Das ganz normale Chaos

#inWoche? Wie wäre es mit einer Sinnwoche?

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Die Piraten wollten nie so werden wie die anderen, die „etablierten“ Parteien. „Was ist an denen so verwerflich?“ wird sich jetzt der ein oder andere fragen. Sie behandeln Probleme nur dann, wenn sie mit einem großen Aufschrei durch die Bildzeitung das Volk gehen. Sie machen dann irgendwas, um die Leute ruhig zu stellen, um sich dann weiter um nichts zu kümmern oder um die Dinge zu kümmern, die ihnen und Lobbygruppen Vorteile bringen.

Symbolpolitik. Politik mit dem einzigen Nutzen, den Leuten zu beweisen, man mache ja was und man kümmere sich, aber ohne wirkliche Ergebnisse zu liefern. Scheinpolitik? Ja das passt vielleicht auch. Ich bin kein Mitglied der Piraten, wähle sie aber, seit es sie gibt, weil sie mir eine Alternative versprachen. Sie waren auch eine Alternative. Ob sie es jetzt noch sind? Es nimmt immer groteskere Züge an.

Was sehe ich in den Medien? Ich sehe, wie eine Piratin von ihren eigenen Parteikollegen gemobbt wird, weil sie privates twittert und die Medien drauf geifern. Aber nicht die Medien seien schuld, sondern die Piratin, die genau das macht, was wir alle auf Twitter machen. Gedanken austauschen. Das soll sie nun nicht mehr? Sie schade der Partei? Nein, sie hat genau den Draht zu den Leuten auf Twitter, die die Piraten ihre Wählergruppe schimpfen. Schämt euch.

Dann sehe ich homophobe Tweets. Sehe Tweets in denen Homosexuelle in der Piratenpartei als rühriger Gruppe bezeichnet werden, die nur ihre eigenen Interessen durchsetzen will. Schockierend und erschreckend.

Dann sehe ich als nächstes antisemitische Tweets. Auch von einem Piraten. Die Piraten nannten sie offiziell ein versehen, da die Piraten kein Antisemitisches Gedankengut verbreiten. Macht Sinn. Wenn der Pirat ist und sowas twittert, kann es nicht antisemitisch sein, weil Piraten ja nicht antisemitisch sind.

Alles Probleme, die nach außen dringen und die nicht nur Klärung, sondern eine ERKLÄRUNG erfordern. Und was bekommen wir? Die Woche des Generischen Femininum. Piraten reden von sich als Piratinnen. Menschen und Männer sind jetzt generell Frauen. Diebe zu Diebinnen, Mörder zu Mörderinnen, Vergewaltiger werden zu Vergewaltigerinnen.

Die Aktion soll den Männern zeigen, wie es ist, wenn man „mitgemeint“ ist. Sie sollen spüren wie Frauen sich fühlen. Ich schüttle den Kopf. Die meisten Frauen, die ich kenne, hatten NIE ein Problem, sich mitgemeint zu fühlen. Wenn jemand sagt „Wer ist Blogger“, dann zeige ich auf, weil ich mich angesprochen fühle.

Transgender werden hier übrigens mal wieder ausgeschlossen. Feministische Verbohrtheit und die Ignoranz, dass es mehr gibt, als Männchen und Weibchen.

Diese Aktion ist Symbolpolitik. Diese Aktion wird nichts weiter bringen, als dass sich die Frauenquotenheinis und -heininnen den Bauch pinseln können, wie toll es war und wie sehr die Aktion gerockt hat. Für den Rest von uns bleibt nur ein Kopfschütteln. Darüber, dass wir das überhaupt diskutieren müssen, darüber, dass dieses Thema wichtiger ist, als die vorgenannten Vorfälle.

Anatol Stefanowitsch schrieb übrigens im Piratenpad zur Anmeldung für die #inWoche: „bin grundsätzlich für Symbolpolitik)^^ i call it werbung ;)“ 

Sind die Piraten für mich noch wählbar? Ich weiß es ganz ehrlich nicht mehr. Diese Aktionen schaffen es, dass ich sie nicht mehr ernst nehmen kann. Ich dachte, die Piraten sehen die Geschlechtersache unverkrampft. Geschlechter seien unwichtig. Der Mensch zählt. Stattdessen werden die Piraten zur Feministinnenpartei mit dem Wunsch auf höchste Political Correctness ohne Rücksicht auf Verluste. Wer sich verplappert bekommt einen drauf.

Wie wäre es mit einer Sinnwoche? Eine Woche in der Piraten ihre Probleme mal alle öffentlich lösen und den Wählern zeigen, dass man ihnen vertrauen kann und das man die Kritik ernst nimmt. Bei ernsten Themen.

So scheint es für mich wie ein Zirkus, mit dem man sich selbst ein bisschen feiern und beweihräuchern kann. Solche Parteien brauche ich nicht. Solche Parteien braucht Deutschland nicht. Die haben wir schon genug.

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  14. Für mich sind die Piraten eh durch. Die Sache mit den Blogger-Abmahnungen und andere Themen in den letzten Wochen, bei denen in meinem Kopf das Wort „Piratenpartei“ aufleuchtet, wurden nicht aufgegriffen.

    Es gibt nur noch Personalmimi, man thematisiert die Legalisierung von Drogen und Feminismus ist superduperwichtig.

    Die „Netzpartei“, die ich mal gewählt habe, scheint es nicht mehr zu geben.

    • Doch, sie gibt es noch. Das Problem ist nur, dass jetzt einige Leute gemerkt haben, man könne mit uns Piraten irgendwie Karriere machen. Die versuchen dann, Themen an uns dran zu tacken, die eigentlich in andere Parteien gehören. Ich habe große Hoffnung, dass sich meine Partei noch rechtzeitig vor der Bundestagswahl klar zu ihren Kernthemen bekennt und rechtzeitig merkt, sich nicht von Trittbrettfahrern der Marke „Genderama Mama“ oder anderen für späte Karrieren missbrauchen zu lassen. Die kommen aus anderen Parteien, haben es dort nicht geschafft und wollen nun uns mit ihren früheren Missgriffen „beglücken“. #FAIL

      Kopf hoch und schreib‘ uns PIRATEN noch nicht ganz ab!

      Rainer, Pirat (Wähler schon länger, Mitglied seit 2012)

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  25. Eigentlich hatte ich hier vor, einen langen Text zu schreiben, denn mir fällt so viel zu diesem „Unsinn“ ein… das meiste hat Tiia ja auch schon so oder so ähnlich hier geschrieben, aber nach einigem Nachdenken, fiel mir auf, das sich das ganze recht einfach auf folgenden Punkt runterbrechen lässt:

    Die Piraten werden immer mehr zum Ziel von egozentrischen, egoistischen Einzelpersonen oder kleinen Gruppen, die versuchen, mit mehr oder weniger viel Lärm so viel Krach zu machen, das andere auf diesen teils recht bizarren, teils manchmal weltfremden, teils auch mal absolut sinnbefreiten Zug aufspringen. Hat man eine große Menge „Publikum“ findet man halt auch für den „dümmsten Scheiß“ Leute, die mitziehen. Hier wird nichts anderes als die Partei versucht zu instrumentalisieren… und ein nicht geringer Teil der Piraten tut was? Einfach zusehen… dieses Feminismus-Thema ist halt nur der aktuellste von vielen… leider ist es als Mann recht schwierig, das den Betreffenden gegenüber auch zu kommentieren, denn wenn man das so äußert, wie ich es hier gerade tue, wird man ganz schnell auf irgendeine Anti-Gleichstellungs-Schiene geschoben und die Ohren sind zu.

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