sie ins heiratsfähige Alter kommt, vereinbart ihre Mutter jedoch eine Verlobung mit dem Sohn des Dorfschmieds, Henry. Dieser ist zwar gutaussehend und versucht Valerie zu imponieren, jedoch kann diese nicht von Peter lassen, der in den Augen der Mutter als Waldarbeiter nicht vermögend genug für eine Heirat mit Valerie ist.

Das Dorf wird seit Generationen von einem Werwolf heimgesucht. Diesem opfern sie zu jedem Vollmond ihr Vieh, damit er das Volk verschont. Als Valeries Schwester in einer Vollmondnacht vom Wolf getötet wird, beschließen die Männer des Dorfs den Wolf zu erlegen. Um ihnen zu helfen erbitten sie den Beistand von Vater Solomon, der schon einige Erfahrung mit der Beseitigung von Werwölfen hat.

Wenig einfallsreich

Der Film hat gute und schlechte Seiten. Die monumentalen Luftaufnahmen von großen Wäldern, wie wir sie schon aus Twilight kennen, wurden auch in Red Riding Hood übernommen. Hätte mans nicht besser gewusst, so hätte man denken können, dieser Film reihe sich irgendwie in die Twilight Filme ein.

Diese Aufnahmen allein können aber nicht über die flachen Dialoge und die verworrene Story und vor allem die Ähnlichkeit zu Twilight hinwegtrösten. Viel Rundherum-Story gibt es nicht und die Gespräche drehen sich fast ausschließlich um das Liebes-Hin und Her der Protagonisten. Viele Dialoge kannte zumindest ich bereits fast 1:1 aus Twilight, als habe man nur die Figuren ausgetauscht.

Amanda Seyfried als Valerie macht trotz allem eine gute Figur. Sie spielt ihre Rolle beeindruckend und überzeugend. Als dann jedoch ihr Vater auftauchte, der gleiche Schauspieler der auch in Twilight den Vater der Bella, also der dortigen Hauptdarstellerin spielt, war ich mir nicht mehr so sicher ob dieses Cast im Film ernst gemeint ist. Hatte man bei dem Film Wettschulden, die man einlösen musste, oder gibt es in ganz Hollywood keine männlichen Schauspieler mehr, die in die Rolle des Vaters von Valerie gepasst hätten?

Ich habe nichts gegen Billy Burke. Nicht im geringsten, da ich aber sein schauspielerisches Talent nur mit den Twilight Filmen vergleichen kann, muss ich zugeben, dass er nicht sonderlich viel Varietät besitzt. Seine Rolle unterscheidet sich bis auf einige Szenen von den Twilight Filmen nur darin, dass er in Twilight einen Schnauzbart besitzt.

Der Film versucht zwar einige Handlungsstränge aufzubauen, aber schafft es nicht diese tief genug auszubauen, dass man als Zuschauer einen Bezug dazu entwickelt. Zudem gibt es so viele Wendungen im Verhalten der Charaktere, dass man ab einem gewissen Zeitpunkt überhaupt nicht mehr weiß, wer was will oder was bezweckt. Das Liebesgeplänkel wirkt beinahe naiv-kindisch aber vor allem inkonsequent.

Ein weiterer Lichtblick des Films ist Gary Oldman als Vater Solomon. Er spielt einen fanatischen Christen und Werwolfjäger, dessen Gründe für die Jagd eher persönliche sind und der sich während seiner Arbeit als Jäger sehr verändert hat und manchmal so weit vom Menschsein entfernt ist, dass er jeden „beseitigt“ der nur ansatzweise seiner Sichtweise widerspricht. Auch Julie Christie als Großmutter muss erwähnt werden. Sie ist eine schillernde Persönlichkeit und hat meiner Meinung nach im Film die beste Arbeit gemacht.

In der zweiten Hälfte des Films gibt es immer mal wieder Bezüge zum Original Märchen, was ich zwar amüsant aber für die Geschichte des Films als störend empfand, da es gewisse Erwartungen weckte. Diese hätte ich gern entweder im ganzen Film ein bisschen verteilt gehabt oder gar nicht. So wirkte es sehr aufgesetzt. (So aufgesetzt, dass im Kino ein genervtes Raunen durch die Reihen ging)

Für wen ist dieser Film etwas?

Wer die Twilight Filme mag und in dem Stil eine Kopie mit einer anderen Hintergrundgeschichte haben möchte, wird diesen Film sicher ganz gut finden. Ich denke er ist auch eher an etwas jüngeres Publikum gerichtet. Auch wenn die Herzschmerzgeschichte irgendwie nicht glaubwürdig herüber kommt, ist es doch der stärkste Handlungsstrang. Wer schnulziges Geplänkel nicht mag, sollte Abstand vom Film nehmen.

Allen anderen empfehle ich, sich das Geld fürs Kino zu sparen. Auf einer Skala von 1-6 würde ich dem Film eine 3 geben, weil einige Schauspieler eine gute Leistung erbracht haben. Trotzdem ist der Film höchstens Durchschnitt, mehr nicht.

 

 

 

 

6 Kommentare

  1. Pingback: /|(;,;)/|

  2. Pingback: /|(;,;)/|

  3. Hallo Ricarda,

    ich will dir hier mal ein etwas vom Wege abweichendes Kompliment hinterlassen. Den von dir besprochenen Film kenne ich nicht, werde ihn mir wahrscheinlich auch nicht ansehen, denn er ist schlicht und einfach nicht ein Genre, das ich besonders mag. Mein Kompliment geht daher in eine ganz andere Richtung: Ich finde es toll, wie klar du deinen Beitrag aufgebaut hast und trotz naturgemäß enthaltenem Lob und Tadel alles sehr sachlich und v.a. gut begründet und nachvollziehbar machst. Du hast eine Meinung, grängst sie aber niemandem auf, sondern gibst gebründete Entscheidungshilfe. Das ist meiner Meinuung nach Sinn und Zweck einer Kritik. Also: Kompliment!
    LG

  4. Das Geld für den Kinofilm lieber in die DVD von Hoodwinked! (Die Rotkäppchenverschwörung) investieren! 🙂

  5. *von meiner to-watch-Liste streich*

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.