Das ganz normale Chaos

Folgst du mir, dann folg ich dir (nicht)? Oder wie?

| 68 Kommentare

Twitterbird

Twitter, Twitter, popitter”, sagte einmal ein weiser Mann und sowohl vor als auch nach dieser Aussage haben viele versucht, Twitter treffender zu definieren und zu beschreiben, aber niemandem ist es meiner Meinung nach besser gelungen. Genauso schwierig wie die Erklärung, was Twitter eigentlich ist (Ich stelle die Vermutung an, dass genau in dem Augenblick, wie jemand eine Definition findet, nicht nur Twitter verschwindet sondern mit Twitter die komplette Welt untergeht) ist aber auch die Vorgehensweise innerhalb Twitters zum Thema: “Folgen, Nichtfolgen und die daraus resultierenden Folgen” Es gibt verschiedene Arten von Twitterern, die die Sache mit dem Folgen und Zurückfolgen auch verschieden angehen.

Die Twittertypen:

Massenverfolger

Massenverfolger sind meist neu bei Twitter und wollen ganz schnell, ganz viele neue Follower (oder es sind Bots). Die Taktik besteht darin, möglichst vielen Usern zu folgen, die dann, wenn man Glück hat, auch zurückfolgen, da ein gewisser Prozentsatz immer zurückfolgt.

Vorteil: Je nachdem, wie viel Zeit man aufwendet, Leuten zu folgen, kann man recht schnell, recht viele Follower gewinnen.

Nachteil: Der Blick auf das Follower/Following Verhältnis kann den Eindruck von “HALLO AUFMERKSAMKEIT!!!” erwecken.

Massenverfolgte

Massenverfolgte sind das Gegenteil von den Massenverfolgern. Massenverfolgte werden meist von sehr viel mehr Leuten verfolgt, als sie selbst folgen. Der Stereotyp des Massenverfolgten ist meist Promi oder zumindest über Twitter hinaus bekannt.

Vorteil: Man erweckt den Eindruck beliebt zu sein.

Nachteil: Man erweckt auch den Eindruck, arrogant zu sein.

Nichtfolger

Nichtfolger sind ein sehr spezielles Völkchen. Sie haben zwar sehr viele Follower, folgen aber niemandem zurück, da sie keine Tweets von anderen lesen, sondern nur gelesen werden wollen.

Vorteil: Es bleiben einem viele “xxxx ist gestorben”, “Gewinne ein neues iPhone, iPad”, “OMG Justin Bieber is so cute” Tweets erspart

Nachteil: Man stellt sich als völlig unerreichbar dar, was abschreckend für neue Follower wirken könnte. Eine solche Taktik kann man sich nur leisten, wenn man bereits so bekannt ist, dass es einem egal sein kann, ob die Leute einem nun folgen oder nicht.

Die Ausgeglichenen

Die Ausgeglichenen haben eine nahezu gleiche Anzahl an Followern und Following. Leichte Schwankungen sind möglich.

Vorteil: Man erweckt den Eindruck sich für seine Follower zu interessieren und ihnen auch zurückzufolgen.

Nachteil: Ab einer gewissen Anzahl an Followern kann es doch unübersichtlich werden.

Die Folgestrategien:

Twitterbird All diese Twittertypen haben gewisse Folgestrategien, wie sie mit Followern umgehen. Die Einfachste hat sicherlich der Nichtfolger, denn er muss eigentlich nichts anderes machen, als sich verfolgen zu lassen.

Neben Twitter gibt es allerdings auch viele Dienste, die einem das Verwalten von Followern erleichtern sollen. Unter anderem FriendOrFollow, wo man erfährt, wer seiner Follower nicht zurückfolgt. Auf dieser Seite wird unterschieden zwischen “Following” (die Leute, denen man selbst folgt, ohne dass sie einem zurückfolgen), “Fans” (die Leute, die dir folgen, ohne dass du ihnen zurückfolgst) und “Friends” (Die Leute, denen du folgst und die auch dir zurückfolgen).

Noch einfacher macht es dir ManageTwitter, denn dort kann man mit nur wenigen Klicks bestimmtene Gruppen von Followen entfolgen. Je nach Twittergewohnheit kann man dort die entfolgen, die: einem nicht zurückfolgen, kein Profilbild haben, inaktiv sind (länger als 4 Wochen nichts mehr geschrieben haben), zu aktiv sind (mehr als 5 Tweets am Tag *hust), wenig aktiv sind (weniger als 1 Tweet pro Tag). Dazu gibt es noch einen Menüpunkt wo einem Twitterer empfohlen werden, die man entfolgen sollte (basierend auf Statistiken der User, die mit ManageTwitter bereits Usern entfolgt sind).

Massenverfolger folgen sich meist thematisch unabhängig durch die Followerlisten der einzelnen Twitteruser. Sicherlich gibt es auch einige Tools die dies automatisieren.

Massenverfolgte haben ihren festen Kreis an Verfolgten, der sich nur selten erweitert. (Meist durch RL-Kontakte oder auch Kontakte durch andere Netzwerke). Massenverfolgter kann man aber auch dann werden, wenn man exzessiv seine Followerliste aussortiert hat (Bots und Co.) oder auch, wenn man die sehr unbeliebte Technik des “Folgens und sofortigen Entfolgens” anwendet, bei dem man die Leute direkt wieder entfolgt, nachdem sie einem gefolgt sind, damit sie als “Fans” bestehen bleiben und so der Followerwert unabhängig des Followingwertes erhöht wird.

Die Ausgeglichenen folgen meist jedem zurück, der ihnen folgt. Oft auch per Autofollow. Dadurch kann man sich natürlich alle möglichen Leute “einfangen”, die man vielleicht nicht so gern haben möchte, denn nachdem man jemandem folgt, kann dieser einem Privatnachrichten schreiben. Wer also irgendwelchen Werbefuzzis folgt, sollte sich nicht wundern, dann auch Werbung zu bekommen.

Aber wie macht mans denn nun richtig?

Twittervogel Antwort: Keine Ahnung. Bei Twitter gibt es, was das Folgen, Entfolgen usw. angeht kein “Richtig” oder “Falsch”. Jeder handelt nach seinem eigenen Interesse, wie er Twitter für sich nutzt. Dementsprechend ist es auch total sinnfrei Empfehlungen auszugeben, wie man es machen sollte, denn alle Wege haben sowohl Vor- als auch Nachteile, die für den einen mehr und für den anderen weniger ins Gewicht fallen. Lasst euch also von niemandem vorschreiben, wie ihr etwas tun solltet.

Meine Strategie besteht darin, dass ich erst einmal jedem zurückfolge, der mit folgt (mit Ausnahme von Bots, Werbemenschen und selbsternannten Internetgurus). Ich schaue mir dann in meiner Timeline an, wie derjenige twittert, ob ich seine Tweets mag oder nicht oder ob er mir tierisch auf die Nerven geht. Wenn ich die Tweets wirklich nicht mehr lesen mag, dann entfolge ich den User wieder. Auch schaue ich regelmäßig, welche User inaktiv sind und nicht mehr twittern. Auch die werden aussortiert. Aber das wars dann schon.

Was man nie vergessen sollte ist, wenn man mal selbst mal entfolgt wird, dass man dies nicht persönlich nehmen sollte. Twitterer folgen oft nach Interesse und wenn nun Tweets geschrieben werden, die einen nicht interessieren, dann filtert man diese heraus indem man den User entfolgt. Viele Neu-Twitterer machen anfangs den Fehler, das Entfolgen zu persönlich zu n
ehmen und als einen Angriff gegen sich selbst als Mensch zu verstehen. Mich entfolgen auch pro Tag zwischen 5-7 Leute.

Das war nun ein langer Blogeintrag mit der Kernaussage: Macht es so, wie ihr am glücklichsten damit seid und lasst euch nicht vorschreiben, wie ihr zu twittern habt.

Viel Spaß beim Twittern und folgt mir doch! TiiaAurora auf Twitter

(Wenn euch die tollen Twittervögelchen aus diesem Beitrag gefallen, dann schaut doch mal hier vorbei, denn dort könnt ihr sie kostenlos für eure Webseite herunterladen und verwenden.)

Das könnte dich auch interessieren:

  1. Die große Twitterverlosung
  2. Wiegeupdate für Kalenderwoche 7/2009
  3. Blogger sind Lemminge
  4. Was ist eigentlich Twitter?

68 Kommentare

  1. Pingback: TiiaAurora

  2. Pingback: Schwammo

  3. Pingback: Tweets die Folgst du mir, dann folg ich dir (nicht)? Oder wie? - Das ganz normale Chaos erwähnt -- Topsy.com

  4. Genialer Artikel! 🙂

    Ich gebe zu, ich versuche es so ähnlich wie Du zu machen, komme aber des öfteren durcheinander. Es gibt vermutlich eine Menge Leute die mir folgen, denen ich aber nicht zurückfolge. Und vice versa. Bei mehr als hundert Leuten wird es unübersichtlich – ich frage mich, wie diejenigen das machen, die ein paar Tausend Follower haben???

  5. Sehr schöner Artikel 🙂 Ich handhabe es so, das ich mir jeden der mich Followt anscheue und seine letzten Tweets überfliege. Hat die Person vllt einen interessanten Blog? Ein Pluspunkt. Also ich Followe nur die zurück, die ich auch interessant finde. 😛 Und dann folge ich natürlich auch noch Leuten dir mir nicht Folgen.

    • Ich folge ca. 300 Leuten, die mir nicht folgen. Auf die meisten möchte ich aber nicht verzichten, weil ich deren Tweets nicht missen will. Ich kann es denen allerdings auch nicht verübeln, wenn sie meine Tweets nicht lesen wollen 😀 Ich nehm mich da nicht so wichtig.

  6. Schöner Artikel! Ich glaube ich gehöre dann wohl schon fast zur Gruppe der „Massenverfolgten“ ergo zu denen, die arrogant sind 😉 (Follower / Friends-Ratio liegt zwischen 2 und 4 (wenn ich mal wieder aufgeräumt habe). Wobei ich bei der aktuellen Friends-Zahl schon bei weitem nicht alles lesen kann was da durchrauscht und somit müssen das auch gar nicht mehr Leute werden…

    In einem Punkt muss ich dir aber widersprechen:

    Viele Neu-Twitterer machen anfangs den Fehler, das Entfolgen zu persönlich zu nehmen und als einen Angriff gegen sich selbst als Mensch zu verstehen.

    Meistenteils sind die Leute, die großartig anfangen rumzuheulen, wenn man sie entfolgt, Personen, die Twitter schon lange nutzen und dann meinen sie müssten ihre ex-Follower an einen „virtuellen Pranger“ stellen und mit andauernden Replies nerven, bis sie zurück kommen. (Von mir gibts für solches Verhalten „Block & Report as Spam“)

    @Andrea: Die Leute mit ein paar Tausend Friends machen prinzipiell das gleiche wie ich auch schon nur in deutlich höherem Maß: Mal einen kurzen Snapshot von ein paar Tweets lesen und den Rest unbeachtet den Bach runtergehen lassen. Im Endeffekt ist eigentlich sowieso für mich hauptsächlich das wichtig, was per Mention oder Message kommt. Der Rest ist nice-to-have…

    • Man darf nicht der Vorstellung verfallen, dass man bei Twitter alles lesen müsste. Da hast du recht. Das mach ich auch nicht.
      Meiner Erfahrung nach waren es wirklich nur Neu-Twitterer die so nen TamTam gemacht haben, wenn sie entfolgt wurden. Vielleicht auch deswegen, weil bei es bei einer niedrigeren Followerzahl ein wenig mehr weh tut, wenn einer fehlt.

  7. Sehr ausführlicher und guter Artikel.
    Das mit den folgen ist immer so eine Sache. Generell folge ich erst einmal jedem, der mir folgt. Ausser ich sehe, dass es sich um Spam oder einen automatischen Verfolger handelt. Mit der Zeit mache ich aber auch einen Check, wer mir überhaupt wirklich noch folgt, dennen ich folge. Dann wird von Zeit zu Zeit einfach wieder aussortiert. Es macht ja auch keinen Sinn, wenn ich jemanden Folge, der mir nicht folgt. Das ist ja das gleiche als würde ich gegen eine Wand reden. Es gibt aber wirklich so komische Leute, die mir dann wieder folgen wollen, wenn sie es merken, dass sie wieder aus meiner Liste gefallen sind. Dann geht das Spiel wieder von vorne los. Ich habe den Eindruck, dass manche unbedingt mehrere tausende Follower brauchen. Finde ich aber auch Blödsinn. Was bringt mir das? Ich habe schon bei den wenigen Leuten dennen ich folge schon fast keinen Überblick mehr.
    vg Thomas

    • Ich folge derzeit 975 Leuten und habe die bei mir sortiert. 28 Leute habe ich in meiner „I love to read your tweet“ Liste und das ist praktisch meine Haupttimeline. Wer in meiner normalen Timeline positiv auffällt findet seinen Platz darin.
      Ich nehme das mit dem „Wenn du mir nicht folgst, folg ich dir auch nicht mehr“ nicht so ernst, denn ich folge den Leuten dann schon eher aus Interesse. Wenn jemand interessante Dinge twittert, meine Tweets aber nicht lesen will, find ich das schon okay. Ich würd mir selbst wahrscheinlich auch nicht folgen 😉

  8. Extrem erheiternd finde ich Personen, die mir gefühlte 90 Minuten zum zurückfolgen geben – ansonsten sind sie wieder weg.
    Aber kommen nach ca. zehn Tagen wieder, für den gleichen Zeitraum 🙂

  9. Pingback: Gilly

  10. Pingback: Marco

  11. Pingback: Marco Geupert

  12. Pingback: Eve

  13. Ich bin der ausgeglichene. Ich folge immer erst mal grundsätzlich jeder natürlichen Person zurück. Nerven die Leute, werden Sie halt wieder entfollowed 🙂

  14. Pingback: Jutta Jewanski

  15. Pingback: Jutta Jewanski

  16. Pingback: Dirk

  17. Pingback: RS_muc

  18. Pingback: Mixed Monday | Muhnie's Welt

  19. Ich fühle mich so ausgeglichen nach dieser Lektüre.. und geschmunzelt habe ich auch, bekloppte Vögel da! 🙂

  20. Das Problem bei Twitter ist, dass viele Leute dieses Kindergartenverhalten an den Tag legen „Oh, der folgt mir nicht mehr, jetzt schreib ich erst mal, dass er mir nicht mehr folgt und dann entfolge ich ihn“. Oder auch dieser Rückfollowzwang.
    Hab vor einer Weile ziemlich aufgeräumt, weil ich gemerkt habe, dass ich einem Teil nur noch followe wg. einem falschen Verpflichtungsgefühl und mich die Tweets im harmlosesten Fall nur nicht interessieren, häufiger jedoch eher nerven.
    Viele sehen das halt wie eine Beleidigung, wenn man ihnen nicht mehr folgt, aber das ist ja gerade das tolle an Twitter, dass alles so flüssig gehen kann. Etwas oder jemand interessiert dich für eine Weile, dann folgst du ihm halt und entfolgst ihn später wieder.

    • Ich glaube, deswegen ist es auch ganz entscheidend, dass man das Ganze einfach nicht zu ernst nimmt, denn dann kann es schnell passieren, dass man sämtliche Interaktionen auf sich als Person bezieht. Und genau das sollte man bei Twitter nicht machen.

  21. Nun es kommt sicher auch daran an für was man seinen Twitteraccount nutzt.

    Ich nutze zwei, den tonnendreher für das normale Zeug und den biotechpunk welcher nur eine Zusatzleistung ist zum dazugehörenden Blog.

    Damit muss ich nicht umbedingt jemanden folgen, ihm sollten aber, damit ich viele erreiche, eben viele folgen.

    Er ist eigentlich nur eine zusätzliche Informationsquelle zur Webseite mit Links und Meldungen die nicht mehr hergeben als 140 Zeichen und somit kein Blogbeitrag werden können.

    Ist halt sowas wie der Feed, da verfolge ich auch nicht alle zurück die diesen lesen.

    Bei privaten Twitteraccounts ist es noch was anderes finde ich, denn da beruht das geschriebene auf gegenseitigkeiten.

  22. Pingback: Jutta Jewanski

  23. Pingback: Jutta Jewanski

  24. Pingback: Twitter Fail: Folgst du mir nicht, folge ich dir nicht | TheB0 bloggt

  25. Pingback: TiiaAurora

  26. Pingback: Susi

  27. Pingback: schmunzelbiene

  28. Pingback: Nik Styles

  29. Pingback: Barbara Frolik

  30. Der Vogel sieht irgendwie recht mager aus.
    Ist Twitter etwa auf dem absterbenden Ast 😉 ?

  31. Pingback: Thomas Michel

  32. Pingback: christian steinecke

  33. Pingback: Jens Stratmann

  34. Pingback: Frank Feil

  35. Pingback: Bluesman

  36. Pingback: Leonie

  37. Pingback: kizax

  38. Pingback: Levan C.

  39. >>> @Thomas: Es macht ja auch keinen Sinn, wenn ich jemanden Folge, der mir nicht folgt…

    Diese Aussage verstehe ich nicht. Ich folge doch nicht jemanden, damit der mir folgt, sondern weil ich seine Tweets interessant finde.
    Interessant sind für mich Twitterer, die für mich relevante Links oder Meldungen posten (und) oder deren Blogs ich lese. Ob die mir selber folgen, ist mir vollkommen egal.

  40. Pingback: Jasmin Goldmann

  41. Pingback: patrickschulze

  42. Pingback: Martin

  43. Pingback: Psychodoxes Denken

  44. Pingback: bertschulze

  45. Pingback: Karina

  46. Pingback: Peggy Hartmann

  47. Pingback: Sas Tom

  48. Pingback: Elvis Benkovic

  49. Pingback: /|(;,;)/|

  50. Pingback: L' Arlecchino

  51. Pingback: RAWRvoxX! ツ

  52. Pingback: Erni

  53. Pingback: Kai Weinmann

  54. Pingback: Too much information - Papierkorb - Nachtgeschichten

  55. Pingback: Too much information - Papierkorb - Nachtgeschichten

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: