Das ganz normale Chaos

Frühling früher, Frühling heute

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Seit ich auf dem Dorf lebe, hat sich meine Wahrnehmung von Jahreszeiten deutlich geändert. Man sollte ja meinen, dass es auf dem Dorf irgendwie ländlicher und natürlicher zugeht, aber schön wäre es. Ist leider nicht so.

Als ich noch in Soest war, bedeutete Frühling, dass ich rausging und durch die zahlreichen Grünanlagen schlenderte, Fotos machte. Soest legt immer sehr großen Wert auf die Frühlingsbepflanzung und darauf, dass diese überall zu sehen ist.

Ich kenne viele Soester, die das so machen und die einfach einmal durch die Stadt oder die Parkanlagen gehen und die Ruhe und die frische Luft genießen.

Das ist der kleine Luxus des Lebens, den man sich einfach mal gönnen muss.

An meinem leicht wehmütigen Unterton merkt ihr, dass es hier in Anröchte nicht so ist. Ich wüsste nicht einmal ob Anröchte überhaupt Grünanlagen (vom Dorffußballplatz abgesehen) hat.  Dazu kommt, dass es in Anröchte anscheinend verpönt ist, auf die Straße zu gehen, nur um der Ruhe und der frischen Luft wegen (beides gibts hier ja auch nicht).

Wenn Leute das Haus verlassen, dann nur um ins Auto zu steigen um zum Supermarkt oder noch besser, in eine andere Stadt zu fahren. Kleinste Strecken werden nur mit dem Auto zurückgelegt. Eigentlich, wenn man es nüchtern betrachtet, ist Anröchte ein großes Industrie- und Gewerbegebiet in das sich ein paar Wohnhäuser verlaufen haben. Dorf klingt viel zu nett.

Ich verstehe nicht, wie Menschen hier gern wohnen.

 

4 Kommentare

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  3. Das habe ich auch schon festgestellt… so „Halbdörfer“ und viele Kleinstädte sind irgendwie ganz schlimm in der Beziehung – in so richtig kleinen Dörfchen aber (aus so einem komme ich), wo man gleich eneb Wald, Feld und Wiese wohnt ist das aber auch nochmal anders (finde ich) – da braucht es keine Grünanlage, weil man mitten im blühenden Grün steht wenn man nur ein paar Meter geht. Aber vielleicht täusche ich mich da auch einfach weil ich zu der Zeit als ich da gewohnt habe auch einfach noch zur Schule ging, entsprechend mehr Zeit hatte und Bedeutend mehr draußen war.

  4. Das klingt wirklich nicht nach einem Traumort.
    Ich habe früher auch auf dem Dorf gewohnt, allerdings so ein richtiges mit knapp 1000 Einwohnern, aber selbst dort habe ich den Frühling nie so erlebt wie jetzt hier in Kassel, was ja eine Großstadt ist. Kassel ist eine der grünsten Städte die ich kenne und die Parkanlagen sind riesig, wunderschön und sogar mitten in der Innenstadt. <3 Von meiner Wohnung aus, muss ich gerade mal 5 Minuten zu Fuß gehen und schon stehe ich mitten im Grün, überall Bäume, kein Stadtlärm mehr, Gewässer, wilde Tiere…

    Ich hoffe es ist nicht zu offensichtlich wie sehr ich Werbung für Kassel mache. ^^

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