Das ganz normale Chaos

Meine Bücherkiste 4-6

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Die Bücherkiste der gelesenen Bücher hat sich nun weiter gefüllt. Drei weitere Bücher sind hinzugekommen und warten darauf, besprochen zu werden.

Klein Ricarda beim Lesen

Terry Pratchett – Alles Sense!

Terry Pratchett - Alles Sense Klappentext:

Auf der Scheibenwelt herrscht bezüglich des Lebens nach dem Tod ebenso große Uneinigkeit wie anderswo. Doch eines hätte einfach nicht passieren dürfen: dass man Tod, dem Sensenmann der Scheibenwelt ein Stundenglas in die Hand drückt und ihn pensioniert. Der Schnitter jedenfalls ist stockbeleidigt, macht sich vom Totenacker und schwingt die Sense nur noch beim Heuen. Bleibt den lieben Verschiedenen vorerst nichts weiter als die Untoten-Selbsthilfegruppe- Himmel oder Hölle, das Leben ist wirklich ein Jammertal, wenn man nicht einmal ordentlich sterben kann…

Kurzfassung:

Der Tod, ist sich seines Jobs sicher und verrichtet Tag für Tag seine Arbeit, so wie sie vorgesehen ist. Tage an sich haben für ihn genauso wenig Bedeutung wie Zeit im Allgemeinen. Das ändert sich schlagartig, als er sein eigenes Stundenglas inmitten der anderen findet. Das Stundenglas ist eine Sanduhr in der die Lebenszeit eines Lebewesens gezählt wird. Dem Tod wird auf einmal klar, dass auch er sterblich ist und hängt seinen Job frühzeitig an den Nagel um auf die Scheibenwelt zu reisen und seine Zeit mit etwas anderem zu verbringen wie zuvor.

Währenddessen gibt es ein Problem. Ohne Tod können die Menschen nicht mehr sterben. Im Besonderen trifft es Windle Poons, den greisen Zauberer, der sich schon auf den Tod vorbereitet hat und seine Zaubererkollegen, die sich eigentlich auch schon mit dem Ableben von Poons abgefunden hatten und denen es nicht unbedingt recht war, dass der Tod nicht so eintraf, wie geplant.

Gleichzeitig tauchen in der Scheibenwelt hübsche kleine Schneekugeln auf, die dann wieder verschwinden. Stattdessen finden sich auf einmal überall Einkaufswagen und keiner weiß wo sie herkommen, aber alle finden  sie furchtbar praktisch, bis sich die Wagen auf einmal gegen die Besitzer wenden.

Der Tod vertreibt sich die restliche Zeit als Hilfsarbeiter namens Bill Tür bei Frau Flinkwert auf ihrer Farm. Dort lernt er das Leben kennen und Lieben und entschließt sich, seinen Job als Tod nicht einfach so aufzugeben und sich gegen den neuen Tod durchzusetzen.

Meine Meinung:

Terry Pratchett schafft es, mit jedem Buch seiner Scheibenweltromane neue Facetten zu seiner absurden und grotesken Welt hinzuzufügen. Immer wenn man denkt, dass es eigentlich nichts abwegigeres geben könnte, setzt er noch einen drauf. Pratchett schreibt ausführlich, verschachtelt und man muss wirklich aufmerksam lesen, um alles im Kopf zu behalten, was er sich zusammenschreibt. Das macht das Lesen von Pratchettbüchern anstrengend und Schnell- bzw Vielleser wie ich sind dann immer recht frustriert wenn der Kopf und die Augen nach 20 Seiten einfach nicht mehr mitlesen wollen.

Die Geschichte des Buchs “Alles Sense!” ist hingegen wirklich klasse. Da hat man zum einen den Tod mit seinem inneren Konflikt mit dem Leben und seiner Erkenntnis wie viel das Leben wert ist. Und auch die Erkenntnis, dass man etwas nur zu schätzen weiß, wenn man es nicht mehr hat oder es abzusehen ist, dass man etwas verliert.

Zum anderen ist dann der Erzählstrang vorhanden der sich mit den Konsequenzen auseinandersetzt, die das Handeln des Tods mit sich gebracht haben. Keiner kann sterben und die Lebensenergie bleibt auf der Welt und sorgt für vielerlei Unruhen.

Mir hat das Buch, trotz der vorher genannten Frustration beim Lesen, wirklich gut gefallen und ich würde es sicher auch irgendwann noch einmal lesen wollen, denn bei jedem Lesen findet man bestimmt neue Einzelheiten, die einem vorher gar nicht aufgefallen sind.

Anne Rice – Hexenstunde

Anne Rice - Hexenstunde Klappentext:

Seit Michael Curry bei einer Springflut beinahe ertrunken wäre, ist er nicht mehr derselbe Mensch. Zwar konnte ihn die Ärztin Rowan Mayfair wieder ins Leben zurückholen, doch seither verfügt Curry über die Gabe der Psychometrie: Er kann hellsehen, sobald er einen Gegenstand oder eine Person berührt. Weder er noch Rowan ahnen, dass es hier um wahre Hexerei geht. Und dass ein Dämon auf seine Chance lauert, durch ihre Hilfe Gestalt anzunehmen…

Kurzfassung:

Rowan Mayfair ist eine erfolgreiche Ärztin, doch war sie immer etwas anders als alle anderen um sie herum. Sie weiß, dass sie von einer Cousine dritten Grads adoptiert wurde und eigentlich aus New Orleans stammt. Zu ihrer Familie dort und auch zu ihrer Mutter hat sie allerdings keinen Kontakt und weiß auch nicht, durch welche Umstände sie von dort wegmusste. Als ihre Adoptiveltern sterben, verbringt sie ihre Zeit meist mit Arbeiten und wenn sie dann doch nach Hause muss, schläft sie in der “Sweet Christine”, einem Schiff, was sie von ihrem Adoptivvater geschenkt bekommen hat. An einem der Abende, die sie auf der “Sweet Christine” verbringt, sieht sie einen Mann leblos im Wasser treiben und rettet ihn. Bei dem Mann handelt es sich um Michael Curry, einem Unternehmer, der versehentlich vom Wasser mitgerissen wurde und beinahe ertrinkt. Für Michael und Rowan ist dieser kurze Augenblick in dem sie miteinander konfrontiert werden lebensverändernd. Michael kann nach dem Vorkommnis hellsehen, wenn er etwas mit seinen Händen berührt. Das treibt ihn beinahe in den Wahnsinn und er verkriecht sich in seinem Haus und trank sich jeden Tag beinahe besinnungslos. Lediglich seine Tante Viv versorgt ihn mit dem Nötigsten.

Über seinen Arzt versuchte er Kontakt zu Rowan herzustellen, um herauszufinden, was an jenem Abend geschehen ist. Auch möchte er versuchen durch Berühren des Decks des Schiffes mehr darüber herauszufinden was er in der Phase seines Todes gesehen hat, denn er ist der festen Überzeugung, dass höhere Mächte ihm eine Aufgabe gegeben haben und er nur deswegen noch am Leben sei. Rowan zeigt sich hilfsbereit und bringt ihn zu ihrem Schiff. An dem Tag verlieben sich Rowan und Michael und beschließen, zusammenzubleiben.

Zwischendrin taucht ein seltsamer Engländer auf, der unabhängig versucht sowohl zu Rowan als auch Michael Kontakt aufzunehmen. Dieser Herr stellt sich als Mitglied der Talamasca vor. Dies ist ein Geheimbund, der sich mit der Aufzeichnung übersinnlicher Vorkommnisse beschäftigt. Von Michael erfährt er aus der Zeitung und die Geschichte von Rowans Familie wird schon seit Jahrhunderten von der Talamasca aufgezeichnet und archiviert.

Michael hatte vor seiner Fahrt zu Rowan beschlossen, zurück nach New Orleans zu gehen, dem Ort an dem er aufgewachsen ist. Nach der Liebesnacht mit Rowan bricht er auch zur Reise auf. Kaum d
ort angekommen, stirbt Rowans leibliche Mutter. Rowan, die ihre Mutter unbedingt noch ein mal sehen möchte, bevor sie beerdigt wird, reist ebenfalls nach New Orleans und trifft dort ihre sehr alte Großtante Charlotte, die am Tag der Beerdigung von Rowans Mutter selbst verstirbt. Plötzlich ist Rowan Alleinerbin des “Vermächtnisses”. Dieses umfasst nicht nur eine schwindelerregend große Menge an Geld, sondern auch einen Fluch, der die Familie seit jeher begleitet und einige ihrer Ahnen bereits ins Verderben gestürzt hat. Zusammen mit Michael und Aaron, dem Mann der Talamasca versucht sie gegen den Fluch zu kämpfen, stellt aber schnell fest, dass die Dunkelheit ihre eigene Anziehungskraft hat, die jeglicher Beschreibung spottet.

Meine Meinung:

Dieses Buch ist ein ziemlicher Schinken! 1086 Seiten umfasst der erste von drei Bänden zu diesem Thema und ist damit eins der dickeren Bücher, die in meinem Regal stehen. Ich brachte dem Buch wegen der Länge große Skepsis entgegen, denn oft, verlieren sich Autoren in ihren Geschichten und man merkt, dass man die Geschichte eigentlich nur noch diagonal lesen möchte. Bei diesem Buch hatte ich einige wenige Male das Gefühl nur noch umblättern zu wollen. Das wurde verursacht durch die vielen Wiederholungen in der Mitte des Buches, als es um die Akte der Mayfair Hexen ging. Ansonsten halten sich die Wiederholungen selbst aber in Grenzen und das Buch wird auch über lange Strecken nicht langweilig sondern behält seine Spannung. Ich freue mich bereits auf die anderen Beiden Bände um sie zu lesen und hoffe es geht genauso spannend weiter.

Daniel Glattauer – Gut gegen Nordwind

Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind Klappentext:

Emmi Rothner möchte per E-Mail ihr Abo der Zeitschrift Like kündigen, doch durch einen Tippfehler landen ihre Nachrichten bei Leo Leike. Als Emmi wieder und wieder E-Mails an die falsche Adresse schickt, klärt Leo sie über den Fehler auf. Es beginnt ein außergewöhnlicher Briefwechsel, wie man ihn nur mit einem Unbekannten führen kann. Auf einem schmalen Grat zwischen totaler Fremdheit und unverbindlicher Intimität kommen sich die beiden immer näher bis sie sich der unausweichlichen Frage stellen müssen: Werden die gesendeten, empfangenen und gespeicherten Liebesgefühle einer Begegnung standhalten? Und was, wenn ja?

Kurzfassung:

Als Emmi ihr Zeitschriftenabo kündigen will, landet sie versehentlich nicht bei dem Zeitschriftenverlag sondernd bei Leo Leike, der prompt antwortet. Durch eine Massen-Weihnachtsgruß Email kommen beide wieder in Kontakt und schreiben sich in gewisser Regelmäßigkeit Emails in denen sie Plaudern, Flirten und sich versuchen gegenseitig verbal zu duellieren. Bald kommt es zu mehr als freundschaftlichen Gefühlen zwischen beiden und ein Treffen zwischen beiden scheint unausweichlich, doch Emmi ist verheiratet und Leo hat gerade eine unglückliche Beziehung beendet und irgendwie scheinen sie trotz allem nicht zueinander finden zu wollen.

Meine Meinung:

Das Gute an dem Buch ist, dass man es schnell und einfach herunterlesen kann. Die 223 Seiten waren an einem Abend gelesen ohne dass ich mich groß anstrengen musste. Die Form, den kompletten Roman in Emails abzudrucken, gefällt mir. Es ist einmal was anderes und erfrischend zu lesen. Nun das große ABER. In dem ganzen Buch schafft der Autor es nicht mir die beiden Hauptpersonen ans Herz wachsen zu lassen. Dem Buch fehlt es über weite Strecken an Glaubwürdigkeit. Man nimmt den Hauptpersonen ihr Geschriebenes nicht ab. Die Mails wirken (bis auf einige wenige) einfach nur dahin geklatscht. Kein Knistern zu spüren, keine Nähe zwischen den beiden Akteuren. Man möchte sogar denken, dass die beiden sich eigentlich gar nicht leiden können, so wie sie mit jeder Mail versuchen sich über ihr gegenüber zu stellen und sich besser aussehen zu lassen. Es wurde kein wirklicher Spannungsbogen aufgebaut. Am Ende sitzt man dann da und sagt “Und nu? Wozu das?” Wozu weiß ich jetzt. Es gibt einen zweiten Teil. Aber ob ich den lesen will? Da bin ich nicht so sicher.

3 Kommentare

  1. Blogblume vermeldet: Meine Bücherkiste 4-6 (http://cli.gs/rUtb6) #Alles_Sense #Anne_Rice #Buecherkiste #Bücher #Hexenstunde

  2. Pingback: Anne Rice: Tanz der Hexen Buchrezension

  3. Terry Pratchett…

    einer der ganz Großen,
    Habe alles von ihm verschlungen, auf Deutsch.
    Als ich in England zu tun hatte, las ich ein Buch von ihm auf Englisch.
    Auch wenn ich nicht jedes Wort verstand (geb ich gern zu) war es eine Offenbarung! Der Humor ist im Original so viel besser.
    Also, mein Tipp: Ruhig mal einen Terry Pratchett im Original lesen, lohnt sich.
    Ach ja, guter Blog übrigens 😉

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