Das ganz normale Chaos

Manchmal..

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… muss man einfach drauf los schreiben, ohne vorher einen Plan oder eine Vorstellung zu haben, wo man hingeht oder ob ein Text überhaupt Lesequalität erreicht. Ich habe ja einige Blogs in meinem Feedreader, die ich regelmäßig lese. Einige aus der Blogosphären Clique, wo jeder jeden kennt und dann auch einige bei denen ich laut Google Reader anscheinend die einzige Abonnentin bin. Das macht mir aber nichts. Ich lese alle gern und gerade bei denen, die eben nicht so viel abonniert sind, erkennt man dass hinter den Beiträgen viele Gedanken stecken und sehr viel Mühe. Oftmals das einfache “von der Seele schreiben”, was jeder von uns kennt und weswegen die meisten sicherlich auch zu Bloggen begonnen haben.

Was mir gefällt ist der Spung zwischen den vielen verschiedenen Themen aller Blogs die ich abonniert habe. Da lese ich beim Revolvermann einen Artikel über seine Lieblingsapps für das Androidphone. Und nicht nur das Thema interessiert mich, sondern sehe ich an dem Umfang des Artikels genauso, dass er sich wirklich Gedanken gemacht hat, wie er seine Worte richtig verpackt. Bevor ich zum nächsten Artikel klicke, schreibe ich schnell einen Kommentar und hoffe für mich, dass es mir viele gleichtun werden, denn ich mag es, wenn man den Enthusiasmus des Autors in jedem Satz mitlesen kann.

Der einige Male drücke ich im Reader das “J” und bleibe dann am Artikel von I love Electru hängen. Ich starre ein paar Minuten auf das Bild und meine Gedanken verlieren sich darin. Ich denke an ähnliche Lichtmalereibilder, die ich schon einmal gesehen habe und vergleiche sie mir dem was ich sehe. Ich finde dies hier besser. Ich überlege mir wie der Künstler es wohl so exakt zu Stande gebracht hat, dann erst fällt mir auf, dass er wohl eine Wunderkerze oder etwas ähnliches verwendet haben muss. Ich beschließe, dass mir das Bild gut gefällt und drücke wieder das “J”.

Ich bleibe an einer alten Zeitungsanzeige kleben, die Robert ausfindig gemacht hat. Groß die Überschrift “18 Pfund habe ich zugenommen” Dazu ein Foto einer hübschen Frau mit Pfeilen auf Gesicht, Oberarme und Busen. Ich stutze. Die Überschrift widerspricht dem was ich mit dem Foto in Verbindung gebracht hätte. Leben wir doch in einer Gesellschaft von Abnehmern. Ich lese weiter: “Welche Freude! Endlich brauche ich nicht mehr meine unschöne Schlankheit zu verbergen.” Ich schmunzle und beinahe kommt mir ein geflüsterte “Ach die gute alte Zeit” über die Lippen. Aber nur beinahe. Die Werbung ist für Eta-Tragol-Bonbons die einem 10-30 zusätzliche Pfund in wenigen Wochen versprechen. Mir kommt in den Sinn wie deplaziert die Werbung zu unserer Zeit wäre. Damals scheint es geklappt zu haben, als Frauen noch Frauen waren. Ich google nach Eta-Tragol Bonbons und stelle fest, dass tatsächlich kein Bedarf mehr daran bestehen kann. Es finden sich nur alte Werbeanzeigen. Die Firma ETA hat anscheinend noch andere interessante Dinge verkauft.

Aufklärende Worte für Eheleute

Alte Werbeanzeige aus den 20ern

“Nahtlose Gummiwaren”…”nicht an Minderjährige”… Ach war man damals verklemmt. Heute gibt es in der Fernsehwerbung zwischen den Vorabendserien Werbung für Scharmhaarfrisurschablonen. Damals verpackte man alles noch in anständige Worte.. Ach die gute alte Zeit. Nostalgisch drücke ich weiter aufs “J” und lande bei Jolly Rotten.

Sie hat verschiedene Charaktere in ihr Moleskin gezeichnet und ich erwische mich dabei, bei dem ein oder anderen zu denken “Der sieht doch aus wie…” “also wenn der noch nen bisschen mehr Bart hätte..”

Dann überlege ich mir, mit welchem ich mich am ehesten verabreden würde. Ich stelle fest, mit den Glatzen eher nicht, auch wenn der dünne Typ recht unschuldig dreinblickt. Meine Gedanken schweifen ab und ich denke an meine letzten Konzerte, wo die Prototypen dieser Skizzen anwesend waren. Ich stelle fest dass ich wieder zu ‘nem Konzert muss. Natürlich ausschließlich wegen der Musik versteht sich.

Das “J” kommt wieder zum Einsatz. Es folgen einige wenige Benachrichtigungen von Favstar, dass Tweets von mir gefavt wurden. Ich schaue auf der Seite nach und schmunzle über den ein oder anderen Tweet. Beim erneuten Druck auf das “J” fällt mir auf, dass meine Feedreader keine ungelesenen Beiträge mehr anzeigt. Ich atme auf “Endlich durch”.

Eine innere Stimme fragt sich “Soll ich noch was bloggen?” Doch ich verneine. Es ist immerhin schon halb fünf und die ersten Vögel singen. Erst sollte ich schlafen gehen. Mein letzter Gedanke, bevor ich einschlafe ist die Frage, wovon ich wohl träumen werde. Bei diesem Themenmix.

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10 Kommentare

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  6. Also ich finde das der Artikel wirklich klasse geworden ist, dafür das man Manchmal einfach so drauf los schreibt. Und Ricarda von welchem Thema hast du geträumt? Das batman Bild finde ich übrigens sehr interessant.

  7. Manchmal sollte man drauf los schreiben, die Worte und Gedanken der Freiheit entgegen streben lassen. Nachdem man dann den Button „Publizieren“ geklickt hat genießt man ein wenig die Zeit und liest sich später diesen Artikel durch. Hin und wieder kann man dann von sich selbst überrascht werden. Zumindest geht es mir so, wenn ich meinen Worten freien lauf lasse.

    Ein schöner Artikel – Danke.

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