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Femtrolls, Gender-Fuuuu: Die Piraten habens verkackt – Kommentar

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Als ich 15-16 war, fand ich Politik langweilig. Ich bin in einer Familie groß geworden, in der seit Generationen CDU gewählt wurde. SPD waren Lügner und PDS/Linke Ostverbrecher. Damit wurde ich groß. Dementsprechend hat es mich nie groß interessiert, was Politiker so verzapft haben. Die meisten Regelungen betrafen mich gefühlt auch gar nicht. Erst später, als ich allein wohnte und merkte, dass viele Entscheidungen der Politik mein Leben nicht nur beeinflussten sondern auch merklich verschlechterten, fing ich an, mich zu informieren, meine Stimme zu erheben und auch mir eine politische Meinung zu bilden. Ich fing an, wählen zu gehen. Nicht CDU, wie es meine Familie sicher gern gesehen hätte, sondern links. Ich dachte mir, wenn Politiker schon alle Lügner sind, dann wähle ich eben die mit den Lügen, die mir am besten passen.

Das Internet wurde ein großer Bestandteil meines Lebens. Privat wie beruflich verbrachte ich viel Zeit im Netz und habe dementsprechend die Anfänge und den Aufstieg der Piraten im Netz mitbekommen. Das alles hat mir sehr imponiert. Leute, die ich kannte und mochte, waren auf einmal in dieser Partei, Freunde von damals nahmen größere Posten ein und die Partei fühlte sich für mich authentisch und richtig an. Das dort waren Leute von uns, denen ich glaubte und vertraute. Eine Partei, die ich ohne Bauchschmerzen wählen konnte.

Ich dachte auch kurz darüber nach, beizutreten, entschied mich dann aber dagegen, weil eine Parteimitgliedschaft gleichzeitig auch eine emotionale Bindung an die Partei bedeutet und ich als Mitglied ja auch für das Wohl der Partei kämpfen sollte. Ich weiß jetzt das der Verzicht einer Parteimitgliedschaft das Beste war, was ich hätte machen können. Mit den Piraten verbindet mich derzeit nicht mehr als eine nostalgische Erinnerung.

Es fing mit dem Erfolg der Piraten in Berlin an. Eine Partei, die für die größtmögliche Freiheit und Gleichheit (im Sinne von gleichen Rechten und Pflichten nicht im Sinne von es gibt keine Individuen) eines Menschen steht, wird von den sogenannten Femtrolls überrannt. Femtrolls die genau das machen, was ihr Name impliziert: trollen, provozieren, nerven, schaden, zerstören. Und mit ihnen wird sympathisiert. Femtrolls, Frauen und Männer, die unter dem Deckmantel der Bekämpfung der Frauendiskriminierung Destruktivität verbreiten und damit die Grundsätze und Grundideen der Partei unterwandern.

Was mich an den Femtrolls nervt?

  • Die Art und Weise, wie sie sich positionieren. Passiv-aggressiv und mit feinstem Populismus garniert trollen sie sich durch alle Themen. Die Wortwahl stehts krass und politisch inkorrekt, als müsse man beweisen, wie hart man wirklich drauf ist. Schlagworte werden inflationär bei jedem kleinen Pups in den Raum geworfen und verwässern damit ihre Bedeutung. 
  • Dass sie vorgeben, sich für die Frauen stark zu machen. Femtrolls in der Piratenpartei helfen gegen Frauendiskriminierung genauso viel wie Internetsperren gegen Kinderpornos. Im Gegenteil – sie führen dazu, dass Frauen, die sich in der Politik einsetzen wollen in die Gefahr laufen, mit ihnen gleichgesetzt und nicht mehr ernstgenommen zu werden.
  • Dass sie schlimme Dinge wie Vergewaltigungen und andere Gewalt gegen Frauen als Waffe für ihre Ziele einsetzen. Auch wenn ich den Vergleich noch einmal bringen muss – damals als es um die Internetsperren ging, haben wir uns den Mund fusselig geredet, um auch dem letzten begreiflich zu machen, dass es hier nicht um Kinderpornos geht, sondern um Zensurwerkzeuge. Aber bei den Femtrolls stellen wir uns auf einmal blöd? Würde es ihnen um die Frauen gehen, würden sie Frauen helfen und nicht irgendwelchen beknackten, sinnlosen Kram machen und bei Kritik schreien „Es geht um Awareness!“ Bei der Logik glauben sie auch noch,dass Bilder liken auf Facebook afrikanischen Kindern was zu Essen gibt.
  • Die „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ Mentalität. Femtrolls sind nicht bereit eine ordentliche Diskussion zu führen. Wenn man sie kritisiert, werden sie aggressiv, beleidigend und gelinde gesagt kindisch. Würde es um die Sache gehen, dann würden sie sich für die Sache mit Herzblut einsetzen. Hier geht es um Strohfeuer die schnell und hell brennen, aber an die sich nachher niemand mehr erinnert.
  • Dass sie meinen alle Frauen bevormunden zu dürfen.
  • Dass sie rassistische Tendenzen wieder salonfähig machen (Ein weißer Heteromann ist böse, ein schwarzer Homosexueller nicht. Drehen wir es mal um, macht es die Intention deutlicher)

Ich könnte diese Liste unendlich weiterführen, aber das würde mein Blutdruck sicher nicht mitmachen. Um auf die Überschrift zurückzukommen – Die Piraten habens verkackt. Natürlich weiß ich, dass gerade diese Partei mit vielen verschiedenen Strömungen zu kämpfen hat und der schnelle Erfolg dazu führte, dass auch Gruppierungen Aufmerksamkeit suchten, die vielleicht nicht die Aufmerksamkeit bekommen sollten, die sie jetzt bekommen, aber eine gesunde Parteistruktur sollte es schaffen, diese Strömungen still zu bekommen. Das hat man bei dem Unterwanderungsversuch von rechts geschafft, wieso sollte es nicht hier gehen?

Nein, das Vorgehen wird geduldet und sogar noch begrüßt, selbst wenn es nur ein kleiner Teil der Parteianhänger ist, die diese Dinge für gut befinden. Es geht auch um die Außenwirkung der Partei und für mich wirkt die Partei nur noch wie das Schiff der Femtrolle. Andere Themen rücken immer mehr in den Hintergrund der öffentlichen Diskussion, obwohl viele Mitglieder der Partei sich auch für vernünftige Dinge einsetzen. Die Femtrolls sind ein Krebsgeschwür, das sich die Piratenpartei als Wirt gesucht hat und dann wenn der Wirt am Geschwür zugrunde gegangen ist, sucht er sich die nächste Plattform um Aufmerksamkeit zu bekommen. Um Awareness zu generieren. Awareness für etwas, das man nie wirklich vertreten hat, sondern nur zu seinem Steckenpferd machte, weils gut ankam. Das wird der Partei schaden und wird die Arbeit derer zugrunde machen, die eine Idee und die Hoffnung hatten, dass sie sich für etwa Gutes einsetzen.

„Du hättest beitreten und etwas ändern können“ werden sie sagen. Die Psyche vieler ambitionierter Politiker ist bereits an der Piratenpartei gebrochen. Ich bin nicht bereit, mich dem als Fraß vorzuwerfen. Wenn ich nur kritisieren und wachrütteln kann, wenn ich einen Mitgliedsantrag unterschreibe, dann ist die Partei sowieso nicht die Richtige für mich.

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61 Kommentare

  1. Danke! Trifft es auf den Punkt und auch noch unterhaltsam 🙂

  2. „Die Art und Weise, wie sie sich positionieren. Passiv-aggressiv und mit feinstem Populismus garniert trollen sie sich durch alle Themen. Die Wortwahl stehts krass und politisch inkorrekt, als müsse man beweisen, wie hart man wirklich drauf ist. Schlagworte werden inflationär bei jedem kleinen Pups in den Raum geworfen und verwässern damit ihre Bedeutung.“

    So eine sexistische Kackscheiße 😉

    Aber mal im Ernst, diese „Femtrolls“ haben echt schon krassen Schaden angerichtet. Die nutzlose, kindische und völlig überzogene Aktion beim 29C3 letztens inklusive „Von der Bühne“ Rufe (http://blog.fefe.de/?ts=ae1a50a0) hat sicher einen schlechten Eindruck bei den CCC Mitgliedern hinterlassen. Die vergraulen gerade die Kernzielgruppe der Piraten.

    Wenns hart auf hart kommt schwör ich meine True eher dem CCC als den Piraten, auch wenn man den CCC nicht wählen kann 🙂

    • Zitat: „Die vergraulen gerade die Kernzielgruppe der Piraten.“

      Nein, das machen sie natürlich nicht. Korrekt: „Die haben bereits die Kernzielgruppe der Piraten vergrault.“

  3. 100% ACK- Ich bin Mitglied geworden, weil mir die Freiheit des Indivuduums elementar wichtig ist, des Individuums in seinem einzigartigen So-Sein. Und niemand kann mir erklären, warum ich für Frauenrechte eintreten soll, wenn ich für die Rechte aller Menschen und ihrer Lebensentwürfe eintreten kann.
    Feminismus ist Partikularismus und am Ende steht dahinter nicht die Freiheit Aller sondern die Veränderung der Machtverhältnisse hin zum Matriarchat.

  4. Danke!

  5. Mich stört etwas an diesem Blogbeitrag. Hier wird assoziiert, dass Femtrolls, die bei den Piraten sind, automatisch für die Piraten sprechen und wenn die Femtrolls vor sich hin trollen, automatisch alle Piraten daran Schuld sind.

    Nur weil sie (teilweise?) eine Mitgliedschaft bei den Piraten haben, ist dies doch keinerlei Zeichen für die Partei. Hier gleich die Assoziationskette zu schließen, nervt mich ehrlich an.

    Mir ist kein Parteibeschluss bekannt, der ein entsprechendes Trollen sanktionieren würde – und solange das nicht der Fall ist, agieren diese Leute in dem Fall als Privatleute mit Mitgliedschaft. Und wenn sie sagen, dass sie das im Namen der Piraten machen, *dann* kann man sie deswegen angehen – davor aber *nicht*.

    Wegen einer Minderheit die gesamte Partei abzuschreiben geht mir einfach nicht in den Kopf.

    Aber vielleicht ist es einfach auch diese Erwartungshaltung, die wir einfach nicht in dem Maße erfüllen können, weil es eben alles nur schrittweise geht und die Ressourcen so unheimlich knapp sind.

    Manchmal bin ich deswegen schon kurz davor gewesen, die gesamte Sache hinzuschmeißen. Wenn wir dann in ein paar Jahren eine Welt haben, in der die Sicherheits- und Urheberrechtsgesetze immer drastischer geworden sind, wo das Internet zu einer gefilterten Sauce verkommen ist, bei der es niemand mehr wagt, eigene Inhalte einzustellen, weil man gegen Gesetze verstoßen könnte, wenn wir also alles das bekommen haben, wogegen die Piraten vorgehen wollten, dann werde ich den Leuten, die sich *dann* beschweren gerne sagen, dass man das hätte ändern können – aber ihr hattet euch ja daran gestört, dass es ein paar Mitglieder gab, die euch nicht gefielen …

    • Ich verstehe deine Haltung. Und ich kann auch nachvollziehen wieso es dich nervt. Für jemanden, der außenstehend ist, ist es allerdings schwer einzuschätzen, was offiziell Piratenaktionen sind und was nicht, da von der Piratenpartei oftmals keine Stellungnahmen kommen, die dementieren oder bestätigen. Dazu kommt, dass die Duldung für solche Aktionen zB die InWoche offiziell gefordet und gefördert wurden, weshalb für mich kein Zweifel darin besteht, dass die Piratenpartei auch dahinter steht. Man könnte jetzt bei jede Aktion nachfragen in wessen Namen es passiert, aber ganz ehrlich – wieso? Ich nehme als Wähler die Aktionen von Piraten im Piratenumfeld als Piratenaktionen wahr solange sich die Partei nicht distanziert und ich denke das wird ein Großteil so machen.
      Vielleicht sollten die Piraten etwas offensiver damit umgehen. Nicht weil es eine Satzung so verlangt, sondern weil es dem Verständnis helfen würde.
      Als es übrigens um die riesige Abmahnwelle gegen Blogger vor ein paar Wochen ging, kam von den Piraten nichts. Oder es kam nichts bis zum Otto Normal Wähler durch. Da hätte man euch gebraucht.

      • Das ist keine Frage von „vielleicht“. Ein deutliches distanzieren ist mehr als überfällig.

        Ich denke die Piratenpartei und der CCC sollten sich mal deutlich von den Femtrollen distanzieren. Dann entfacht das einen kurzen aber heftigen Shitstorm und danach gibt es einen kollektiven Boykott der Femtrolle. Dann hat man seine Ruhe.

        Hat an Bord der c-base, katalysiert durch den klotür-shitstorm, auch prima geklappt.

      • Ich bin inaktives Mitglied der Piraten, mein Mann ist BVV Verordneter in Berlin-Steglitz und damit mehr als aktives Mitglied hier in Berlin…

        …ich erlebe nun seit meinem Beitritt 2009 nach der Europawahl mit wie viel innerhalb der Piraten sich GENAU um dieses Thema dreht. Das es oftmals nicht mehr um gleiches für alle sondern erstmal um Frauen geht. Und sei es nur wenn mal wieder das leidige Thema Piratinnen aufkommt…

        …genau diese Femtrolls und diese Weiber die sich über alle anderen Frauen stellen und sie als patriachalische Handlanger abstempeln sind der Grund warum mir die Diskussion und auch die Mitgliedschaft innerhalb der Piraten nichts mehr wert ist.

        …nun liegen mir in der Tat die Thema Soziales und Familie unglaublich am Herzen und positionierst du dich als Frau bei den Piraten heute nicht mehr auf bestimmte Art und Weise dann bist du einem Shitstorm höchster Güte ausgesetzt…wer will das denn haben? Und haben wir nicht alle noch ein Leben?

        …dies aus der Warte einer ehemals sehr aktiven Piratin und von jemandem der resigniert eben Aufgrund dieser Thematik aufgegeben hat…mir ist meine Lebenszeit zu schade um gegen diese Mühlen anzurennen!

        Und bevor ich es vergesse: Liebe Ricarda, danke erneut für das nach außen Kehren meiner Gedanken in diesem Bereich 🙂

    • erklär dies mal der Öffentlichkeit…

  6. Es ist ganz einfach zu sehen, was offiziell ist und was nicht. Steht „Pirat“ drauf, ist es offiziell – ansonsten nicht.

    Das mit den Stellungnahmen ist so ein Problem. Es gibt so unglaublich Vieles zu tun, einiges davon hast Du ja bereits aufgezählt. Es wird von uns verlangt, dass wir Dinge außerhalb unserer Kernthemen machen, es wird verlangt, dass wir Kernthemen machen, es wird verlangt, dass wir uns kommunal engagieren (ich selber sitze als zubenannter Bürger in zwei Ausschüssen meines Bezirks), außerdem organisieren wir uns selber, d.h. wir betreiben unsere eigene IT, machen unsere Wahlkämpfe komplett selber, …

    Ich pfeife regelmäßig auf dem letzten Loch, da habe ich keine Zeit, mich um noch mehr Dinge zu kümmern. Ich halte mich dann (in der Regel) lieber aus vielen Diskussionen raus und mache lieber meine Bezirksarbeit, da diese wirklich für den Bürger ist und ihn direkt betrifft.

    • Ich kann mir vorstellen, dass das eine große Belastung ist, die man aber gern auf sich nimmt, wenn man an die Sache glaubt. Und gerade deswegen finde ich, sollte das Ganze noch etwas klarer für den Außenstehenden werden. Ich denke, es kann kein Zufall sein, dass zwischen dem vermehrten Auftreten der Femtrolls und dem Sinken der Umfragewerte kein Zusammenhang besteht.

      Die AG Flausch zum Beispiel. Auf deren Piratenpadseite wird um eine Stellungnahme für die Aktion auf dem CCC gebeten. http://wiki.piratenpartei.de/AG_Flausch (unter Presse). War die Aktion jetzt Privat oder eine Piratenaktion? Man trat offensichtlich als Flauscheria auf und hat einen schlechten Eindruck bei vielen hinterlassen, der auch den Piraten angezettelt (wenn man diesen Begriff in dem Zusammenhang verwenden darf) wird.

      Ich will nicht in Wunden stochern, du kannst sicher am wenigsten dafür, ich will nur sagen, dass es für mich ohne tagelang in irgendwelchen Pads zu googlen nicht ersichtlich ist, was nun offiziell ist. Wenn sich eine Gruppe als AG ausgibt, ist das dann offiziell Piraten, Privat oder irgendwas dazwischen?

      • AGs sind parteiinterne Gruppierungen, die nach Extern nicht für die Piraten sprechen dürfen.

        Die Femtrolls würde ich nicht in Zusammenhang mit den Umfragewerten setzen, dazu ist es viel zu sehr ein Thema, was nur eine kleine Gruppe interessiert.

        Das liegt sicherlich an anderen Dingen, bzw. an einer Summe von Dingen. Es sind teilweise ziemlich dämlich agierende Einzelpiraten gewesen. Es ist eine Presse, die solche Aktionen verbreitet, nicht aber das, was Piraten wirklich geleistet haben. Es gibt anscheinend sogar sehr vereinzelt Mitglieder, die anscheinend vorsätzlich die internen Prozesse stören wollen, um den Piraten zu schaden.

        Es ist aber auch die Erkenntnis der Bürger, dass die Piraten nicht alle Wunder sofort erfüllen können, die man von ihnen erhofft hat.

        Ich sehe uns noch nicht am Ende. Selbst wenn wir Niedersachsen vergeigen sollten, geht es weiter.

        • Hallo Ike,

          ich bin zwar ein einzelner Wähler und die Allgemeinheit, aber ICH wähle genau aus diesen Grund die Piraten nicht mehr.

          Und hier geht es nicht nur um die Femtroll mit dem oben beschriebenen Verhalten, welche sich mit Duldung der Piraten-Admins im Piratenforum unsäglich austobben durften, während andere User wegen Lappalien gesperrt wurden.
          Nein auch gerade die Bundesparteitagsbeschlüsse zum Thema „Familie“, kann ich nicht im geringsten mittragen. Hier wurden extremste Minderheitenposition zum Parteiziel gemacht, die mit dem was die allermeisten unter Familie verstehen nichts mehr zu tun haben.

          Was sollen verdammt nochmal Forderung, dass man Jungens Mädchennamen und Mädchen Jungennamen geben sollen ?

          Vor 2 Jahren war die AG Männer noch recht aktiv, welche z.B. gemeinsames Sorgerecht ab Geburt gefordert haben, (wie in vielen europäischen Länder seit Jahren Standard). Oder das Ende eines rein männlichen Zwangsdienstes. Oder gegen die Diskriminierung der Jungen im Schulsystem vorzugehen. (Lt. offiziellen Studie bekommen Jungen bei gleicher Kompetenz im Schnitt eine Note schlechter).
          Gegen alle diese Themen war stets ein große Ablehnung bei den Piraten zuspüren, obwohl DIESE Thema eine breite Masse der Menschen betreffen.
          Stattdessen wie gesagt radikalste-QUEER- Themen sogar im Parteiprogramm.

          DoS

  7. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Menschen vorgeben, sich Gedanken gemacht zu haben und dann am Ende nur Käse dabei rauskommt. Soll das irgendwie intelligent wirken? Nach dem Motto: Ich schreibe, also denke ich?

    Warum glaubt Ihr Leute immer wieder, Einzelpersonen, die am lautesten Schreien, sprechen automatisch für die ganze Gruppe/Partei?

    Wozu stimmen Parteien eigentlich noch über Programme und Anträge ab? Ihr glaubt doch eh nur, was irgendwelche Trolle euch zurufen oder die Etablierten euch über die Medien eintrichtern?

    • Wer Trolle sprechen lässt, muss damit rechnen, dass ihnen zugehört wird 😉

      • Nun, die Alternative wäre, dass nur ausgewählte Personen für die Piraten sprechen dürften, d.h. beauftragte Personen wie der Vorstand. Wenn aber nur der Vorstand sprechen darf und somit eben auch nur der Vorstand bestimmen darf, wären die Piraten nicht anders als alle anderen Parteien.

        Vielleicht ist es tatsächlich so, dass Deutsche im Allgemeinen einfach immer noch obrigkeitsgläubig sind. Wenn das der Fall ist, sollte ich meine Zeit vielleicht mit sinnvolleren Dingen verbringen.

        • Ich glaube, dass dieses „Jeder kann mitmachen und jeder kann einbringen, was er will“ ein Problem sein kann. Es wirkt eben sehr chaotisch und unorientiert. Als ich damals Piraten wählte, war ich mit dem Grundsatzprogramm bis auf einige Dinge einverstanden. Das waren aber Dinge, die mich persönlich nicht betrafen und über die ich hinwegsehen konnte (Drogenpolitik, Nichtraucherschutz).
          Ich wählte mit den Piraten eher ein neues System, wie man Politik macht. Aber dieses ganze Genderthema ist derzeit so präsent, dass man es gar nicht übersehen kann und an den Reaktionen, die ich auf Twitter von Piraten bekam, geht es nicht nur mir als Aussenstehenden so, sondern auch internen. Ich muss für mich nun entscheiden, ob ich eine Partei unterstützen kann, die ein Thema so öffentlich präsentiert, dass ich in seiner derzeitigen Form mehr als ablehne.
          Ein System zu wählen ist das eine, damit meine Stimme dann aber Leuten zu geben, deren Lebenseinstellung völlig gegen meine läuft, ist das andere.
          Das ist die Gefahr des „Jeder kann das Thema mitbringen, das er mitbringen möchte“.

        • Das sehe ich nicht so.
          Bei jedem der als Pirat wahrgenommen wird und in den Verdacht gerät ein Antisemit, Nazi oder ähnliches zu sein bekommt ihr einen Shitstorm hin bis in die, ich nenne es mal jetzt so, oberen Reihen.
          Bei den Femtrolls z.B. passiert gar nichts.
          Das ist dann Themen und Köpfe und Aussenwirkung.
          Die Piraten hatten auch nie den Anschein rechter Politik, nur ein paar Idioten. Trotzdem scheint hier die Abgrenzung immer wieder notwendig zu sein.
          Wahrscheinlich weil es die Presse ist die das fordert.
          Eure Wählerschaft und Unterstützer und Interessenten bewegen sich aber im Netz. Wenn die Presse das Thema nicht aufgreift heisst das nicht das das kein Thema ist.

    • @m3t4b0m4n

      mit deiner Aussage gehe ich d’accord. Dein kurzer Comment weist mehr Sachverstand auf, als dieses überlange getrolle.

      MfG

    • Ich finde Menschen wie Dich auch immer wieder erstaunlich. Die Kritiker diffamieren ohne auch nur ein wirklich valides Argument zu bringen. Und dann noch glauben damit durchzukommen.

  8. Unterwanderung:
    Woran machst du eine solche Unterwanderung fest? Genderthemen werden in der Piratenpartei schon seit der Gründungs diskutiert, was sich auch im Grundsatzprogramm niederschlägt:
    https://wiki.piratenpartei.de/Parteiprogramm#Geschlechter-_und_Familienpolitik
    Wie kann eine Partei von etwas unterwandert werden, was schon von Anfang an Teil der Bewegung ist?

    sie machen rassistische Tendenzen wieder salonfähig:
    Siehst du keinen Unterschied zwischen Rassismen und den Aufzeigen/Sichtbarmachen von Bevorteilungen/Privilegien, die aufgrund von Rassismus existieren?

    Krebsgeschwür:
    Auch wenn ich verstehen kann, dass in dem Post eine ganze Menge Rage und Enttäuschung steckt, ist dieser Begriff sowas von daneben. Anderen vorwerfen nicht ordentlich argumentieren zu können und dann Begrifflichkeiten zu benutzen, die Menschen als tödliche Krankheit deklarieren, passt in meinen Augen nicht zusammen.

    Ich hätte im allgemeinen gerne konkrete Beispiele, sonst kann ich gar nicht nachvollziehen, was für dich Feminist*in und was ‚Krebsgeschwür‘ ist.
    So das reicht fürs erste…

    mfg greemin

    • Die Unterwanderung bezieht sich nicht auf das Genderthema an sich, sondern auf die Leute, die das Genderthema nutzen, um sich zu profilieren. Es gibt sicher auch Mitglieder die sich aktiv für die Menschenrechte einsetzen, ohne sich in den Vordergrund zu spielen und sich selbst zum Thema zu machen, aber leider schreien die anderen zu laut. Femtrolls waren noch nie Teil der Parteibewegung und auch nicht Teil des Parteiprogramms.

      Rassismus begründete sich schon immer darin, dass andere Gruppierungen angeblich Vorteile/Privilegien haben und deswegen ausgegrenzt/vertrieben wurden. Ich möchte damit klar machen, dass ein Heterosexueller weißer Mann ebensowenig wie ein homosexueller, schwarzer Mann etwas für seine Hautfarbe oder für seine sexuelle Zugehörigkeit kann. Wer in einem heterosexuellen, weißen Mann ein Feindbild sieht, ist nicht besser als der, der es in einem homosexuellen Schwarzen sieht. Für mich ist das stumpfer Rassismus und egal wie man ihn begründen will, das bleibt er auch.

      Ich bezeichne nicht einzelne Menschen als Geschwür, sondern die Bewegung der Femtrolls, weil sie ähnlich wie ein Tumor ein gesundes System befallen, krank machen und dafür sorgen, dass es zugrunde geht. Nichts anderes macht auch der Krebst. Er befällt, bildet Tumore und führt unbehandelt im schlimmsten Fall zum Tode des Menschen.

      Für mich ist ein feministisch interessierter und handelnder Mensch jemand, der Probleme, die Frauen haben, ganz praktisch löst. Jemand, der Frauenhilfen unterstützt, jemand der direkt Frauen hilft, die Opfer einer Gewalttat wurden. Aber vor allem jemand, der Frauen gleichstellt und nicht hochhebt, Quoten fordert oder anderen Unsinn. Also jemand der aktiv an der Gleichberechtigung arbeitet und sie jeden Tag lebt.

      Ein Femtroll ist für mich jemand, der das Thema Frauenrechte und vor allem das Thema Gewalt gegen Frauen nutzt, um sich innerhalb einer Gruppe zu profilieren. Jemand der große Reden schwingt, um sich einen Namen zu machen, wahrgenommen zu werden, aber praktisch nichts anderes erreicht, als einen höheren Bekanntheitsstatus. Das erkennt man dann an Aktionen die viel Krach machen, die Leute in die Medien bringen, aber Betroffenen eher schaden als helfen.

      Es ist ein bisschen wie mit der Peta vergleichbar. Überall stellen sie nackte Mädchen in die Fußgängerzonen und generieren mit Unsinn Aufmerksamkeit, aber wenn die Tierheime überfüllt sind und jede helfende Hand gebraucht wird, sieht man von ihnen niemanden.

      • „Gender“ an sich ist schein ein Stolperstein. Es gibt keinen einzigen wissenschaftlich haltbaren Beweis für „das sozialisierte Geschlecht“:

        Gäbe es den, könnte man damit einen Haufen Geld machen. Cannabisbauern wären sicher hochinteressiert, wie sie männliche Pflanzen zu weiblichen sozialisieren könnten.

    • Genderthemen werden keineswegs seit der Gründung diskutiert sondern sind erst 2010 dazugekommen. Lies die Wiki-Seite mal genau, das Grundsatzprogramm wird ständig geändert.

    • Das Thema Familie im Parteiprogramm ist genau das beste Beispiel, wie die Piraten Extremposition von Minderheiten vertreten.

      Aller Punkte die einzige Queer-Interessen vertreten. Zum Teil radikaler als es sich die GRÜNEN je trauen würden.

      Im Parteiprogramm steht z.B. :
      „Kinder haben zu dürfen, muss von geschlechtlicher Identität bzw. Orientierung unabhängig sein. Auch gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften müssen zusammen Kinder BEKOMMEN (!!!) , adoptieren und aufziehen dürfen.“

      Gibt es jetzt einen Besitzanspruch auf Kinder ? Von wem sollen sie den die Kinder BEKOMMEN ? Von der staatlichen Kinder-Agentur ?
      Wird jedem Hetero-Paar mit zwei Kindern so lange ein Kind von der staatlichen Kinder-Agentur genommen, bis alle gleichgeschlechtlichen Paare mit Kindern „versorgt“ sind ? Damit der Rechtsanspruch auf’s „Kinderbekommen“ erfüllt wird ?

      Und Eltern sollen ihre Jungens auch Klara und ihre Mädchen auch Rüdiger nennen dürfen. Au ja auch eine GANZ wichtiges Thema für die Allgemeinheit.

      Und vor allem auch so wichtig für die Kinder. Klara wird sich auch ganz toll freuen, dass er dem piratischen Recht der Eltern auf freie Selbstbestimmung in seiner Schulklasse ausleben darf …

  9. Bin durch Zufall auf deinen Blog gestoßen im Zuge der Diskussion um die „Creepermove Karten“. Nun bin ich weder Nerd, zumindest sehe ich mich nicht als solchen, noch bin ich in der Szene aktiv, verfolge aber die Entwicklungen aus Interesse sehr gerne.
    Ich bin weiß, männlich und hetero, vielleicht sogar finanziell privilegiert, wenn auch in einem ganz kleinen Rahmen.
    Ich finde es ausgesprochen gut, dass auch Frauen nicht unreflektiert in diesen „modernen“ , oft durch Blogs verbreiteten und vordergründigen Feminismus, der letztendlich nichts als Hetze ist, miteinstimmen.
    Ich würde mich selbst nun auch nicht als Feministen bezeichnen, viel eher als Gerechtigkeitsanhänger. Und zwar Gerechtigkeit in Form von Chancen- und nicht Ergebnisgleichheit, oder gar der bewussten Bevorteilung einzelner Unterscheidungsmerkmale.

    Ganz schlimm an diesen Femtrolls, übrigens ein sehr passender Begriff den ich noch nicht kannte, dass ich als weißer, heterosexueller Mann, das wird ja in den einschlägigen Blogs immer hervorgehoben, quasi ein grundsätzliches Interesse an der Unterstützung von Vergewaltigung unterstellt bekomme, weil ich – so die Unterstellung – aktiver Teil einer „rape culture“ bin.

    Meine Mutter, eine emanzipierte, arbeitende, weiße und heterosexuelle Frau (und Mutter 😉 kann mit diesem Feminismus auch nichts mehr anfangen, im Gegenteil, sie glaubt mir gar nicht, dass solche Debatten auch tatsächlich geführt werden.

    Also vielen Dank für Deinen Beitrag, ich werde jetzt hier noch etwas rumstöbern.

  10. Es ist das Gleiche wie derzeit bei uns in der Studierendenschaft. Dieser militante Genderwahn, der wütend um sich schlägt und jeden trifft, der nicht hundert-pro mit dazu steht … argh. Es ist zum Mäuse melken.

    Diese Sache wird mich demnächst im Studierendenparlament betreffen, und schon seit Tagen überlege ich, wie ich die Sache Argumentativ am besten angehe.

    No more, I say 😉

    Verdammt gut geschrieben, dieser Blogartikel. Eine echte Inspiration. Den Begriff Femtrolle kannte ich zwar vorher noch nicht, aber ganz sicher werd ich ihn ab jetzt benutzen.

  11. Wenn Alle gehn, wer bleibt dann?

  12. Also deine Abneigung gegenüber „Femtrolls“ kann ich ja verstehen. Diese mit den Piraten gleichzusetzen finde ich aber nicht verständlich.

    Das ist wie wenn ich einen aus meiner Sicht bescheuerten Artikel auf telepolis.de gelesen habe und deswegen diese Seite generell als schlecht bewerte.

    • Heute in BY mit knapper einfacher Mehrheit angenommen:

      https://wiki.piratenpartei.de/BY:Landesparteitag_2013.1/Antragsfabrik/Positionspapier_003

      Alleine schon „Erziehung zur Konsenskultur“. Sorry, aber war da nicht mal was mit Freiheit und mündiger Bürger?
      Dafür sorgen das alle, unabhängig von Geschlecht und sonstigen Merkmalen, einen diskriminierungsfreien Zugang zu Bildung und Netzen und allem was man sonst noch so braucht haben ist perfekt.
      Erziehung zu was auch immer für einem „besseren“ Menschen und einer wie auch immer „besseren“ Gesellschaft geht mal absolut gar nicht.

  13. Du hast das sehr gut und richtig beschrieben. Ich kann Dich verstehen und meine Frau denkt genauso. Wir beide sind seit 2009 bei den Piraten in Berlin. Sie war am Anfang auch sehr aktiv. Aber seit dieser ganze Genderkram in Berlin mehrheitsfähig geworden ist, hat sie sich völlig zurück gezogen (und sie war sehr aktiv). So haben diejenigen, die angeblich für Frauen kämpfen, zumindest eine Frau aus der Partei getrieben. Ich bin noch aktiv, weil ich denen nicht das Feld überlassen mag.

  14. Menschen, die andere Menschen als „Krebsgeschwür“ bezeichnen, kann ich politisch nicht ernst nehmen.

  15. Wie üblich bei solchen Rants (und wie auch schon vor einem halben Jahr, als der „Lasst uns in Ruhe“-Text rumging) vermisse ich konkrete Beispiele / Zitate, wo denn bitteschön ‚die FeministInnen‘ (oder auch nur irgendeine!) sich so äußert oder handelt wie dort beschrieben. Solange das so bleibt, isses für mich nichts als eine Strohfrau, die hier mal wieder angezündet wird.

    Aber selbst wenn es so wäre und ein paar sich ‚feministisch‘ bezeichnende Menschen so argumentierten wie beschrieben: Wo bitteschön ist Kritik gleich ‚Bevormundung‘? Die kann man annehmen oder halt nicht. Freie Meinungsäußerung beinhaltet glücklicherweise die Freiheit, nicht zuhören zu müssen.
    Wer sich aber von „radikalen FeministInnen“ in seiner Freiheit hierzulande eingeschränkter und bedrohter fühlt als von konservativer Sozialpolitik, tja, da weiß ich dann auch nicht. Da, kann ich nur vermuten, ist das Problem wohl eher ein sehr persönliches.

    • Ach, ich vergaß. Bei der Politik ging es um das kleinere Übel. Nicht um Gerechtigkeit.

      • Wie gesagt, da fehlen konkrete Beispiele des Übels und der Ungerechtigkeit „feministischer“ Einflüsse und wo genau du Bevormundung verortest. Bis du da mal was genau benennen kannst statt nur pauschal zu ranten, kann ich diese Wahrnehmung nicht nachvollziehen.

        • http://ennolenze.de/diskriminierung-29c3/786/

          http://blog.fefe.de/?ts=ae1a50a0

          http://neuberlinerin.wordpress.com/2012/12/29/creeper-cards/

          Reicht das erstmal? Ich könnte diverse Erlebnisse im privaten Umfeld anführen, von plötzlichen selbsternannten Feministen, die ihre eigenen Eichhörnchen plötzlich beschimpfen und bekämpfen, obwohl die sich nie auch nur im Ansatz frauenfeindlich verhalten haben.

          • Also die drei Links mal zusammengefasst (die im Grunde alle das selbe sagen): Auf dem 29c3 wurde ein System ausprobiert, welches Übergriffigkeit aufzeigen und davor schützen soll. Dieses wurde nach Ansicht der Schreibenden unzureichend erklärt, angepasst, organisiert und kommuniziert und hat zu Missverständnissen geführt. So weit für mich als Kritik nachvollziehbar.

            Und das ist dann jetzt Bevormundung und Einschränkung von Redefreiheit, eine Bedrohung für die Piraten und alle freiheitlichen Ideale, äh…wie genau?

            Nö, reicht mir nicht als Grundlage für einen so pauschalen Rant. 🙂

            Niemand wird irgendwo *gezwungen*, Consent Culture zu leben (wäre auch ziemlich widersinnig). Wenn jedoch zunehmend Menschen die grundsätzliche Kritik verstehen, statt sich von ihr angepisst oder bedroht zu fühlen, ist das eine freiwillige Entscheidung.

            Über Fragen der genauen Umsetzung und wie sehr sie geglückt ist oder nicht lässt sich immer herzlich streiten. Kein Grund aber, das Kind mit dem Bade auszuschütten und schon das Ansinnen als ‚Trolling‘ herabzuwürdigen.

          • Allein schon dieser Kita-mäßige „erzieherische“ Impetus dieser Aktion war so dermaßen FAIL, dass es ein Wunder ist, dass nicht viele einfach gegangen sind!

            Die ganze Infiltrierung der ursprünglich viel freiheitlicheren Piraten durch queer-feministische Radikale muss man nicht mit Zitaten belegen, das ist seit Jahren allzu offensichtlich.

            So sehr, dass es viele Wähler/innen vertrieben hat – auch mich.

  16. …wie wahr, wie wahr?! Mehr als nur das! Hier spricht mal jemand öffentlich die Wahrheit und traurige Tatsachen an! Insbesondere im zweiten Teil werden sehr treffen die „Besserwisser“ angesprochen die nach den Wahlen zu uns gestoßen sind, nichts zu unserem Wahlerfolg beigetragen haben, sondern lediglich ein peinliches Umfrage-Tief verursacht haben! Ich gratuliere zu dieser mutigen Kritik die hoffentlich die „alten Stamm-Piraten“ zur Neuordnung in unseren Reihen aufrüttelt. Noch ist es nicht zu spät…

  17. Danke mal wieder. Ich bin immer froh, wenn sich eine Frau dazu äußert, als Mann wird man bei einer kritischen Meinung von den Femtrolls ja auch immer gleich als „Du bist ja selber Sexist“ abgestempelt.

    Es kann sein, dass die Piratenpartei die Linie gar nicht selber vertritt. Aber die Piratenpartei muss aufpassen wen sie nach außen ihre angeblichen Ziele kommunizieren lässt, denn es gibt Leute die zuhören wenn Ziele kommuniziert werden. Ist ja schön wenn alles basisdemokratisch ist, aber wie wäre es, wenn basisdemokratisch entschieden wird, was dann einer von wenigen bekannten Sprechern kommuniziert? Das vermeidet, dass sich jeder zum Sprecher aufschwingt. Denn es ist nicht jeder Sprecher, auch wenn die Partei sehr viel Mitwirkung fördert.

    Was die Femtrolle angeht … das deutliche Symptom das einen Femtroll von einem/einer FeministIn unterscheidet ist, dass er sich um Dinge kümmert die ihn gar nichts betreffen. Oft wird da jemand verteidigt, die gar nicht um Hilfe gebeten hat, und diese auch gar nicht haben wollte.
    Das klar zu erkennen wäre oft schwierig, weil es ja auch Leute gibt die sinnvoll helfen. Aber es gibt ein einfaches Zeichen: Sobald von Kackscheiße die Rede ist, sind es nur Trolle. Ich kenne bisher noch keinen ernstzunehmenden Feministen, der das Wort verwenden würde. Aber eine große Gruppe Femtrolle die dieses Wort in ihrer Aufrege-Kultur als heiligen Gral auserkoren haben.

  18. Danke für diesen Blogpost. Ich muss auch sagen, mich beschäftigt dieses Thema derzeit sehr. Ich bin sehr wohl dafür Frauen zu fördern und ohne diese Femtrollrichtung hat sich auch schon einiges getan. Auf dem letzten Bundesparteitag war ich begeistert, wie viele Frauen dort waren und sich am Mikrofon zu Wort gemeldet haben. Aber ob das jetzt daran lag, dass manche Leute ihren Twitteraccount dazu benutzen ungefähr jedem dritten der durch ihre Timeline fliegt zu sagen „Das war sexistische Kackscheisse!“ bezweifle ich.

    Der 29c3 war schon hart. Zumal ich mich dort eigentlich sehr wohl gefühlt habe aber das Hackerjeopardy hat mir die Suppe versalzen. Sowohl der Moderator, die Creeper Cards, die Stimmen auf Twitter und die ganze Diskussion darum herum. Der Höhepunkt war übrigens das Geschrei über Sexismus und den Zettel an der Frauentoilette, der Frauen zu einem Haecksenfrühstück eingeladen hat. Frauen. Ich habe mir dann vorgestellt, welches Theater es gegeben hätte, wenn sich die Männer gedacht hätten sie würden ein Männerfrühstück machen. Der Laden wäre explodiert.

    Spät in der Nacht las ich dann noch den Tweet von AliCologne, der schrieb das er er traurig sei über die Inderin, die an den Verletzungen ihrer Vergewaltigung gestorben sei. In der Kürze der Zeile fügte ich an, dass dies auch Männern jeden Tag passierte. Daraufhin gab es mal wieder gebashe für mich. Ob das ernsthaft meine Reaktion darauf sei, ginge gar nicht. Übrigens auch von einer Piratin, die ich bis dahin sehr schätzte aber da von ihr nur ein hetzender Kommentar und keine Nachfrage kam, hab ich seit dem mit dem Twitterfeminism abgeschlossen.

    Möglichkeit 1 dies zu lesen: Chrissie wertet das Leid der Frauen ab, indem sie sagt das Männern das auch passiert.

    Möglichkeit 2: Chrissie weist darauf hin, dass es wesentlich mehr Tote nach Vergewaltigungen gibt, als es den Leuten bewusst ist. Denn auch viele Männer sterben an diesen Folgen (Häufig übrigens im afrikanischen Bürgerkrieg) aber sie gehen nicht zum Arzt und reden auch nicht darüber.

    Auch das ist etwas, was mich unglaublich nervt. Man darf nicht mehr darauf hinweisen, dass Männer auch Nachteile erleben. Denn das degradiert die Nachteile der Frau oder so ähnlich. Ich habe auf diese Kinderkacke keinen Bock mehr und weiß auch nicht, ob es der wirkliche Weg ist mich zu engagieren. Ich bin schon froh, dass ich damals mit Spiff, Justin und Melanie den Weg des Equalismus, also der Gleichberechtigung für alle und nicht nur für Frauen eingeschlagen habe. Und das ist auch das was ich weiter machen werde.

    Also bitte, macht einen Screenshot und setzt mich auf die Keinzelfallseite weil ich keine Lust hab mich von irgendwem unterdrücken und mir den Mund verbieten zu lassen. DAS ist Feminismus!

  19. Pingback: Gemischter Linksalat VI: 13 Netzfundstücke

  20. Mit dem richtigen Text zum richtigen Thema sprudeln die Kommentare!
    Ich plichte Dir sowas von bei, da mich der ganze Genderscheiß schon
    lange und die Kärtchenaktion auf dem CCC im Besonderen ankotzt. Sowas
    behindert jegliches konstruktives Arbeiten.

  21. Es wäre interessant einen Text auszuarbeiten, der sich für Feminismus im Sinne eines Gleichberechtigungsfeminismus ausspricht, aber gegen Gendertrolle und radikalen Feminismus.
    Da kann man dann ja die Piraten abstimmen lassen.

  22. Die Partei hat auch och ganz andere Probleme, nämlich mit Frauenfeindlichkeit (Eine Folge der Femtrolls?):
    http://www.spiegel.de/spiegel/annett-meiritz-ueber-die-frauenfeindlichkeit-in-der-piratenpartei-a-877558.html

  23. Pingback: Radikale Piraten, Teil 2 | Aleks Lessmann

  24. Danke schön. Du sprichst uns Frauen aus dem Herzen.

  25. Pingback: Irrer #Aufschrei: Anne Wizorek führt schon SelbstgesprächeBerufszyniker | Berufszyniker

  26. Oh ja, diese Schleimbeutel sind mir auch schon aufgefallen:

    – aggressiv,
    – populistisch,
    – provokant,
    – hinterfotzig.

    Ein alter Kerl ist da besonders nervend, laut einigen Gerüchten ist er sowas wie der offizielle Kampagnentroll powered by Avaaz. Diskussionen kennt er nicht, Argumente werden ignoriert und es wird lediglich provoziert bis Mann mal etwas härter reagiert. Dann wird gemeldet mit dem Ziel der Account-Sperrung. Das ist nerviger als jede Feministin, die in einem Blick auf die Brüste mindestens eine sexuelle Belästigung sehen will. Verteilen wir doch Burkas und das Thema ist erledigt…

  27. Komm doch zur PDV 🙂 Bei uns würde es Dir sicher besser gehen als bei den Piraten. http://www.parteidervernunft.de/

  28. Vielen Dank Tiia,

    Du hast mir mit dem Begriff des Femtrolls eine Vokabel gegeben, welche die Leute beschreibt die so manipulativ dahe rkommen und die mich so anwidern.

    k-nut

  29. Ich weiß ich bin spät dran mit meinem Kommentar: aber das ursächliche Problem ist doch, dass die meisten Piraten leider nunmal verkappte Linke sind.

    Soll heißen: Linke, die dabei sind, weil „links“ das den Leuten kurzsichtig schönere Weltbild offenbarte: Liebe, Freude, Eierkuchen usw. — oder so ähnlich.

    Mit Politik hat das wenig zu tun, aber (leider) führt die schiere Masse dieser Präferenz-geilen „I like it“-Posten dazu, dass diese als eine einzige große links-orientierte Position im politischen Meinungsbild wahrgenommen werden, und damit die Politik beeinflussen dürfen.

    Dummerweise hat das alles wenig mit „links“ zu tun, aber wird als solches instrumentalisiert — von wem? Natürlich von den militant Linken! Den ewig Gestrigen…

    Man kann nur hoffen, dass auch die letzte „Stimme des Volkes“ sich VOR ihrer entscheidenen Stimmabgabe klarmacht, wer sie steuert und wie sie gesteuert wird.

    Ich habe noch Hoffnung. Allerdings wird im September wohl leider doch tiefrot links gewählt … das Ende naht. Vielleicht braucht das Volk auch erst 4 Jahre Sinneswahn und Täuschung um klar zu sehen.

    Oh man, ich hoffe nicht.

  30. Und Ihr habt bis heute nicht gemerkt, daß das feministische Kapern der Piraten die Rache der Grünen für die Berlinwahl ist? Unglaublich!

    Die testosterongesteuerten Jungen haben es den von den Grünen kommenden Feministinnen aber auch zu einfach gemacht, im Glauben daß jede Frau den Piraten guttut (solange mann nicht selber dadurch rausfällt sondern nur der Kollege…..). Nun hats die Partei völlig zerlegt, weil keiner sich traut den Spuk zu beenden. Man will ja kein „Frauenfeind“ sein und vor hysterischen Kreischerinnen haben grüne und Piraten-Jungs Angst.

    Vor Kurzem noch waren die Piraten neutral in der Geschlechterfrage, und genau das hat ihnen das Genick gebrochen, denn es wurde zu deutlich daß bei absoluter Eichhörnchen-Neutralität die liebgewonnenen Frauenprivilegien, Schutzräume, Quoten etc wegfallen müßten. Die Stimmen die die Piraten aufgrund ihrer Neutralität in Berlin holten (als einzige linke Partei ohne Quote), bezahlen sie jetzt mit dem scheinbar chaotisch-planlosen, aber doch gezielten Versenken durch grüne U-Boote.

  31. Pingback: Wider die Vergrünung der Piratenpartei | Aranitas Gedanken

  32. Ein ganz ganz ganz großes Danke für diesen Text! Du sprichst mir aus der Seele.

    Ich kann die Anfeindungen, die ich als offen Schwuler erleben durfte, wenn ich den Leuten aufgezeigt habe, wie diskriminierend und daneben ihre Aktionen sind, gar nicht mehr zählen.

    Dabei durfte ich auch so geniale Formulierungen wie „du bist zwar schwul, aber trotzdem ein Mann, also stell dich nicht so an!“ erleben.

    Da schreibt man einen Blogpost und beschreibt extra für die Fems, was man so an teils strafrechtlich relevanten Diskriminierungen innerhalb von ein paar Monaten erlebt hat und bekommt genau den obigen „Stell dich nicht so an!“ Satz an die Rübe geknallt.

    Ich für meinen Teil werde bleiben. Ich werde das Feld nicht den Trollen überlassen und wenn ich noch so oft als böser Masku beschimpft werden sollte.

  33. “Du hättest beitreten und etwas ändern können” – Das hättest Du nicht, die Mehrheit der Beitrag zahlenden Mitglieder sind gar nicht zur Veranstaltung auf der Frau Anne Wizorek aufgetreten ist, eingeladen worden, weiterhin war die große Mehrheit der geladenen Gäste gar keine Mitglieder der Partei, für mich war dass dann der letzte Stroh wonach ich ausgetreten bin. Zuerst hatte ich den falschen Eindruck das die Führung der Partei im Name der Meinungsfreiheit den Feministinnen ihre Fazilitäten zur Verfügung stellte, aber dann wurde auch schon bekannt das die Führung schon lange Anhänger der Antifa waren. Also die ganze Veranstaltung fand mit der Unterstützung der Führung, gegen den Willen der meisten Mitglieder statt. Wenn es etwas gibt das eine tatsächliche Bedrohung der deutschen Politik werden könnte, so wird sie von regierungsnahen Organisationen unterwandert, gewöhnlich die Antifa, und dann werden änderungen in der Politik gegen den Willen der Mitglieder unternommen. Momentan ist die AfD dran und es ist interessant ob nach den 15. Juni noch etwas von der Partei übrig bleibt.

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