Das ganz normale Chaos

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Ein E-Book Reader kommt mir nicht ins Haus! Oder doch?

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Es ist nicht einmal ein Jahr her, da hielt ich ein emotionales Plädoyer für das gedruckte Buch.

Kann ich durchaus den praktischen Nutzen eines Ebook-Readers verstehen und nachvollziehen, werde ich mir keinen kaufen.

Das schrieb ich im vergangenen April und verstehe wieso ich es schrieb, aber jetzt habe ich einen Kindle hier liegen, seit gestern Mittag und möchte ihn nicht mehr hergeben.

Wenn ich sonst Lust hatte zu lesen, musste ich entweder auf ein bereits gelesenes Buch in meinem Regal zurückgreifen oder ein neues kaufen. Da wir hier in Anröchte keinen Buchladen oder eine Bücherei haben (zumindest wüsste ich von beidem nicht), musste ich entweder in die nächste Stadt fahren und dort schauen oder bestellen. Da Bücher bei Amazon kostenlos verschickt werden und die Fahrtkosten in die Stadt auch nicht unbedingt erschwinglich sind, habe ich immer Amazon gewählt.

Seit gestern Mittag habe ich also einen Kindle. Das einfache Modell ohne Tastatur und sonstige Späßchen, einfach nur die Standardausführung. Um den Kauf zu testen und ein bisschen Lesematerial zu haben, dass über die kostenlosen Klassiker hinaus geht, habe ich mir ein Buch aus dem Amazon Kindle Shop gekauft und lese bereits darin. Ging sehr einfach und innerhalb einer Minute hatte ich das gewünschte Buch auf dem Gerät.

Von 18-23 Uhr habe ich also durchgehend gelesen und war begeistert. Es ist angenehm zu lesen, weil der Screen nicht leuchtet. Man kann so zwar nicht im Dunkeln lesen, aber das geht mit Büchern ja auch nicht. Alternativ kann man dazu immer noch die Kindle App verwenden. Dafür ist das Schriftbild des Bildschirms gestochen scharf und klar. Die Augen überanstrengen sich nicht so schnell wie es bei konventionellen Bildschirmen der Fall wäre und man kann länger und vor allem mehr lesen als sonst.

Der Kindle Reader wird dir Bücher in meinem Haushalt aber nicht ersetzen können. Das hat einen einfachen Grund. Zwar wirbt Amazon mit „Über einer Million E-Books im Kindle Store“ und das stimmt auch so, aber ein verschwindend kleiner Teil dieser Bücher ist in deutsch. Von diesen Büchern ist auch noch ein großer Teil von Autoren, die ihre E-Books eigenverantwortlich erstellt haben und diese anbieten. Die Verlage entscheiden selbst, ob sie E-Books ihrer Druckversionen anbieten oder nicht und vor allem entscheiden sie, wann dies passiert. Wer wie ich zum Beispiel die Sookie Stackhouse Reihe liest, von der im Februar und im Juni ein neuer Band erscheint, möchte diese Bände natürlich möglichst schnell haben. Die vergangenen Teile der Reihe wurden allerdings erst Anfang dieses Jahres als E-Book herausgebracht und es ist zu vermuten, dass man sich mit den zukünftigen Teilen auch ein wenig Zeit lässt. Ein Early Adopter, wie man es so schön nennt, wird also beim E-Book in die Röhre schauen.

Der Kindle ist gut, wenn man bereits vor längerer Zeit erschienene Bücher lesen möchte. Aber auch hier befindet sich im Kindle Store nur ein Bruchteil dessen, was man in gedruckter Form bekommt. Soweit meine Recherchen stimmen, ist die Übertragung aus anderen E-Book Stores zwar möglich, aber da bewegt man sich in einem Grau- bis Dunkelgrauzonigen Bereich. Es soll also gehen, aber man sollte nicht unbedingt groß damit angeben. Ihr wisst vermutlich, was ich meine.

Amazon hat dem zumindest einen Weg geschaffen, seinem Interesse an einer E-Book Version Ausdruck zu verleihen. Schaut ihr auf Amazon eine Produktseite an, bei der es keine Kindle-Version gibt, dann könnte ihr auf einen Link klicken und damit den Verlag benachrichtigen, dass ihr euch das Buch gern als E-Book wünscht. Machen das genügend Leute, erkennt der Verlag, dass ein Interesse vorhanden ist und wird das Buch evtl. sogar umsetzen. Schaden kann es nicht, einfach mal zu klicken.

Übrigens, das E-Book auf dem Bild bekommt ihr kostenlos auf http://cthulhuchick.com Es handelt sich dabei um Lovecrafts gesammelte Werke (ohne Texte in denen er als Mitautor fungierte) in englischer Sprache.

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  3. Als Early-Kindle-Adopter bleibt mir nach wie vor dazu nur eines zu sagen: <3!

  4. Ich kann mich der eBook Sache immer noch nicht erwärmen. Als iPad Besitzer nutze ich diese Möglichkeit natürlich auch, hatte auch schon einige Ebookreader wie das Kindle in der Hand…und dennoch greife ich beim Lesen lieber zur gedruckten Version.

    So hab ich mir z.B. „Die Säulen der Erde geladen“ das von mir wohl am häufigsten gelesene Buch (deshalb fehlen leider auch schon die ersten 10 Seiten)…aber ich tat mich schwer.

    Wohingegen ich mich z.B. bei leichter Lektüre dann eher dem elektronischen Buch zuwende. Auch gerne wenn es um Fachbücher o.ä. geht mit denen ich nicht unbedingt aktiv arbeiten möchte und Dinge z.B. markieren muss/will.
    Das ist für mich im übrigen ein riesiges Manko an der elektronischen Lesemöglichkeit. So würde ich mir z.B. NIE ein Kochbuch in elektronischer Form kaufen, da kann ich ja gar nix reinkrizzeln 😉
    Auch ein Manko ist natürlich die nach wie vor geringe Auswahl, teilweise der nicht viel geringere Preis zum gedruckten und eben das haben Gefühl….

    • Aber es gibt doch schon eReader wo man Notizen reinkritzeln kann 😉 Hab ich erst letztens gesehen.

      ***
      Ach ja ich möcht ja auch gern einen, ich hab ja nur die App und merke schon das ich nun wieder viel mehr lese, zwar kann man mit dieser im Dunkeln lesen wenn alles schon schläft, aber es gibt für die Reader ja auch kleine Lampen ^^
      Ich muss zugeben nach deinen Post gestern bei FB habe ich mir einen bestellt, zwar kein kindle, weil ich es doof finde das nur Amazon eBooks gehen, aber ein kleines beines Readerlein wird hier nun bald einziehen *gnihihi*

    • Das lesen auf iPad und Co kann man nicht mit einem E-Ink Reader vergleichen.
      Das Pad ist ein Monitor auf dem man liest, E-Ink ist gedruckt. Der Unterschied ist immens, aber man muss ihn erleben.

      Was den Kauf in anderen Shops angeht: Der Rest der Welt benutzt ePub als Format, das kann der Kindle nicht. ePub lässt sich mit Calibre (http://calibre-ebook.com/ — kostenlos) problemlos in das Format MOBI wandeln welches der Kindle versteht. Das ist einfach und legal.
      Allerdings funktioniert es nicht wenn das eBook DRM geschützt ist. Das ist bei den meisten der Fall, bei beam (https://www.beam-ebooks.de/) aber z.B. grundsätzlich nicht.
      Das DRM lässt sich entfernen (Google: „apprentice alf“), das ist aber der graue Bereich; wobei es IMHO zumindest moralisch nichts dagegen zu sagen gibt wenn man es mit selbst gekauften Büchern macht und diese dann auch nicht im Netz verteilt. Rechtlich sieht das aber vermutlich anders aus.

      • Deswegen hatte ich geschrieben das ich auch schon einige andere in der Hand hatte (habe das Glück einen Tester von der CT zu kennen und halte somit des öfteren jegliche Neuerscheinungen in der Hand und kann sie auch 1-2 Wochen testen) …und dennoch ist und bleibt es für mich ein Unterschied denn ich nicht weg machen kann 😉
        Es gibt Dinge die kann ich gut in E-Book Form lesen…aber geht es in den angenehmen vergrabenden Lesebereich greife ich dennoch immer wieder zum richtigen Buch.

        Vielleicht breche ich es in meinem Kopf und Gespühr auch nur auf merkwürdige Dinge runter, wie der Geruch eines Buchs, das Gefühl die Seite umzublättern, das das Buch nach jedem Lesen gebrauchter aussieht, ich es in den Händen halten kann und es dann im Regal steht. Es gibt Bücher da brauche ich das….und es gibt Bücher da kann ich getrost drauf verzichten, die lese ich auch nur einmal und danach sind sie hinfällig.

        Vielleicht wird ja irgendwann die Option entwickelt ein Upgrade auf ein richtiges Buch zum vergünstigten Preis zu kriegen…fänd ich persönlich knorke.

        Und was das reinkritzeln angeht…nachdem ich das geschrieben habe hab ich auch nochmal recherchiert…und ja gibt es und muss ich für mich mal testen.

        Aber Fakt ist…ein Buch bleibt ein Buch und ein eBook ein eBook und dieses KANN für mich bisher noch nicht mal annähernd ein Buch ersetzen 😉

    • Zumindest von Kindle 3 und 4 sowie vom Sony PRS-T1 weiß ich, dass man Notizen in jedes Buch schreiben kann

  5. Muss sagen, ich hab zu Weihnachten nen Kindle Keyboard bekommen. Ich bin viel mit den öffentlichen unterwegs, aber auch zuhause habe ich so viel gelesen wie seit Jahren nicht!
    Ich hab mir auch immer gesagt: „Son Buch, aus Papier, das ersetzt mir nichts!“, aber so ist es eben nicht.

    Einfach ein klasse Teil, ich geh nicht mehr ohne aus dem Haus.

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  7. Willkommen im Club. 🙂

  8. Heh…
    Das selbe eBook hat sich auch schon auf meinen Kindle verirrt.
    Und wieso ist der Erwerb von Büchern außerhalb von Amazon problematisch? Gibt doch genug Läden, die DRM freie .mobi eBooks verkaufen. Die kann man völlig problemfrei auf dem Kindle lesen

  9. Ich hab die Kindle-App auf dem Handy und dem Tablet und lese fast nur noch so. Alleine Abends bei gedämpftem Licht lesen, keine Probleme mit dem sehen haben. Und ich hab viel schneller eine gemütliche Position gefunden als mit einem normalen Buch.

    Ich hoffe das noch einige Klassiker umgesetzt werden und das eBooks einen besseren Preis erhalten. Teilweise 10€, also analog dem Taschenbuch, find ich für einen Download doch sehr teuer.

  10. Hey Ricarda,

    ich bekomme demnächst den Kindle mit Tastatur geschenkt und bin schon wahnsinnig gespannt drauf. Bücher verschlinge ich wie Kartoffelbrei (meine Leibspeise)! Und demnach finde ich das Buch an sich auch nicht ersetzbar, ABER ich freunde mich mit dem Gedanken einen eReader zu nutzen immer mehr an. Es scheint mir praktisch. Besonders auf Reisen. Und ich liebäugele sehr mit der kostenlosen Klassiker-Rubrik bei Amazon. Da kann man sich ja totlesen.
    Bin mehr als gespannt.

    Danke für den Artikel. <3
    Besten Gruß
    Frau Erbse

  11. Ich habe zu Weihnachten auch einen Kindle bekommen. Ich studiere Germanistik und habe daher sowieso schon eine Affinität zu Büchern. Und vor allem gedruckten Büchern. Daher habe ich in meinem Studienumfeld auch durchaus schon negative Kommentare gehört nach dem Motto „aber als Germanistik-Studentin muss man doch richtige Bücher lesen“.

    Ich war, genau wie du, lange skeptisch dieser neuen Technik gegenüber, aber ich finds nicht schlecht. Vor allem, weil es tatsächlich einige Klassiker kostenlos gibt, die man sich mal eben schnell herunterladen und gleich reinschmökern kann.

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