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Gleichberechtigung = Gleichschaltung um jeden Preis?

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Ich bin – unverkennbar – eine Frau. Ich habe das Glück in einer Zeit zu leben, in der es mir als Frau nicht schwerer gemacht wurde, als es meine männlichen Mitmenschen hatten. Wenn ich was wollte, habe ich so lang darauf hin gearbeitet, bis ich es erreicht habe. Ich fühle mich frei in dem was ich mache und was ich möchte.

Trotzdem kommt man als Frau nicht drum herum, sich mit dem Thema Gleichberechtigung zu beschäftigen und ich sehe auch, dass es Situationen gibt, in denen es noch keine totale Gleichberechtigung gibt. Das ist leider so und daran muss sich ganz klar etwas ändern. Gleichzeitig habe ich im Zuge dieser Gleichberechtigungsbewegung immer öfter das Gefühl mich dafür entschuldigen zu müssen, eine Frau zu sein. Nicht weil ich unterdrückt werden würde, sondern eben WEIL ich frei und offen lebe. Da beginnt für mich der Irrsinn.

Gleichberechtigung bedeutet, im Geschlechterfall, dass beide Geschlechter die gleichen Rechte und auch Pflichten haben. Sie sollen bei gleicher Arbeit das gleiche verdienen, sie sollen den gleichen sozialen Stellenwert und die gleiche gesellschaftliche Anerkennung bekommen. Das klingt erst einmal gut. Aber immer wieder scheint es mir, als würde im Rahmen dieses Strebens nach Gleichberechtigung das „Frausein“ als Schwäche gesehen. Als würde man nur dann gleichberechtigt sein können, wenn man sich wie ein Mann verhält. Als wäre es schlimm gern Frau zu sein.

Das nimmt mitunter groteske Formen an. Zieht man sich aufreizend an oder trägt auffälliges Make-Up wird man gleich abgewertet. Wer sein „Frausein“ betont und auslebt, wird als Bremse der Gleichberechtigung betitelt. Gleichberechtigung muss doch nicht bedeuten, dass wir uns alle Gleichschalten müssen. Mir stößt es bitter auf, wenn ich sehe, dass einer Frau im Rahmen der Gleichberechtigung die gleichen Dinge „ausgeredet“ und „untersagt“ werden, wie sie zu Zeiten der Unterdrückung der Fall waren.

Unter Gleichberechtigung fallen für mich die Dinge, die ich oben bereits aufzählte. Gleichberechtigung ist für mich aber keine Gleichschaltung. Wenn ich als Frau frei leben möchte, dann so wie ich es will und nicht so wie andere es für mich vorsehen. Ich will für mein freies Leben nicht kritisiert werden. Ich will einen tiefen Ausschnitt tragen dürfen, ohne das meine Intelligenz angezweifelt wird. Ich will Make-Up tragen dürfen ohne dass man mich als einfältig bezeichnet. Ich würde mich freuen, wenn Menschen endlich ihre Vorurteile ablegen. „Frei“ sollte „Frei“ bleiben. Nur wer frei lebt, kann auch gleichberechtigt leben.  Gleichberechtigung bedeutet nämlich auch, die Unterschiede untereinander zu erkennen und zu akzeptieren.

Ein weiterer interessanter Artikel zum Thema findet sich hier: Frauen sind mehr als weiblich sozialisierte Wesen 

 

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  5. Nun, diesen „Rest“, den du beschrieben hast, kriegen wir auch noch weg. Erstmal ist – finde ich – angesagt, dass die immer ungleichen Löhne für gleiche Arbeit verschwinden müssen. Dann ist eine Bedingung für ein „freies“ Leben in deinem Sinne schon einmal besser möglich als im Moment noch. Ich versuche schon mein Leben lang, nicht so viel auf das Urteil anderer Leute zu geben. Wahrscheinlich wird es immer so sein, dass Menschen, die anders leben als die „schweigende“ Mehrheit es etwas schwerer haben. Daran ändert die Aufgeklärtheit, die wir uns heute bescheinigen, immer noch wenig. Wir sollten uns nichts vormachen, reaktionär denkende Menschen wird es immer geben. Und die kriegste auch nicht weg.

    • Wo gibts denn diese ominösen ungleichen Löhne für gleiche Arbeit?
      Mir ist jedenfalls kein Tarifvertrag oder Entlohnungstabelle bekannt, die nach Geschlechtern unterscheidet.

  6. Ist das schlimm wenn ich Dir als Mann recht gebe? Ich sehe das genau wie Du. Allerdings wird mir auch oft nachgesagt ich sei eh ein Sonderfall.
    Schön finde ich auch den Satz “gleiche Rechte, gleiche Pflichten“. Letzteres wird leider von manchen Frauen gerne unter den Tisch gekehrt. Die haben dann Gleichberechtigung noch nicht ganz verstanden.
    Wer es allerdings verstanden hat sollte es auch leben und zwar so wie Du es beschreibst. Allerdings wird es noch in Jahrzehnten Männer geben die es nicht akzeptieren bzw. kapieren. Die richtigen Frauen sollte das aber nicht abschrecken sondern eher noch stärker machen 😉

    • Es ist beängstigend dass es nicht einmal Männer, sondern Frauen sind, die diese neue Unterdrückung leiten. Oft bekommt man nämlich von Frauen an den Kopf geworfen man würde sich einem Rollenbild unterwerfen wenn man seine Weiblichkeit auslebt. Ich finde es sehr traurig, wenn sowas sozusagen aus den „eigenen Reihen“ kommt.

  7. Dazu sollte auch die andere Seite kommentiert werden. Warum ein Mann im Scheidungsfall Allimente einer Frau bezahlen soll, die mehr verdient als er selbst.
    Warum eine Frau in einer Disco freien Eintritt hat und der Mann 30 Euro bezahlt.
    Warum der Mann (z.B. in der Schweiz) Militärpflichtig ist und die Frau nicht.

    Wenn du von Gleichberechtigung sprichst, nehme ich dir nicht ab, dass du die Vorteile -Frau zu sein- aufgeben würdest.

    Überall wird Gleichberechtigung gefordert, was aber nirgends verstanden wird;
    Gleichberechtigung bedeutet gegenseitigen Respekt vor dem Geschlecht. Das Wort Gleichberechtigung enthält das Wort „Recht“. Doch wie du sagst gehören dazu auch Pflichten und die möchte man nicht unbedingt auf sich nehmen müssen.

    Btw: „Ich will Make-Up tragen dürfen…“ & „nicht so wie andere es für mich vorsehen“. Passt irgendwie nicht so ganz zusammen.

    • Ich gebe dir in allen Punkten Recht. Sexismus und Diskriminierung beider Geschlechter findet in unserem Alltag jeden Tag statt. Genauso beobachte ich eine Verschiebung zur Unterdrückung des Mannes hin. Das beginnt in der Schule und entwickelt sich immer weiter.
      Ich frage mich nun welche Vorteile ich als Frau habe? Ich besuche keine Discos in denen ich freien Eintritt bekomme, damit die zahlenden Männer etwas zu gaffen haben. Ich bin gegen den Militärdienst sowohl bei Frau als auch beim Mann.

      Wieso passt es nicht zusammen, wenn ich sage, dass ich mich schminken und kleiden möchte wie ICH es will, ohne dass mir jemand dazwischen redet oder mir sagt, wie ich es zu machen habe? Das hat immer etwas damit zu tun, wie man seine Persönlichkeit optisch zum Ausdruck bringen möchte und würde ich mich wie das Mauerblümchen anziehen wie es manche (Männer und Frauen) gern hätten, käm ich mir verkleidet vor.

      • Weil es einen Grund hat, weshalb man sich auf bestimmte Arten Kleidet oder Make-up trägt. Wir passen uns unserem Umfeld an. Wenn das niemand tun würde, würdest du es auch nicht tun.

        Damit will ich sagen, dass sich der Mensch seinem Umfeld anpasst. Wenn du dich schminkst, tust du das um jemandem zu gefallen. Ob das für dich selbst ist oder für jemand anderes ist schlussendlich egal. Die Gesellschaft hat uns erzogen. Was wir tragen sollen, wie wir auszusehen haben, wie wir uns zu verhalten haben und genauso wie wir mit anderen Menschen umgehen.

        Du bist da nicht anders als jeder andere auch, der sich der Gesellschaft hingibt.
        Das soll keine persönliche Kritik sein, nur etwas worüber sich jeder Bewusst sein sollte. Das wir im Grunde genommen garnicht so anders sind.

        • Und da sind wir an einem Punkt wo ich dir widerspreche 😉
          Ich ziehe mich nicht so an wie ich es tue um jemandem zu gefallen oder trage Make-Up um irgendwem zu gefallen oder mich anzupassen, sondern ich mach es um mir zu gefallen und einmal anders auszusehen. Ich sehe es als meine einzige Möglichkeit optisch Abwechslung in meinen Alltag zu bringen.
          Du wirst vermutlich ja auch nicht jeden Tag in dem gleichen Sackleinen herumlaufen und hast Lieblingsklamotten, die du gern anziehst und in denen du dich wohlfühlst.
          Angepasstheit ist vermutlich das Letzte, das Menschen über mich sagen würden wenn sie über meine Klamotten oder mein Make-Up reden, aber das ist mir egal, weil ich mir selbst gefallen muss und nicht anderen.

          • Hab ich doch gesagt… 2ter Abschnitt.
            Es ist nunmal die Gesellschaft, die uns dazu bewegt, Kleidung zu tragen. Oder würdest du etwa am Montag nackt zur Arbeit gehen?
            Du bist immer gesellschaftlichen Dogmen unterworfen. Aber diese vorbehaltslos zu kritisieren ohne deren Veorteile zu erwähnen ist meiner Meinung nach entweder naiv oder Propaganda (für Zweck den ich im Moment nicht so ganz nachvollziehen kann).

            Die Rollenverteilung Mann/Frau sollte nicht einfach über den Haufen geworfen werden, nur weil sich jemand benachteiligt fühlt. Frau zu sein bringt nämlich nicht einfach Nachteile mit sich. Man sieht sich immer gerne benachteiligt und vergisst schon mal schnell, welche Vorzüge im Leben man geniessen sollte.

          • Ich kann jeden Tag nackt zur Arbeit gehen weil ich selbstständig bin und von zuhause aus arbeite 😉

          • „Ich ziehe mich nicht so an wie ich es tue um jemandem zu gefallen oder trage Make-Up um irgendwem zu gefallen oder mich anzupassen, sondern ich mach es um mir zu gefallen und einmal anders auszusehen“

            Legst du auch Make up auf, wenn du allein zu hause bist und nicht rausgehst?

          • Das mache ich tatsächlich 🙂 Das gehört bei mir zum normalen Tagesablauf dazu.

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  9. Du sprichst mir aus der Seele; über die gleiche Sache habe ich mich auch schon oft aufgeregt.
    Nicht weiblich sein zu dürfen, um emanzipiert zu sein, ist eben auch nicht die Lösung! Und wieder nur Zwänge, die ja eigentlich abgeschafft werden sollen.

    • „Nicht weiblich sein zu dürfen“

      Das hängt ja nun davon ab, wie man „weiblich“ definiert. Wenn du aus dir heraus bedingsungslos weiblich bist, dann bist du in jedem Outfit weiblich. Wenn du meinst, Weiblichkeit wäre eine bestimmte Aufmachung, dann würde eine andere Aufmachung deine Weiblichkeit bedrohen. Dann wäre aber auch ein Mann in Frauenkleidern „weiblich“. Und das ist nicht der Fall, denn das Geschlecht ist nichts zum Anziehen.

  10. Das beste Beispiel hier für ist doch der Boobsday. Wieviele vermeindliche feministinen da geschimpft haben oder gar ausfallend geworden sind. Unglaublich.

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  14. Ich hatte noch nie das Problem mich wegen meiner Optik rechtfertigen zu müssen. Aber ich denke das im Osten die Gleichberechtigung mehr gelebt wird und sehe mich mehr mit Vorurteilen des westlichen Freundeskreises gegenüber. Wo selbstverständlich die Frau bei Nachwuchs an den Herd zurückkehrt.
    Störend empfinde ich aber Frauen die sich zu sehr auf das männliche Geschlecht verlassen und das arme schwache Frauchen spielen. Wenn wir Gleichberechtigung wollen müssen wir unsere Wasserflaschen auch alleine die Treppe hoch tragen und auch täglich ein wenig unseren Mann stehen.

    Da stimme cephei zu, man kann nicht alles haben ohne Opfer zu bringen. Wenn Männer den Haushalt machen, schwingen wir halt mal den Akkuschrauber … also Mädels selbst ist die Frau!

    • Deswegen sage ich ja auch „Gleiche Rechte, gleiche Pflichten“. Ich bin für eine gewisse Rollenverteilung im Zusammenleben, aber das muss nicht die klassische sein, sondern sich daran orientieren was die Partner gern machen und nicht so gern. Kann der Mann gut kochen und die Frau toll Lampen montieren, macht eben jeder das, was er möchte und kann. Man wächst mit seinem Wissen und Fähigkeiten als Team zusammen.
      Ich sehe es übrigens nicht als Opfer den Akkuschrauber zu schwingen 😉 Im Gegenteil, ich bestehe darauf, weil mir das Spaß macht *g*

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  16. Darauf zu warten, dass die Gesellschaft sich ändert, zeigt niemals gute Ergebnisse. Sicher, Wandel findet immer statt, man kann dies leicht zurückverfolgen, aber nur auf lange Sicht. Welche Maßnahme passt also jetzt sofort? Für mich ganz einfach beantwortbar: Sich einfach nicht mehr nach anderen Menschen richten. Sich sofort zu entscheiden, ich mache MEIN Ding, egal, was andere darüber denken. Und wenn ich damit irgendwo nicht landen kann, bleibt immer noch die Entscheidung, von einem Umstand abzulassen oder sich anzupassen, wenn man etwas denn unbedingt will. Dies ist aber dann dennoch kein Verbiegen, sondern nur ein wenig Beugung im Wind, was manchmal besser sein kann als trotzige Starrheit. Flexibilität ist das Zauberwort … und eine Menge weiblicher List!^^

  17. Ein sehr schöner Beitrag, der mir auch aus der Seele spricht. Wir können als Frauen wirklich froh sein, dass wir in der modernen Zeit leben. Trotzdem finde ich, dass gegen den Sexismus was getan werden muss. Die Männer in der Gesellschaft sind immer noch größtenteils, sagen wir, andersgesteuert 😉

    Gruß Carla

  18. Das Thema geht mir in letzter Zeit auch häufig durch den Kopf. In erster Linie bin ich Mensch. Ein Mensch mit Rechten und Pflichten. Ich will frei über mein Leben bestimmen dürfen.
    Das Geschlechterthema sollte erst beim Thema Sexualität und Familienplanung auf den Tisch kommen. (Ok, klingt jetzt etwas drastisch)

  19. Wenn das doch nur mehr Menschen so sehen würden 😉

    Als ich mich noch politisch innerhalb der Piraten engagiert habe wurde mir eben eine solche Haltung als Antifeministisch vorgehalten. Dies erfolgte mehrheitlich von Frauen und nicht von Männern….einer der Gründe warum ich mich nicht mehr bei den Piraten engagieren weil es ein Kampf gegen Windmühlen ist. Traurig das sich deshalb vielleicht gewisse Dinge nicht ändern werden 😉

    Ich weiß das es in anderen westlichen Ländern heutzutage anders läuft, wenn ich mich in Deutschland umschaue haben wir in der Tat noch ein starkes Problem mit Menschenfeindlichem Gebaren. Dies hat sich leider aufgrund eines verschrobenen Feminismus Gedanken auch auf die Männer abgebildet. Gleiche Rechte…gleiche Plichten. Es wäre so schön wenn das auch mal bei den Frauen so landen würde.

    • Eigentlich seltsam, da die Piraten ja offiziell eine sehr ähnliche Meinung haben, dass Sexismus egal in welche Richtung abzulehnen sei und wir nicht an unserem Geschlecht ausgemacht werden sollten.

      • Ich möchte das auch nicht wirklich direkt auf die Piraten münzen 😉 Aber es gibt, wie in jeder Partei, eben Kräfte in unterschiedliche Richtungen. Und gerade einige Teile sind so extremfeministisch das es mir jegliche Körperhaare dabei aufstellt *seufz*…und es macht einen leider auch mürbe….

        Soviel im übrigen auch zu dem Thema das die Piraten ja so frauenfeindlich sind. Als ich ihnen damals beigetreten bin habe ich mich selten in einem sehr Männerstarken „Raum“ so unglaublich wohl gefühlt. Normal. Nach meinem Können gemessen..

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  24. Ich sehe es wie du und finde es treffend formuliert. Mehr brauche ich nicht zusagen.

  25. „bei gleicher Arbeit das gleiche verdienen,“

    …auch wenn es schon ein weilchen her ist muss ich dies noch richtig stellen, da ja inzwischen bei denjenigen, welche sich auch nur ein wenig mit diesem Thema auseinandersetzen bekant sein sollte, dass dieser Mythos der ungleichen bezahlung feministische Propaganda war….-.-…..

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