Das ganz normale Chaos

Die Sexismusdebatte ist (vorerst) gescheitert und ihre Opfer sind der Preis

| 73 Kommentare

Nein, du schreibst nichts dazu.. Nein, du schreibst nichts dazu… So oder so ähnlich war das Mantra, das ich mir immer und immer vorgemurmelt habe als es um den #Aufschrei ging. Ich habe mich hier und da auf Twitter aufgeregt, ja. Habe dafür verbale Haue bekommen, stimmt auch und habe danach irgendwann den #Aufschrei über meinen Twitter Client blockiert. Nicht weil mich das Thema an sich nervt, sondern wie damit umgegangen wird.

Die Brüderle-Story stinkt

Wenn ein Politiker eine junge Journalistin dumm anmacht, weil er einen in der Krone hat, dann ist das Mist. Das ist übrigens auch dann Mist, wenn es nicht Politiker und Journalistin sind, sondern Hinz und Kunz. Das Problem ist aber folgendes – das Einzige, dass ich ihm vorwerfen kann ist, dass er zum einen scheinbar seinen Alkoholkonsum nicht im Griff hat, wie es in seiner Position und zu so einer Situation angemessen gewesen wäre und dass er einfach keine Ahnung von Frauen hat.
Was ich aber nun dem Stern und der Frau Himmelreich vorwerfe ist, wie sie mit dem Thema jetzt umgehen. Nach dem Vorfall verfolgte sie die Geschichte um Brüderle und auch ihn ein ganzes Jahr. Wäre es wirklich so traumatisierend gewesen, hätte sie die Story abgegeben. Ihr Chefredakteur sagte selbst, nachdem er die sexistischen Cover des Sterns der letzten beiden Jahre trotz Beweis leugnete (Sendung Markus Lanz) , dass die Story halt wichtig war. Wer ist nun hier bitte derjenige, der sich daneben verhalten hat? Ist es der angetrunkene Politiker, der sich nicht wirklich im Griff hat? Ist es die Journalistin, die ein Jahr nach der Geschichte Profit daraus schlagen will oder ist es der Chefredakteur, der trotz dieser Übergrifflichkeiten seine Redakteurin NICHT schützt und sie weiterhin an der Geschichte arbeiten lässt, weil sie für das Blatt wichtiger ist, als die Würde der Mitarbeiterin? Die Story stinkt von vorn bis hinten, wenn ihr mich fragt.

Der Aufschrei und was danach kam

Nach der Geschichte im Stern kam der Aufschrei. Frauen berichten von Sexismus in ihrem Leben hashtaggen dies mit #aufschrei. Gefühlte 80% der Teilnehmerinnen wissen nicht einmal was Sexismus ist oder genauer gesagt, was Sexismus eben nicht ist. Und so wird alles in einen Topf geworfen, wo ein Mann irgendwas machte, was man selbst doof fand. Von „doofen Blicken“ bis hin zu brutalen Vergewaltigungen hatten wir alles dabei und damit fing der #aufschrei in meinen Augen an, gefährlich zu werden. Ich hoffe ich bekomme die Begründungen, wieso das so ist, noch alle auf die Reihe weil es wirklich so viele sind. Fangen wir an.

Der Aufschrei kriminalisiert soziale Inkompetenz und bagatellisiert Straftaten

Der Aufschrei war gedacht als ein Zeichen gegen Sexismus. Fast die Hälfte der Beiträge dazu befassten sich aber nicht mit Sexismus, sondern mit Straftaten. Vergewaltigungen – ob nun versucht oder vollzogen – sind kein Sexismus. Es sind Straftaten. Es sind Straftaten die aus verschiedenen Gründen passieren können aber nicht, weil eine Frau eben eine Frau ist und weil ein Mann eben ein Mann ist. Vergewaltigungen gehören strafrechtlich verfolgt. Vergewaltiger kann man durch eine Sexismusdebatte nicht davon abhalten übergreiflich zu werden. Es sind Straftäter. Damit will ich nicht sagen, dass Opfer nicht über ihre Erfahrungen sprechen sollen – im Gegenteil – aber ich sage damit, dass es dazu geführt hat, dass die Sexismus-Debatte nicht nur eskaliert ist, sondern wohl auch nicht mehr sachlich geführt werden kann.

waschfrau

Was ist Sexismus?

Da ich nicht so gut in allgemeinen Definitionen bin, hier ein Zitat:

„Unter Sexismus versteht man die soziale Konstruktion von sexuellen Unterschieden zwischen Menschen und die daraus abgeleiteten Normen und Handlungsweisen. Der Sexismus unterteilt alle Menschen anhand ihrer biologischen  Geschlechtsmerkmale in Frauen und Männer, unterstellt ihnen damit eine grundlegende Unterschiedlichkeit und  weist ihnen auf dieser Basis unterschiedliche Rechte und Pflichten zu.

In der Psychologie und Sozialpsychologie wird Sexismus häufig über vorurteilsbesetzte (negative) Einstellungen und  diskriminierende Verhaltensweisen gegenüber Personen aufgrund ihres Geschlechts oder noch breiter als „stereotype Einschätzung, Bewertung, Benachteiligung oder Bevorzugung einer Person allein auf Grund ihrer
Geschlechtszugehörigkeit“ definiert. Diese Definitionen umfassen auch Stereotypisierungen, Abwertungen und
Diskriminierungen gegenüber Männern.“

Sexismus bedeutet also, dass man Menschen aufgrund ihres Geschlechts bestimmte Eigenschaften zuschreibt. „Männer sind stark“ „Frauen sind fleißig“ sind damit ebenso Sexismus wie „Bodybuilder sind impotent“ oder „Blondinen sind dumm“.

Sexismus hat damit sehr viele Parallelen mit dem Rassismus. Dort gibt es ebenfalls negative und positive Assoziationen, die man mit Nationen verbindet. Beide fallen in den Bereich des Rassismus, wenn man bestimmte Eigenschaften an eine Nationalität knüpft.

Und damit wären wir auf der sachlichen Ebene angekommen. Sexismus ist also das Unterstellen bestimmter Eigenschaften, aufgrund des Geschlechts. Zu sagen, dass Frauen besonders gut kochen können sollten und sich Männer mit Technik auskennen müssen, wäre sexistisch. Und anhand dieses Beispiels sehen wir, dass Sexismus eben ein Thema ist, das beide Geschlechter betrifft. Weil beide Geschlechter sexistisch sind und Sexismus erfahren.

Mit diesem kleinen Schlenker, was Sexismus ist, kommen wir zurück zur Gefährlichkeit des Aufschreis. Der Aufschrei war nur an Frauen gerichtet. Männer die sich unter dem Hashtag ebenfalls zu Sexismus äußerten, bekamen Häme und Spott. Davon abgesehen, dass auch das hochgradig sexistisch ist, halte ich es für einen fatalen Fehler, die Hälfte der Bevölkerung zu einem Thema den Mund zu verbieten, der die ganze Bevölkerung etwas angeht.

Sexismus geht alle etwas an, weil es alle betrifft

Dass es keinen Sexismus gegen Männer geben würde, war das allgemeine Argument und das entsteht aus dem Unwissen heraus was Sexismus ist (daher oben die Erklärung). Und selbst wenn man mit Sexismus nur gewaltätige Übergriffe versteht, so erfahren auch Männer diese. Nur reden sie weniger drüber, denn wenn ein Mann Gewalt durch eine Frau erfahren hat, und dies offen zugibt, dann ist er in den Augen der Gesellschaft „kein Mann mehr“. Und auch das ist Sexismus. Zu erwarten, dass jemand nur dann ein „richtiger“ Mann sei, wenn er sich behauptet.
Es gibt also Sexismus gegen Frauen und gegen Männer. Es gibt ebenfalls Übergriffe gegen Frauen und Männer. Und wer nur einen dieser Punkte leugnet, der disqualifiziert sich eigentlich direkt für diese Diskussion.

Wenn man nun den Sexismus mit sexuellen Übergriffen in einen Topf wirft und irgendwie auf die gleiche Stufe stellen möchte, dann hat man ein Problem. Weniger schlimme Situationen werden gleichzeitig überbewertet und bagatellisiert und extrem schlimme Situationen immer bagatellisiert. Einen dummen Blick in der Straßenbahn kann man nicht mit einer Vergewaltigung gleichstellen. Das ist ein herber Schlag in das Gesicht aller die eine Vergewaltigung miterleben mussten. Und genauso kann man nicht sagen, dass jeder Mann, der guckt, gleich der potentielle Vergewaltiger ist. Man kann aber auch gleichzeitig keiner Frau, die sich durch einen solchen Blick belästigt fühlt, sagen, dass ihre Ängste keinen Wert hätten weil es ja hätte schlimmer sein können. Das alles sind reale Diskussionen beim #aufschrei gewesen.

Der Empfänger ist wichtig, nicht der Sender

Viele Situationen bekommen ihren Namen erst durch unsere Bewertung. So kann ein Blick von jemandem den wir gut finden für Schmetterlinge in unserem Bauch sorgen, wohingegen der Blick eines Menschen der uns unheimlich ist, für Angst sorgt. Die Blicke können in beiden Fällen eigentlich die gleiche Bedeutung haben, aber wir bewerten sie anhand des Menschen, der ihn uns gibt, unterschiedlich. Und nun kommen wir zu einem Problem. Wir machen in dieser Situation Menschen, die wir nicht mögen, zu potentiellen Straftätern, weil wir sie nicht mögen. Weil uns ihre Frisur nicht gefällt, weil sie vielleicht das Falsche anhaben oder weil sie nicht unser Typ sind. Dass uns ein Mensch unsympathisch ist, gibt uns nicht das Recht, ihn deswegen zu einem Kriminellen zu erklären.

Genauso verhält es sich mit Sprüchen. Ein „Hey Süße“ aus dem Mund eures Freundes lässt euch lächeln, aber ein „Hey Süße“ aus dem Mund eines Fremden macht euch sauer. Beides kann das gleiche bedeuten, aber ihr als Empfänger bewertet.

Problematisch wird es nun für die, die sowieso schon unsicher sind. Ja man mag es nicht glauben, aber auch unter Männern gibt es welche, die Frauen gegenüber unsicher und ungeschickt sind und man mag es ebenfalls nicht glauben – das sind nicht gerade wenige. Diese werden nun natürlich noch mehr verunsichert. Trauen sie sich jetzt schon kaum eine Frau anzusprechen – jetzt werden sie es vermutlich gar nicht mehr versuchen. Als Mann kann man Frauen nämlich nicht so einfach ansprechen. Als Mann ist man ständig in der Gefahr, der „Perverse“ zu sein, weil die Frau den Mann nicht attraktiv findet. Einfach weil es gesellschaftlich so anerkannt ist. Das finde ich nicht gut, das finden andere auch nicht gut, aber wie sollten wir es ändern, wenn es immer wieder zementiert wird? Auch durch den #aufschrei.

Antje Schrupp schrieb zum Aufschrei einen sehr klugen Tweet. Ich bekomme ihn nicht mehr wortwörtlich auf die Reihe aber vom Sinn. Es geht bei der Sexismusdebatte nicht darum was jemand macht, sondern wie er reagiert, wenn das gegenüber „Nein“ sagt. Ich glaube das trifft es sehr gut. Man kann nie wissen wir jemand auf einen Blick oder Spruch reagiert, aber wenn man merkt dass die Person es nicht möchte oder ablehnend ist, dann sollte man das respektieren. Und im Endeffekt geht es doch um diese eine Sache. Respekt voreinander haben. Respekt zu haben, dass es Ungerechtigkeiten in beiden Lagern gibt, Respekt voreinander zu haben, dass man diese Ungerechtigkeiten gemeinsam aus der Welt räumt. Gemeinsam.

Aber ich sehe die Sexismusdebatte derzeit gescheitert. Gescheitert deswegen, weil die Femtrolle, sie sich mal wieder auf ihre Fahnen geschrieben haben, gescheitert, weil eine Alice Schwarzer im TV dazu Partei ergreift und auch gescheitert weil ein Chefredakteur, dem eine Story wichtiger ist als eine Mitarbeiterin, auf einmal der Frauenretter sein will. Aber vor allem gescheitert, weil das Bewusstsein fehlt, dass Sexismus ein Problem aller ist. Nicht nur ein Frauenproblem.

Der Aufschrei war keine Aktion, die dazu geführt hat, Lösungen zu bringen. Sie hat wieder einmal Köpfe in die Öffentlichkeit gebracht, die sich mit dem Thema profilieren konnten. Schwarzer hatte das beispielsweise nach ihrer tragischen Liebesgeschichte mit der Bild und ihrer Hetze gegen Kachelmann auch bitter nötig. Wir haben einige neue Gesichter dazu bekommen. Himmelreich, die Frau die versuchte Brüderle zu stürzen. Dann die Dame die den Aufschrei hier veranstaltete (Name vergessen), die aber Beraterin für digitale Strategien oder sowas ähnliches ist (da macht sich so ne Aktion auch super im Lebenslauf). Dann hat man noch die üblichen Verdächtigen gesehen, die sich in jede Debatte einbringen, wo man den Feminismusstempel draufpappen kann. Nein, Lösungen gab es nicht und wird es vorerst auch nicht geben können, weil es vermutlich ewig dauern wird, bis wir uns auf einer sachlichen Ebene treffen können.

Mir wurde auf Twitter übrigens von einer Person, die mir nicht bekannt war, vorgeworfen, das sich zu dem Thema nichts sagen dürfte weil ich weder Sexismus noch Übergriffe erfahren habe. Denkt mal drüber nach, was ihr so auf Leute loslasst, deren Lebensgeschichte ihr nicht kennt,

(Ich bin in meiner Abhandlung jetzt mal von Heteropartnerschaften und Übergriffen ausgegangen, weil das das Kernthema der Debatte war. Auf alle Konstellationen einzugehen, hätte das Ganze hier vermutlich noch länger und umfangreicher gemacht.)

 

Waschfrauen: AttributionNoncommercialShare Alike Some rights reserved by Stadtarchiv Speyer

73 Kommentare

  1. Mir gefällt der Artikel, eben weil er auch verdeutlicht, dass es Sexismus in beide Richtungen gibt und das es darum geht zuzuhören und Respekt zu haben.

    Ich habe mir ja in den letzten Tagen die Definitionen durchgelesen, die Feministen sich zum Thema haben einfallen lassen. Demnach setzt Sexismus nicht nur geschlechterspezifische Vorurteile voraus, sondern auch Macht. Und eben diese Macht sollen nur Männer haben, wo ich aber nicht wirklich verstanden habe, warum das der Fall ist.

  2. Danke.

    Jedes Mal, wenn ich auf Twitter einen „Aufschrei“-Tweet abgesetzt habe, wurde mir von Frauen irgendwas vorgeworfen. Habe ich darauf hingewiesen, dass auch Männer betroffen sind, sollte ich mich „nicht so anstellen“. Habe ich darauf hingewiesen, dass „gegenseitiger Respekt und verständnisvolles Miteinander“ wesentlich mehr Probleme lösen könnte, hatte ich „als Mann doch gar keine Ahnung“?!? Überhaupt dürfte ich als Mann gar nichts zu dem Thema sagen, weil ich wäre ja das Problem. :-/

    Bei der ganzen Aktion ging es anscheinend vielen nie darum, auf das Problem hinzweisen, sondern darum, anderen etwas vorzuwerfen. Abgesehen davon wurde das tatsächliche Problem dadurch nur verwässert. Und wie der klassische Sturm im Wasserglas, denkt in 2 Wochen niemand mehr daran, dass es mal einen Aufschrei gab und macht weiter wie bisher.

    Schade.

    • .. die ewige Frage der Menschheit .. „wer ist schuld?“ .. Eine Frage, die erschreckend häufig übersetzt mit „natürlich der Sündenbock!“ beantwortet wird. „Wenn nicht der, wer dann? Irgendjemanden muss man ja an den Pranger stellen.“ .. .. ich frage mich, ob wir eines Tages begreifen werden was wir eigentlich tun.

  3. Einer der wenigen, wirklich sachlich fundierten Beiträge zu diesem Thema. Danke!

  4. Klasse Artikel, trifft genau meine Meinung. Du hast es sehr treffend und sachlich formuliert. Vielen Dank!

  5. Oft ist es besser mal ein paar Tage zu warten und sich dann in Ruhe Gedanken zu machen. Das Ergebnis sind dann oft unaufgeregte und analysierende Texte, die grossen Teilen (oder sagen wir mal besser “dem groessten Teil der Involvierten”) der Debatte den Wind aus den Segeln nehmen.
    Wer haette gedacht, dass ein eigentlich sehr wichtiges Thema (und damit meine ich weiss Gott nicht den STERN-BS), so zugrunde gehypt werden kann und letztendlich als etwas endet, was es niemals haette werden duerfen: Ein Sommerloch im Januar!

    P.S. Edit musste mal drueberschiessen 🙂

  6. Schöner Artikel- gefällt mir.

  7. Toller eindringlicher Beitrag.

  8. Guter und – wie ich finde – abgeklärter Beitrag. Danke dafür!

    Es geht bei der Sexismusdebatte nicht darum was jemand macht, sondern wie er reagiert, wenn das gegenüber “Nein” sagt.

    Wenn man das weiterdenkt heißt das auch, dass man sich gegenüber dem- oder derjenigen je nach Sachlage zur Wehr setzen kann. Gerade das Selbstbewusstsein der jungen Generation spielt in der ganzen Diskussion fast keine Rolle.

    Es kommt in der #Aufschrei – Diskussion zwar vor, ist aber völlig unterbelichtet. Schwierig wird das mit dem Wehren aber natürlich dann, wenn sich eine Frau gegen ihren Chef wehren muss. Wir diskutieren in Deutschland über fehlende Zivilcourage in ganz anderen Zusammenhängen. Aber auch in solchen Situationen kann man diese zeigen, finde ich.

    Ein anderer Aspekt ist der Umgang mit Rainer Brüderle. So, wie die Diskussion in der Öffentlichkeit geführt wurde, kam gleich der Eindruck auf, als handle es sich um eine Kampagne. Inzwischen wissen wir aber durch die Beiträge anderer Journalistinnen (Panorama), dass Brüderle sich nicht im Griff hat. Ich finde nun, dass er die Konsequenzen daraus ziehen sollte. Jedenfalls muss er sich danach in meinen Augen anders verhalten, als er es bisher mit seinem strikten Schweigen tat.

  9. Danke dafür, du sprichst mir erneut aus der Seele und ich kann mich jedem einzelnen Wort hier anschließen.

  10. Danke! Ich finde es sehr wertvoll, dass Leute wie du sich zu dem Thema äußern. Einerseits bist du um eine sachliche Sichtweise bemüht. Andererseits bist du eine Frau und wirst deshalb ernst genommen. Genau solche Beiträge sind Schritte zu einem funktionierenden Miteinander.

  11. Interessant finde ich diese beiden Sätze:

    „Ein “Hey Süße” aus dem Mund eures Freundes lässt euch lächeln, aber ein “Hey Süße” aus dem Mund eines Fremden macht euch sauer“

    Zuerst ist doch jeder Mensch einem fremd oder nicht? Der eigene Freund / die eigene Freundin ist doch erst eine fremde Person oder nicht, die man zufällig irgendwo getroffen hat und man der vertrauter würde.

    Würde man alleine nur nach dieser Definiton gehen, würde man keinerlei Beziehungen eingehen können und der „Fremde“ würde ewig fremd bleiben.

    PS: Ich bin voll auf deiner Linie, nicht dass man mein Kommentar missverstehen könnte.

  12. Danke für den durchdachten Artikel. Ich finde die ganze Debatte ist typisch für die „neuen“ Medien. Sie machen es einem einfach, dass man schreibt, bevor man darüber nachdenkt! Was dann verbreitet wird, sind eben die Gefühle, die einen bei diesem Thema bewegen. Das ist an sich nichts schlechtes, doch wenn es wie hier in Wirklichkeit um eine politische Frage geht, ist das, wie in diesem Fall, dem Thema nicht nur abträglich, sondern erstickt den eigentlichen Kern, nämlich die Schwierigkeiten im Umgang der Menschen, inbesondere der Geschlechter untereinander. Und das ist Schade, weil es jeden Menschen, gleich welchen Geschlechts betrifft.

    PS: Rassismus hat mit der Nationalität eines Menschen nichts zu tun, sondern mit seiner Abstammung bzw. Hautfarbe. Komisch, dass am häufigsten die Rassisten damit Probleme haben.
    Im Internet habe dazu beim googeln folgendes Zitat von einer Türkin gelesen, das mich sehr beeindruckt hat:
    „Aber vielleicht solltest Du Dich nicht so sehr mit dem Einordnen der Völker beschäftigen und sie als Menschen betrachten.
    Wir gehören weder zu den Tieren noch zu den Steinen.
    Wir sind alles Menschen mit einer Herkunft die in unserer ZEIT KEINE ROLLE MEHR SPIELEN SOLLTE !!!“
    Dem ist nichts hinzuzufügen.

  13. ich bin damit einverstanden, dass sexismus von beiden geschlechter, die stereotype verwenden, reproduziert wird. was ich aber nicht nachvollziehen kann ist, warum straftaten kein sexismus sein sollen, obwohl das unter die von dir vorgebrachte definition von sexismus fällt:

    Unter Sexismus versteht man die soziale Konstruktion von sexuellen Unterschieden zwischen Menschen und die daraus abgeleiteten Normen und Handlungsweisen. […] In der Psychologie und Sozialpsychologie wird Sexismus häufig über vorurteilsbesetzte (negative) Einstellungen und diskriminierende Verhaltensweisen

    in beiden definitionen steht, dass abgeleitete handlungsweisen oder diskriminierende verhaltensweisen unter sexismus fallen (und nicht nur geschlechtertypisierungen). somit kann eine vergewaltigung eine sexistische tat sein, wenn z.b. das motiv des täters darin besteht frauen (auf grundlage des eigenen weltbildes) zu demütigen. vergewaltigungn können auch strukturell verursacht sein, wenn bestimmte sexistische weltbilder gesellschaftlich verbreitet sind und das zu bestimmten vergewaltigungsformen (z.b. massenvergewaltigungen) und/oder zu einer höheren vergewaltigungsrate führt.

    • Das ist wie mit der Hund- und Dackeldiskussion. Jeder Dackel ist ein Hund aber nicht jeder Hund ist ein Dackel.

      Vergewaltigungen können einen sexistischen Hintergrund haben. Genau wie Mord. JEDES negative Verhalten kann einen sexistischen Hintergrund haben. Das macht negative Erlebnisse aber nicht per se zu sexistischen Handlungen. Deswegen ist es nicht hilfreich Vergewaltigungen zum Ausdruck sexistischen Handels zu propagieren. Das nimmt der Diskussion die Sachlichkeit.

      • was genau eine sexistische handlung ist, ist natürlich ein problem der definitionsmacht. wer kann sagen ob etwas sexistisch ist. das motiv des täters, das opfer (wie im artikel geschrieben), beobachter (zb „die öffentlichkeit“, „die wissenschaft“)?

        dass die sachlichkeit flöten geht, wenn vergewaltigungen zum thema gemacht werden, ist wahrscheinlich. aber deshalb sagen vergewaltigungen sollen per se nicht als sexismus zählen, wäre auch wieder eine ausblendung. vor allem dann wenn es sich um ein strukturelles phänomen handelt und dadurch sexismus reproduziert wird.

  14. Mir ging es ganz ähnlich.
    Der unehrliche Startpunkt der Debatte (Stern) ist nicht wegzureden. Deswegen habe ich auch #aufschrei und alles was ich dort und drumherum gelesen habe eher skeptisch beobachtet. Ich hatte irgendwie ein ungutes Gefühl und dachte immer wieder, das wird dem Thema nicht gerecht. Und irgendwann fand ich es nur noch hysterisch.
    Ich habe in den letzten beiden Wochen viel Kluges über Sexismus gelesen, aber noch viel mehr schlechtes. Und die Hysterie dr Debatte und die Unehrlichkeit des Sterns haben so viele Reaktanzen erzeugt, das ich mit wünschen würde, die Debatte hätte nicht stattgefunden.

  15. Pingback: Zur Sexismusdebatte: Bitte lesen! « Petrus2105's Blog

  16. Sexismus von der Definition her ist ja noch nicht einmal negativ zu bewerten. Die allgemeine Diskussion geht da tatsächlich in die falsche Richtung bzw. man verwendet die falsche Definition für ein Thema, das alle angeht.

    Ich muß zugeben, daß es mich immer wieder auf die Palme bringt, wenn ich mitbekomme, daß in Foren oder sozialen Netzwerken Frauen als Freiwild angesehen werden.
    Frauen können schreiben, daß sie gerade frisch verheiratet sind, ihren Mann über alles lieben und gerade ein Kind geboren haben, was das Glück perfekt macht und trotzdem werden sich wieder Männer finden, die unbekannterweise Dinge schreiben wie: Hey Baby. Lust zu chatten und zu treffen? Du siehst geil aus! und was die noch alles so schreiben.

    Das ist dann kein Sexismus, sondern nervtötende und doofe Anmache ohne Sinn und Verstand. Am besten noch mit Defiziten in der Rechtschreibung.
    Ich finde, daß diese Dinge, die natürlich auch im täglichen Leben auf der Straße oder öffentlichen Veranstaltungen mit Politikern und Journalistinnen stattfinden, die Diskussionsgrundlage bilden sollte.

    Natürlich hört sich Sexismus in der Zeitung viel besser an. Schreibt man nämlich von blöder Anmache, dann würde die Diskussion schnell rum sein. Man bekäme wahrscheinlich nur zu hören, daß sie sich nicht so anstellen soll und man kann doch auch weghören.
    Das ist das Fatale an der ganzen Situation. Nehme ich die falsche Definition, habe ich alle auf meiner Seite. Sage ich aber, was ganz vielen Frauen täglich passiert, interessiert es die Menschen nur am Rande.

    Ich würde mich freuen, wenn die Männer (hauptsächlich) einfach Ihre dummen Kommentare Frauen gegenüber sein ließen. Ich rede nicht vom ganz normalen Versuch, mit einer Frau ins Gespräch zu kommen, sondern wirklich von diesen hirnlosen Sprüchen wie weiter oben beschrieben.

    So. Das mußte ich mal zu diesem Thema los werden. Bin übrigens ein Mann und hetero, aber ich ärgere mich trotzdem über solche Leute.

  17. Volle Unterstützung! Ein Spruch ist genau dann sexistisch und unangemessen, wenn er sexistisch und unangemessen ist. Es ist dazu nicht notwendig, dass Laura Himmelreich sich persönlich beleidigt fühlt oder sie sogar dauerhaft paralysiert ist und unfähig, ihren Job weiter auszuüben.

    http://deraufschrei.wordpress.com/2013/02/02/sexismus-ist-nur-wenn-das-opfer-seinen-job-kundigt/

  18. Die große Gefahr, bei solchen SocialMediaAktionen wie dem #Aufschrei, scheint mir der riesige Hype zu sein, der innerhalb kürzester Zeit, mit einem einzigen Wort und Beispiel, entstehen kann. Wer sich anschickt in einem Medium wie Twitter eine solche Aktion zu starten, sollte sich der Strukturen und Wirkungsweise von Hashtags bewusst sein und ein grosses Verantwortungsbewusstsein an den Tag legen. Wie in einer „Welle“ (siehe auch gleichnamiges Buch und Film“) kann so ein Ding hochgehen, zum Teil aus ganz sympathischen Gründen des Mitmachens, (dazu gehören wollen), was aber, wenn der allgegenwärtige Faktor des Missverstands und der Vermischung in unserem Leben seine übliche Rolle spielt, in die völlig falsche Richtung abgehen kann, und einer eigentlich gut gemeinten Sache/Überzeugung, außerordentlich schadet.

  19. Warum behauptest du, #aufschrei habe sich nur um „Sexismus“ gedreht? Vom Start weg ging es auch ganz massiv um sexuelle Belästigung. Von STERN und BRÜDERLE hob das Ganze auch sehr schnell ab – nur die Mainstreammedien hielten recht lange am Brüderle-Gate fest.

    Ich finde auch nicht, dass es „eine Debatte“ gegeben hat, die gescheitert wäre. Es hat unzählige Debatten gegeben, in Medien, in Blogs, in TV-Talks und im Privaten: Alle Menschen, denen ich seit #aufschrei begegnet bin, fühlen sich in irgend einer Weise betroffen, erzählen Geschichten, setzen sich mit verschiedenen Sichtweisen auseinander und reflektieren auch das eigene Verhalten.

    Im beruflichen Sektor werden gewiss einige Belästiger vorsichtiger werden, denn darin war sich quer durch die Debatten die große Mehrheit einig: Machtmissbrauch soll nicht schweigend toleriert werden und ist ein ÜBEL, das es zu bekämpfen gilt.

    • Weil das die offizielle Definition des Hashtags war, die durch Twitter verbreitet wurde.

    • Danke, ClaudiaBerlin, dem kann ich zu 100% zustimmen. Der Anlass („Brüderle-Gate“) war recht nichtig, das Echo jedoch groß und das hat gezeigt, wieviel hier im Argen liegt und wie umfangreich die ganze Thematik ist. Sexismus allein dürfte noch das kleinste Problem sein, sexuelle Belästigung als Machtmissbrauch ist jedoch definitiv ein Problem, dem es beizukommen gilt.

    • Über (Alltags-)Sexismus kann und sollte man diskutieren. Hier gibt es eine schwammige Linie zwischen Flirt und Belästigung, die wie oben schon geschrieben insbesondere vom Empfänger abhängt. Hier müssen vielleicht viele Männer lernen, ein Nein auch als solches zu verstehen.

      Sexuelle Übergriffe hingegen sind eine Straftat. Da gibt es nichts mehr zu diskutieren. Sie gehören verhindert und bestraft.

      Ansonsten befürchte ich, dass sich in zwei Wochen kaum noch jemand an den #Aufschrei erinnert. Die Opfer werden wieder Opfer sein, die Täter bleiben Täter.

  20. Sehr gelungener Artikel!
    Danke!

  21. In meinem Beruf werde ich täglich mit Sexismus konfrontiert. Als Lehrer begegnet er einem in vielen Ausprägungen und von verschiedenen Seiten. Sei es …
    – der Hinweis der Direktion, nie ohne Zeugen mit einer Schülerin zu sprechen,
    – der Vorwurf von Müttern von Schülerinnen, Jungen zu bevorzugen,
    – der Vorwurf von Jungen, Mädchen zu bevorzugen,
    – die Behauptung über männliche Kollegen, in mündlichen Prüfungen genüge ein kurzer Rock und ein tiefer Ausschnitt, um eine gute Note zu erzielen,
    – Urteile in Schülerzeitungen und Abiturzeitungen, in denen Lehrer und Lehrerinnen nach ihrem Aussehen bewertet werden,
    – …
    Es kommt dabei wirklich darauf an, und dabei stimme ich dem Beitrag zu 100% zu, wie man selbst damit, und wie der Gegenüber mit einem NEIN umgeht. Ich habe mich jetzt aber dennoch einfach genötigt gefühlt, das Spektrum um einen weiteren Beitrag zu erweitern, der Sexismus gegenüber Männern beschreibt. Ach ja, den Ruf, ein Sexist zu sein, hat man schnell, ob gerechtfertigt oder nicht. Ihn wieder loszuwerden?

  22. Ein interessanter Artikel und ebenso interessante Kommentare. Dem allgemeinen Sexismus gegenüber Männern und Frauen wäre sicherlich mit mehr gegenseitigem Respekt eine ganze Menge geholfen. Aber in der Arbeitswelt wird es schwierig, denn ein sexistischer Chef wird sein Machtdenken und damit verbundene sexistische Verhaltensweisen nicht aus Mitgefühl ändern. Mir selber wurde vor längerer Zeit mal geraten, zu einem Auswahlgespräch einen Rock und keine Hose anzuziehen, da einer der Prüfer keine Frauen in Hosen mochte. Das war sexistisch, wenn auch recht harmlos. Da es jedoch mehr männliche Chefs bzw. Männer in Machtpositionen gibt als Frauen, dürften Frauen durch Sexismus im Beruf deutlich mehr betroffen sein als Männer. Wenn ein Job davon abhängt, geht es hier um deutlich mehr als eine „blöde Anmache“.
    Und wenn eine hektische Kollegin auf der Arbeit gefragt wird: „Was ist denn los mit Ihnen, haben Sie gerade Ihre Tage oder was?“, dann ist das auch sexistisch. Wobei ich hinzufügen möchte, dass dieser Spruch von einer Kollegin und nicht von einem Kollegen kam. Frauen können also gegenüber Frauen ebenso sexistisch sein. Und Männer können das bestimmt auch ganz gut gegenüber Männern.
    Daher ist das ganze Problem um sexistisches Verhalten in meinen Augen viel komplexer und vielschichtiger als oft diskutiert.

    Meines Erachtens wird es immer Sexismus geben und manchmal kann es sogar recht befreiend sein, darüber zu lachen. Man muss diese Comedians nicht mögen, aber Mario Bath, Michael Mittermeier und Co. verdienen ihren Lebensunterhalt damit. Für mich sind solche Leute immer ein Spiegelbild der Gesellschaft, auch wenn ich das manchmal bedaure. 😉

    Ich bin gespannt, was letztlich bei diesen ganzen Sexismusdebatten herauskommt. Wahrscheinlich nicht viel, aber sollten sie ein wenig den Blick und das Bewusstsein für sexistisches Verhalten schärfen, dann wäre das doch schonmal was. Dies ist übrigens mein erster Beitrag zu dem Thema.

    Den Brüderle-Fauxpas fand ich übrigens lächerlich. Völlig daneben, aber viel zu lächerlich, um das Ganze ein Jahr später derart aufzubauschen. Das stinkt in der Tat und da dürfte der stern reichlich Minuspunkte gesammelt haben. Da sich Herr Brüderle aber scheinbar regelmäßig unter Alkoholeinfluss daneben benimmt, war es vielleicht auch nur eine Frage der Zeit, bis irgend jemand als Erster darüber schreibt.

  23. super. das zu lesen war eine freude. du hast vollkommen recht nur sagt es sonnst keiner. nicht so.

  24. Pingback: Es gibt neue Zeuginnen und Rainer Brüderle schweigt immer noch fein still › Netzexil

  25. Meine Hochachtung für diese großartige „Richtigstellung“.

  26. Und wer nur einen dieser Punkte leugnet, der disqualifiziert sich eigentlich direkt für diese Diskussion.

    Diese Aussage halte ich für Grund verkehrt.

    Gerade weil es so viele Ansichten gibt, brauchen wir die Diskussionen um herauszufinden welche die praktikablen sind. Viel wichtiger finde ich allerdings das sich die Menschen an der Diskussion beteiligen, denn so wird über das Thema reflektiert und vielleicht bei einigen die eine oder andere Einstellung geändert.

  27. Wunderbarer Artikel.

    Besonders gut sind zwei Punkte:

    1. Die Trennung von Sexismus und (durchaus sexistisch motivierten) Verbrechen. Keine Debatte der Welt wird „Verbrecher“ zum Umdenken bringen können. Oder anders: Wer vergewaltigen, grapschen und belästigen will (egal wie motiviert), der tut das auch weiterhin. Das ist zwar scheiße, aber eine Gesellschaft lässt sich eben nicht „bereinigen“.
    2. Die Tatsache, dass zur schlussendlichen Bewertung einer Aktion die Reaktion auf ein „Nein“ wichtig ist. Vielleicht hätte auch Herr Brüderle sich ausreichend erklären/entschuldigen können, hätte Frau Himmelreich im Moment ihren Mund aufgemacht. Dabei geht es übrigens nicht darum, den Mann von jeglicher Pflicht zu entbinden. Aber zur Überwindung eines zwischenmenschlichen Problems, wie etwa einer unanenehmen Situation, muss das Problem eben von beiden Seiten klar benannt und bekannt sein. Mit hätte/könnte/sollte/vielleicht kann man keine Lösungsgrundlage schaffen.

    Und hier würde ich gerne deinen tollen Text ergänzen. Es ist immer schwierig von etwas wegzukommen, wenn man nichts hat, worauf man hinarbeiten kann.
    Fest steht: Vom Sexismus (auch positivem/erwünschten) kommt der Mensch nicht weg. Und das ist in manchen Situationen auch gut so. Wenn ich mit meiner Freundin im Bett bin, dann darf ich sie da zeitweise auf ihre Weiblichkeit reduzieren. Sollte ich sogar. Ein Liebesspiel, bei dem ich ständig über ihren wundervollen Charakter nachdenke, stelle ich mir recht freudlos vor.

    Genauso darf ich eine mir noch unbekannte Frau aufgrund ihres schönen Busens gut finden und den Vorsatz fassen, sie anzusprechen. Wichtig ist, dass dies nicht die einzige Facette ist, in der ich sie sehe bzw. dass ich bereit bin, andere Facetten zuzulassen.

    Nun haben wir die brenzlige Situation also auf das eventuelle Äußern unerwünschter Sätze begrenzt (Anfassen etc. ist nochmal ein ganz anderes Paar Schuhe). Und nun kommen auch wieder oben genannten Punkte 1. und 2. ins Spiel. Ich kann nicht von jedem Gegenüber verlangen, dass er/sie 100% der Situation und meiner Person entsprechend die richtigen Worte findet. Zudem kann ich nicht verlangen, dass er/sie mich nicht auch als sexuelles Wesen wahrnimmt.

    Was lernen Mädchen als erstes im Selbstbehauptungskurs? Deutlich „Nein“ zu sagen. Und das ist hier die einzig mögliche Lösung, auf die man hinarbeiten kann: Mehr Menschen müssen offener und deutlicher Kommunizieren. Das erreiche ich aber nicht, indem ich diese Menschen durch Samthandschuhverhalten bevormunde. Ich muss ihnen das Recht und die Pflicht einräumen, für sich selbst zu sprechen.

    Und hier stoßen wir auf das zweite unumstößliche Problem der Geschichte: Selbstbewusstsein. Natürlich gibt es Menschen, die sich nicht trauen, deutlich zu kontern. Aber auch die wird es, wie den Sexismus, immer geben. Auch diese können wir durch keine Debatte der Welt „umerziehen“. Ich bin mir sogar sicher, dass jeder Mensch irgendwann mal so war/sein wird. Dieser Gedanke ist also auch eine Sackgasse.

    Nun wo bleibt also die Lösung? Es gibt keine. Es kann immer nur eine Beinahe-Lösung geben. Und diese ist eben den Prozess des Lernens, für sich einzustehen und deutlich zu kommunizieren, so früh wie möglich anzustoße und so kurz wie möglich zu halten. Sprich: Selbstständigkeit fördern, Persönlichkeiten stärken, Selbstbestimmung lehren.

    Das mag für manche Wutredner nun unbefriedigend sein, ist aber die einzige Handhabe, die uns bleibt. Für alles andere sind wir Menschen einfach zu sehr… Mensch.

  28. liebe aurora,
    ich sagte es schon auf twitter: es ist das mit abstand das klügste, das ich zum thema #aufschrei gelesen habe.
    und daß der SPIEGEL-artikel von @AnnMeiritz auf twitter keinen #aufschrei wert war, obwohl das dort angesprangerte verhalten dieser #piraten um klassen übler war, das ist sehr bezeichnend. auch meine nachfrage auf twitter, wie es dann mit denen so sei, ergab keine reaktion. das betrunkene plumpsein eines fdp-politikers ist allemal bequemer zum anprangern als die agressive männerherrschaft bei den piraten. die sollen noch cool sein. und meiritz wurde als prostituierte verunglimpft, nicht einfach an der bar angemacht.
    ansonsten ist deine definition von sexismus so klug und umfassend, daß ich hier nichts weiter hinzufügen muß.
    außer, daß es eh stets eine wohltat ist, dich zu lesen. einer von 4 blogs, die ich überhaupt lese. wie gesagt, chapeau bas!
    guter gruß

    marcel 🙂

  29. Danke für diesen Beitrag!
    Das Verhalten der Stern-Chefredaktion wird leider viel zu wenig hinterfragt. Ich sehe es, wie auch du andeutest: die Empörung der Redakteurin ist Mittel zum Zweck (der Redaktion und auch der Karriere von Frau Himmelreich).

    My 2 Cents : http://www.medienkonsument.de/2013/01/28/das-falsche-signal-in-einer-richtigen-debatte/

  30. Pingback: Das falsche Signal in einer richtigen Debatte | Medienkonsument

  31. Danke, gut, dass Du Dich hast durchringen können, diesen Beitrag zu verfassen. Du sprichst mit aus der Seele.

  32. Ich denke nicht, dass die Debatte gescheiter ist, auch nicht vorerst.
    Die Schwierigkeit liegt auch darin, dass es keine gesellschaftlich anerkannte Definition gibt, und viele Diskutanten eine Definition umschiffen.

  33. Pingback: Debatte | Alpheraz Blog

  34. Bei allem Respekt, aber dass Rassismus von Rasse und nicht von Nation kommt, sollte man wirklich beachten, auch wenn das nicht Kern des Artikels ist.

  35. Danke, ich mag deine Artikel 🙂

    Hier noch etwas, was ich vorhin gelesen habe:

    »dass eben jene von Rainer Brüderle gedirndlete Journalistin Laura Himmelreich in Stern 39/2012 über Ilse Aigner selbst schrieb, sie sei „dirndltauglich”. «

    http://www.danisch.de/blog/2013/02/02/dirndltauglich/

  36. „Die Story stinkt von vorn bis hinten, wenn ihr mich fragt.“

    Was da alles stinkt, wird von den meisten gar nicht erkannt. Nicht einmal von den Brüderle-Verteidigern.

    Himmelreichs nachgereichten Erklärungen – der Artikel wäre vor einem Jahr nicht relevant genug gewesen oder es wäre ihr darum gegangen, Brüderle als “aus der Zeit gefallen” zu beschreiben – sind ja sofort als unglaubwürdig kritisiert worden.

    Aber auch wenn man sich mal kritisch die genauen Formulierungen im Stern-Artikel ansieht, fallen die oft mehrdeutige Formulierungen auf, die einen bestimmten Verlauf nur suggerieren ohne ihn tatsächlich zu benennen.

    Die Geschichte wird in Andeutungen erzählt. Ein Beispiel von vielen: Die Sprecherin entschuldigt sich mit “Tut mir leid” – der Leser denkt natürlich, sie entschuldigt sich für Brüderles (vermeintliche) Ausfälle gegenüber Himmelreich. Aber genau das steht nicht im Artikel. Es könnte sich auch so zugetragen haben, dass Himmelreich Brüderle weiter im Gespräch halten wollte. Die Sprecherin könnte sich also für den Abbruch dieses Gesprächs entschuldigt haben. Dafür spricht auch der von Himmelein gezeichnete „dramturgische“ Aufbau: Die Sprecherin tippt Brüderle irgendwann um ein Uhr an, nachdem sich die anderen Dinge offenbar wesentlich früher ereignet hatten. Da ist im Text ein Bruch. Das ganze Gespräch begann ja schon um elf.

    Auch wenn man sich die weiteren “Vorfälle” genau ansieht, fällt auf, dass Himmelreich oft Andeutungen verwendet, wo sie eigentlich hätte deutlicher werden können. Z.B. wäre es ja auch entscheidend wichtig, in welchen Kontext und welcher Art und Weise Brüderles Handkuss erfolgte. So etwas muss keineswegs “übergriffig” rüberkommen, zumal man ja angesichts seines Alters mit einem etwas konservativen Verhalten rechnen muss. (Insofern ist auch ihr Vorwurf “aus der Zeit gefallen” ziemlich lächerlich.) Wenn der Handkuss in höflich-charmanter Form erfolgte, wie kann man dann einen Anbaggerversuch oder gar sexuelle Belästigung daraus konstruieren? Das ist eher alte Schule und wäre durchaus in Anwesenheit seiner Frau möglich gewesen. Ich glaube kaum, dass es bloße Nachlässigkeit war, dass Himmelreich hier nur vage Andeutungen macht. Sie ist schließlich Profi und hat täglich mit Sprache zu tun. Sie weiß um die Wirkung ihrer Andeutungen. Der Leser deutet den Skandal nämlich gern hinein. Perfide, dass jetzt von Brüderle verlangt wird, sich an die Einzelheiten zu erinnern.

    Und wenn Himmelreich von Brüderles Blick in ihren Auschnitt redet, ohne genau zu sagen, ob er ihn nun besonders lange anstiert oder eben nur einen kurzen Blick dahin wirft, wie es jeder Mensch machen würde, dann finde ich das schon ziemlich gemein. Hat er denn nun in unangenehm aufdringlicher Weise auf ihren Busen geglotzt? Man weiß es nicht, denn Himmelreich sagt es nicht. Es ist nicht einmal klar, ob er während seiner Äußerung „Sie können ein Dirndl auch ausfüllen“ auf den Busen geschaut hat. Klar, wenn man einer Frau bezüglich ihres Kleides ein Kompliment macht, wirft man natürlich einen Blick auf das Kleid, sonst würde es wohl kaum glaubhaft rüberkommen. Und bei einem Dirndl ist wohl verständlich, wenn der Blick an den bei dieser Tracht besonders hervorgehobenen Stellen etwas hängenbleibt. Das Wörtchen „auch“ in seiner Formulierung deutet übrigens darauf hin, dass sie bereits über Dirndln im Gespräch waren. Warum sonst sollte er „auch“ sagen?

    Izudem ch bin mir relativ sicher, dass sich sich Frau Himmelreich Gedanken macht, welche Kleidung für ein bevorstehendes Interview passend ist. Die Möglichkeit, dass sie Brüderle bewusst hat “verwirren” wollen, halte ich keineswegs für ausgeschlossen. Es geht hier auch gar nicht um die Frage, welche Kleidung eine Frau tragen darf, ohne dumm angemacht zu werden. Es geht hier um die Glaubwürdigkeit Frau Himmelreichs. Es geht darum, ob man ihrer Darstellung wirklich trauen kann. Deshalb ja die vielen Hinweise auf ihre Kleidung und den kampgnenartig zur rechten Zeit lancierten Artikel.

    Übrigens empfinde ich persönlich ein Dirndl ebenso “aus der Zeit gefallen” wie etwa ein klassisches Macho-Verhalten. Wirkt auf mich wie Trachtenverein oder Volksmusikabend. Oder halt Saufen auf der Wiesn. Jedenfalls nicht gerade wie ein Merkmal besonderer Modernität. Es zeugt eher von einer konserativ-geschlechterstereotypen Einstellung. In Verbindung mit ihrer Absicht, Brüderle als „aus der Zeit gefallen“ darzustellen, ist dieser Auftriit schon etwas seltsam.

    Bei Frau Himmelreich ist wohl alles irgendwie widersprüchlich.

    Höchst dubios ist, dass Himmelreich keine Stellung zum Artikel beziehen will. Kann es nicht sein, dass ihr im nachhinein das alles peinlich ist, weil von dem, was die Leute jetzt reindeuten, NICHTS wahr ist? Müsste man nicht Laura Himmelreich mal zur Rede stellen, haarklein zu erzählen, was genau vorgefallen ist und wie man ihre kryptischen Andeutungen denn konkret zu verstehen hat? Ob z.B. Brüderle auf ihren Busen gestiert oder bloß geblickt hat? Ob der Sprecherin Brüderles Verhalten tatsächlich peinlich war, wie sie nahelegt? Und und und.

    ————-

    Liebe Blogblume, wie kommst du denn darauf, dass Brüderle „seinen Alkoholkonsum nicht im Griff hat“? Kann man das aus dem Artikel harauslesen?

  37. Sexismus ist nichts anderes Rassismus unter den Geschlechtern .
    Aber im Artikel haben Sie das Tiefgründige in diesem Thema sehr gut beschrieben.
    Hingegen sollte man überlegen wo die Pressefreiheit ihre Grenzen hat, den solche
    Artikel sind eben so problematisch .
    Eduard

  38. #aufschrei
    empfinde ich als das Keifen von Waschweibern, denen es nicht darum geht etwas sagen zu wollen; es gehört zu ihrem Stoffwechsel.

    Leider gibt es noch immer Leute, die sich an einen FKK- Strand begeben, einzig zu dem Zweck sich aufregen zu können- natürlich aus den dichten Deckungen der Dünen heraus. Ebenso geht man gern in eine Bar, jedoch natürlich nur und ausschließlich aus beruflichen Gründen, wie käme eine „anständige Frau“ sonst zu solcher Gelegenheit.

    Es ist richtig, man sollte den Pharisäern nicht gänzlich das Feld überlassen. Aber eigentlich ist es schade um jedes verlorene Wort darüber. Besser wäre es, diese einfach laut auszulachen, denn die Mutter der Dummheit geht stetig schwanger, wie die Araber sagen, und Ihre zahlreichen Verehrer aus der Medienwelt machen ihr ständig den Hof.

    • „empfinde ich als das Keifen von Waschweibern, denen es nicht darum geht etwas sagen zu wollen; es gehört zu ihrem Stoffwechsel.“

      Ja, ganz sicher: Dort waren Trolle. Es ist aber beleidigend alle Teilnehmer am #Aufschrei als „Waschweiber“ zu bezeichnen. Es ist zu einfach Menschen eine Stufe tiefer zu stellen um dann über sie herzufallen, als dass dies als Stilmittel zur Diskussion dienen könnte.

      Es waren Frauen und Männer mit realen Erlebnissen. Das ist für mich keiner Diskussion würdig. Es waren dort auch Menschen die nach ähnlicher Innererlogik handelten wie jene welche den Sexismus in ihrem Handeln nicht sehen können.

      „Besser wäre es, diese einfach laut auszulachen“
      Ich kann mir nicht vorstellen dass Respektlosigkeit eine anständige Art ist und ich kann mir nicht vorstellen dass Respektlosigkeit schlechte Menschen zum Guten bekehren kann.

      Es ist ein herrliches Gefühl etwas besser zu können, zu einer besseren Gemeinschaft zu gehören. So wie im Experiment, in denen der einzige Unterschied es war, dass die Probanten zufällig zu zwei unterschiedlichen Gruppen zusammen gelegt wurden. Die Gruppen unterschieden sich nur darin, dass sie unterschiedlichen Malern bzw. Bildern zweier Malern zugeordnet wurden. Ohne sich zu kennen bevorteilten die Probanten jeweils die eigene Gruppe. Das ist ein herrliches Gefühl. Und viel zu einfach und daher ebenso kein Stilmittel zu einer Diskussion.

      • Es sollte inzwischen auch der Letzte verstanden haben worum es geht: um eine zielgerichtete politische Kampagne, die an lächerlichen Begründungen kaum zu überbieten ist- nicht um ein Experiment für das Soziologiestudium.

        Ich finde daher die Reaktion der Betroffenen auf diese sog. Affäre völlig richtig- künftig kein Interview ohne Zeugen, Auswahl der Medien und ihrer jeweiligen Mitarbeiter, sowie festlegen der entsprechenden Örtlichkeiten.

        In diversen US-Konzernen wird seid längerer Zeit bereits ähnlich verfahren. Es besteht teilweise die Forderung, sich als Mann niemals in einem Raum der Firma allein mit einer Frau aufzuhalten. Selbst Fahrstühle werden von Männern gemieden, sofern sich darin eine Frau aufhält.

        Wenn das einmal unsere Zukunft sein soll…?!

        Wenn es einer Frau mit guter Kinderstube wirklich darauf ankommt, nicht scheinheilig Aufregung zu verbreiten, sondern ihren Unwillen zu vermitteln, dann hat sie in diesen Situationen ganz einfache Möglichkeiten.
        – Klare Ansage, ohne Patzigkeiten (auch Frau sollte die Form wahren)
        – wortlos umdrehen und gehen.

        Dafür benötigt niemand die Unterstützung diverser TrittbrettfahrerINNEN, denen der Unterschied zwischen einer unbeholfenen oder plumpen Anmache und Sexismus nicht klar ist (hauptsache ersteinmal krakehlen).

        Aber bei B. sollte ja etwas provoziert werden, was dann später zu einem passenden Zeitpunkt in irgendeinem Schmierblatt mit geheuchelter Empörung breitgetreten werden sollte.

        Übrigens ist die sex. Belästigung durch Frauen so selten auch nicht, wie man glauben möchte. Wer auf den eigenen PKW einmal verzichten muss und deswegen die Bahn, den ÖPNV nutzen muss, sich über Rolltreppen oder dunkle Kinogänge (von Bars etc. ganz zu schweigen) bewegt,… ich glaube da herrscht inzwischen so etwas wie „Gleichberechtigung“…oder so.
        Aber was würde passieren, wenn Mann sich darüber laut aufregen würde?

  39. Hier noch ein sehr guter Artikel von Antje Schrupp – ein ganz anderes Resümee des #Aufschreis, seines Verlaufs und seiner Folgen:

    #Aufschrei hat gezeigt, wie Internet geht
    http://antjeschrupp.com/2013/02/02/aufschrei-hat-gezeigt-wie-internet-geht/#

  40. … paaaassst
    🙂

  41. In einem Meer von einseitigen Stellungnahmen, biligen Vorurteilen, Verallgemeinerungen und gegenseitigen Vorfürfen ist das hier doch endlich mal eine vernünftige, differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema.
    Du solltest mal in eine Talkshow.
    Doch leider wird die Debatte wohl leider wieder so ablaufen wie immer: Am Ende kämpfen Opfer gegen Opfer, und die Täter sind fein raus.

  42. Die Gender-Mainstream-Ideologie hat uns doch permanent eingeredet, es gäbe nicht „typisch weibliches“; was wundert, dass Mann glaubt, Frauen denken und empfinden genauso wie er. Wenn dazu noch durch das Gender „social engineering“ die eigentlichen weiblichen Vorteile und Überlegenheiten ausgeredet oder gar negativ bewertet werden, ist die innere Identität von Frauen zerstört und es bleiben nur noch Äußerlichkeiten, die dann kultmäßig in den Mittelpunkt rücken (Diäten, Schönheitsoperationen, Castingshows usw.) Die Kommunikationswissenschaftlerin Petra Grimm hat bereits 2010 erkannt: Mädchen ziehen zunehmend Selbstbewusstsein daraus, Jungen als Sexobjekte zu dienen. [Siehe Buch „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie“, 3. Auflage, Logos-Verlag, Ansbach, 2013]

  43. Mir hat der Artikel NICHT gefallen, da allerorten subtile hin zu offenen „Unterstellungen“.
    Selten einen so schlechten Beitrag gelesen!!!

    „Gefühlte 80% der Teilnehmerinnen wissen nicht einmal was Sexismus ist oder genauer gesagt, was Sexismus eben nicht ist“
    „dass die Sexismus-Debatte nicht nur eskaliert ist, sondern wohl auch nicht mehr sachlich geführt werden kann.“
    „Der Aufschrei war nur an Frauen gerichtet“
    „die Hälfte der Bevölkerung zu einem Thema (Sexismus) den Mund zu verbieten“
    “ Fast die Hälfte der Beiträge dazu befassten sich aber nicht mit Sexismus, sondern mit Straftaten. Vergewaltigungen – ob nun versucht oder vollzogen – sind kein Sexismus. Es sind Straftaten. Es sind Straftaten die aus verschiedenen Gründen passieren können aber nicht, weil eine Frau eben eine Frau ist und weil ein Mann eben ein Mann ist.“
    „Sexismusdebatte derzeit gescheitert…. weil das Bewusstsein fehlt, dass Sexismus ein Problem aller ist. Nicht nur ein Frauenproblem.
    usw. usw. usw.
    Ich würde am liebsten den ganzen Text auseinandernehmen.
    Fr. Himmelreich sprechen Sie ab, dass der Vorfall für sie nicht so schlimm war, da sie ja ansonsten ihren Job nicht weitergemacht hätte.
    Infam, dass Sie z.B. schreiben „Vergewaltigungen … sind nicht Sexismus“.
    Den auf #aufschrei sich zu Wort meldenden Frauen unterstellen Sie, dass diese nicht wissen, was Sexismus ist (s.o.): Unglaublich und anmaßend.

    Und hierfür bekommen Sie auch noch (meist von Männern!!!) Anerkennung.

    • Jedes Ding hat zwei Seiten, Fanatiker sehen nur eine. Sicher ist ein #aufschrei richtig…aber nicht in der Form wie er stattfindet. Wer die Probleme um aufschrei nicht erkennt – und dieser Bericht stellt diese Anschaulich dar -, Disqualifiziert sich definitiv und ja…viele Frauen die sich zu Wort melden, wissen nicht was Sexismus ist und messen zudem auch noch unverschämter Weise mit zweierlei Maß. Wer das nicht versteht, hat ganz andere – grundsätzliche – Probleme was soziale Kompetenz betrifft. Natürlich ist mir bewußt, dass dies hier wieder als persönlicher Angriff gesehen wird aber man kann den Menschen nichts beibringen. Man kann ihnen nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.

      • „Wer die Probleme um aufschrei nicht erkennt – und dieser Bericht stellt diese Anschaulich dar -, Disqualifiziert sich definitiv (…)“

        „(…) Wer das nicht versteht, hat ganz andere – grundsätzliche – Probleme was soziale Kompetenz betrifft.“

        „Natürlich ist mir bewußt, dass dies hier wieder als persönlicher Angriff gesehen wird aber man kann den Menschen nichts beibringen.“

        Was mir immer wieder sauer aufstößt — in diesem Kommentar, in anderen Kommentaren und in diesem Artikel — ist dieses von Obenherab-vom-grünen-Tisch. Anderen abzusprechen alle Tassen im Schrank zu haben, intelligent zu sein, Dinge aus einer anderen, der eigenen, Sicht zu sehen, etc.

        „Man kann ihnen nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.“
        Da bin ich Pessimist. Es können nur Angebote gemacht werden. Wenn aber dieses „helfen“ so aussehen soll wie manche Kommentare zu diesem und anderen Artikel oder wie mancher Artikel selbst (Blogpost, Zeitungsartikel, was-auch-immer), dann wird auch nichts aus den Angeboten.

        Manche, so scheint es mir, würden am liebsten in den Verstand des anderen einmarschieren um dort nach ihrem Gusto aufzuräumen. Als einem anderen nur ein Zentimeter Platz für die eigenen Gedanken zu gönnen. Und ihre Angebote anzunehmen, um nachzudenken oder auch abzulehnen.

        Statt ständig Phrasen loszulassen, die den Wert der Beteiligten herunterspielen, ist es angebrachter die Einschätzungen auszuformulieren. Verdächtigen lässt sich vieles und leicht, aber auch sagen auf welche Beobachtungen sich dieser Verdacht beruht und welche logischen Argumente dafür sprechen (seien sie vielleicht auch unzutreffend) scheint einigen schwer zu fallen. Es ist auch schwierig aber nur so lässt sich aus Diskussionen etwas gewinnen. Wer dies nicht tut verschließt sich.

        Es gibt nun mal unterschiedliche Sichten. Und dieser Kommentar widmet sich auch nur auf einen Aspekt. Denn ausschließlich Falsches, sehe ich an dem Kommentar von Marie Kuhn und anderen nicht. (Sofern sie nicht ausschließlich aus den angesprochenen Phrasen bestehen.)

        Denn wie #Aufschrei verlief, im Allgemeinen, war sicher nicht hilfreich. Dennoch wurden dort ernste Anliegen und Geschichten zu Wort gebracht. Usw. Vieles wurde ja bereits von anderen Kommentar-Schreiberinnen genannt. Und lassen sich in anderen Artikel (Blogposts, etc.) lesen.

        • „Was mir immer wieder sauer aufstößt — in diesem Kommentar, in anderen Kommentaren und in diesem Artikel — ist dieses von Obenherab-vom-grünen-Tisch. Anderen abzusprechen alle Tassen im Schrank zu haben, intelligent zu sein, Dinge aus einer anderen, der eigenen, Sicht zu sehen, etc.“

          Auch das gibt es auf der anderen Seite des Tisches genauso, Stichwort „Mansplaining“ zB oder wie einige Kommentare hier mit Ausrufezeichen unterstreichen müssen, dass bestimmte Kommentare nur von Männern kommen (können).

  44. Selten einen so SCHLECHTEN Beitrag gelesen: Er reiht eine Unterstellung an die andere
    1. Sexismus-Debatte …gescheitert, weil das Bewusstsein fehlt, dass Sexismus ein Problem aller ist. Nicht nur ein Frauenproblem.
    2. Wäre es wirklich so traumatisierend gewesen, hätte sie die Story abgegeben.
    3.Sexismus-Debatte nicht nur eskaliert ist, sondern wohl auch nicht mehr sachlich geführt werden kann.
    4. Himmelreich, die Frau die versuchte Brüderle zu stürzen.
    Dann die Dame die den Aufschrei hier veranstaltete (Name vergessen), die aber Beraterin für digitale Strategien oder sowas ähnliches ist (da macht sich so ne Aktion auch super im Lebenslauf).
    Dann hat man noch die üblichen Verdächtigen gesehen, die sich in jede Debatte einbringen, wo man den Feminismusstempel draufpappen kann. Nein, Lösungen gab es nicht und wird es vorerst auch nicht geben können, weil es vermutlich ewig dauern wird, bis wir uns auf einer sachlichen Ebene treffen können.
    usw.
    usw.
    usw.

    Ich kommentiere hier nur, um den anderen Leser_innen (wohl meist männl. ) eine Gegenmeinung zu präsentieren und angesichts der zahlreichen Follower der (in meinen Augen unqualifizierten) Autorin.

  45. Wow.. Einfach nur gut geschrieben. Danke für deine Worte. Ich hoffe, das regt zum Nachdenken an.

  46. Freut mich sehr, dass du doch noch etwas dazu geschrieben hast 🙂

    Was die Sache mit dem Stern betrifft, kann ich dir nur zustimmen. Ich traue es dem Stern zu, dass es ihm mehr um ein „Porträt“ Brüderles ging (wie der Chefredakteur bei Jauch ja auch erwähnt hat), als darum den Alltagssexismus aufzuzeigen (kam ja erst eine Woche später, als man mit dem Thema Auflagen erhöhen konnte)

    Allerdings bin ich jetzt auch nicht begeistert davon, wenn man über Alltagssexismus reden möchte und dann als erstes auf die krude Story des Sterns verwiesen wird. Das Problem ist vorhanden, auch wenn man über diesen Artikel sehr wohl streiten kann. Nicht zuletzt rückten ja vor kurzem auch einige andere Journalistinnen damit heraus, dass Herr Brüderle ja scheinbar für Gespräche dieser Art bekannt sei. Was ihn betrifft, muss man ihm wohl teilweise auch zugestehen, dass er einer Generation angehört, in der diese Art von Flirts „normal“ ist. Allerdings befürchte ich auch, dass auch hier nicht so heiß gegessen wurde, wie es aufgekocht wurde.

    Was den #aufschrei angeht, ich hab ja deine Tweets dazu gelesen und du bestimmt auch meine. Leider, habe ich Reaktionen dieser Art, wenn der Sexismus gegen Männer angesprochen wurde, so gar nicht mitbekommen. Die meisten mit denen ich über dieses Thema kommuniziert habe, gehen eigentlich genau mit deiner Einstellung konform.
    Sicher, ist vieles, was unter dem Hashtag aufgeführt wurde mehr unter sexuelle Belästigung einzuordnen, als unter Alltagssexismus. Man darf dabei allerdings auch nicht vergessen, dass man als Frau, wenn man sich gegen sexistische Witze gewehrt hat (wir können ja gerne das Beispiel mit dem Dirndl anführen) man als Frau gerne als Spaßbremse oder frustrierte Emanze betitelt wurde. Kurz: verbale Wehrversuche wurden schon mal nicht ernst genommen. Egal ob in der Arbeit oder meinetwegen auf der Straße. Und dabei geht es noch nicht einmal um harmlose Flirt- und Kennenlernversuche.
    Ich denke die meisten Frauen sind in der Lage diese von dämlichen Anmachsprüchen zu unterscheiden. Und auch ein Mann ist in der Lage zu erkennen, ob die Frau Interesse hat oder nicht. Wenn ich einen Mann angesprochen habe, habe ich auch sehr schnell gemerkt, ob er auf den Flirt eingehen wollte oder eben nicht.
    Scheinbar liegt da aber auch wirklich ein Kommunikationsproblem vor, wenn Männer nun das Gefühl haben, dass man sich nun nicht mehr nach jemanden umdrehen darf geschweige denn Flirten darf – darum geht es bei der Debatte nun mal nicht. Zumindest mir nicht.

    Leider muss ich auch sagen, dass diese Debatte nun mal keine Debatte ist. Es wird belästigendes Verhalten angeprangert, aber man findet keine Lösungen dagegen. Es wäre wünschenswert wenn jeder, damit meine ich auch die Frauen, sein Verhalten überdenkt und reflektiert. Gerade was den eigentlichen Sexismus, den du beschrieben hast, betrifft.

    Das einzige was ich gut finde ist, dass das Problem ein wenig ins Bewusstsein gerückt ist.

  47. Übrigens:
    Die historischen Bilder (es sind eigentlich nur verschiedene Formate)
    gefallen mir sehr-
    wie zutreffend. 😉

  48. Ich kann dem Artikel nur beipflichten, aber leider mit einer Ausnahme, denn die Definition von Sexismus ist meines Erachtens nicht richtig. Sexismus kann es nicht sein, wenn man Männern und Frauen bestimmte Eigenschaften zuschreibt. Dann wäre ja die Aussage, daß Frauen eine Scheide und Männer einen Penis haben (denn auch das sind Eigenschaften!) sexistisch. Meiner Meinung nach ist Sexismus die Diskrimierung aufgrund des Geschlechtes, also die Benachteiligung aufgrund des Geschlechtes. Aber es stimmt: die meisten beim Aufschrei genannten Vorfälle sind kein Sexismus. Meiner Meinung nach sind Männer und Frauen gleichWERTIG, aber eben nicht gleich. (Das wäre ja auch langweilig, oder?)

    • Ich verstehe die Einwände von „Robert aus Wien“ überhaupt nicht.
      Laut Artikel, der eine Definition aus Wikipedia zitiert, wird eben nicht die Feststellung einer Eigenschaften als Diskriminierung bezeichnet, sondern die unterschiedliche Zuweisung von Pflichten und Rechten auf Basis eben dieser Eigenschaften/Geschlechtsmerkmale.

      Zudem ist die Behauptung falsch, die meisten Äußerungen seien kein Sexismus. Es gab Äußerungen, die bei erster Anschauung keinen Sexismus darstellen, und Äußerungen die auf Trolle zurückzuführen sind. Die Mehrheit sah jedoch deutlich anders aus.

      Ja, auch das hinterherrufen mit „Hey, Süße“ ist ein Sexisma, ebenso das anglotzen, was vom natürlichen — von den Genen her bestimmen — anschauen der Körpermerkmale leicht zu unterscheiden ist. Ein „Hallo“ hingegen ist nicht immer eindeutig als Sexisma bewertbar — da kommen noch die Blicke hinzu.

      Das dies jemanden schon als unangenehm erlebt liegt wohlmöglich an die bereits gemachten Erfahrungen. Zu sagen, das ist kein Sexismus, wird der Empfänger — so unfair (oder welches Wort der Leser für richtiger hält) dies auch klingen mag — eben etwa so deutet, dass ich der anderen Person dieses Erleben abspreche. Mit welchem Recht aber tue ich dies? Wie kann ich das Erleben, Wahrnehmen des Anderen einfach so in Frage stellen?

      Ohne Anspruch auf Korrektheit und somit auch ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Fehlerfreiheit, fasse ich dies alles wie folgend zusammen

      — Entschuldigt bitte. Wird länger als ich zu Beginn dachte. —

      (1. Teil / Eigentliche „Zusammenfassung“)
      §1 Es gibt zwei Wahrheiten
      1. Meine (Schmerz-)Grenze.
      2. Die (Schmerz-)Grenze des Anderen.

      §2 [Sichtbarkeit der Wahrheiten]
      1. §1.2 ist für mich akut/unmittelbar unsichtbar.
      2. §1.2 äußert sich nur im Verhalten des Anderen (verbal, Mimik/Gestik).

      §3 Ich unterscheide zwei Gedankenprozesse, bei dennen ich davon ausgehe, dass sie bei Bewusstwerdung (oder schon früher?) in einer bestimmten, als notwendig empfundenen Handlung, zusammengeführt sind; diese Zusammenführung stellt wiederum einen weiteren Prozess dar:
      1. Die Situation führt zur Interpretation durch erlerntem Schema/Muster, welche durch folgende Prozesse erlangt werden und wurden:
      1.1.a [Prozess 1] Sozialisation und Erziehung; weitere vergangene Erlebnisse und die daraus gezogenen Konsequenzen, welche sich von der Erziehung auch (zumindest) teilweise unterscheiden können (auch erlangt durch §3).
      1.1.a.i Was (1.a) zur Abgleichung der verinnerlichten Werte und Normen führt.
      1.1.b [Prozess 2] Erinnern vergangener Erlebnisse und Wahrnehmung dieser als *jetzt* realerlebten Eindrucks.
      1.1.b.i Was zur Interpretation des Gefühls führt (Abgleichung zwischen Gefühl und Realität).
      1.1.b.ii Und zur Abgleichung der eigenen (auch von der Kultur abhängigen) (Nähe-)Grenze zwischen meinem Körper und dem des Anderen.

      §4 Zusammenführung im Prozess 3 [Beantwortung auf Basis meiner Interpretationen der Handlung des Anderen]:
      1.1 Beantworten von …
      1.1.a „Was will der Andere?“
      1.1.b „Was will ich?“
      1.1.c „Was will ich tun?“ / „Wie will ich reagieren?“
      1.1.d Getragen von 1.2.c: „Was würden dann die Anderen von mir Denken?“ also „Darf ich das tun?“
      1.2 Mündung in Verhalten / Handlung
      1.2.a Unterschiede zwischen 1.2.c und 1.2.d führen zu inkongruentem Verhalten (d.h. das Wollen stimmt nicht mit der Handlung überein); diese Handlung könnte beispielhaft „bleiben statt weggehen“ sein.
      1.2.a.i Das führt zu einem „unguten“ Gefühl; welches in das akute und weitere Verhalten / der weiteren Handlung führt. (Stimmlage und Betonung, Mimik/Gestik, Abbruch eines Satzes, etc.).
      (1.3 Damit ist die „Mündung in Verhalten / Handlung“ abgeschlossen.)

      §5 [Zu Interpretation und Schema]
      1. Unser Gehirn interpetiert das Verhalten eines Anderen.
      1.1 Zur Interpretation zieht mein Gehirn die Muster/Schema heran, die ich durch Erziehung und Sozialisierung kenne.
      1.2 Durch diese Interpretation erinnere ich Erlebnisse, die ich durch Wahrnehmungseindruck erlebe (es erscheint so, als würde diese Situation *jetzt* stattfinden).
      1.2.a Diesen Eindruck interpretiert mein Gehirn ebenso wie in 1.1 — hierdurch kann es zum Missverstehen der aktuten Situation kommen.
      1.2.a.1 Dieses Missverstehen ist abhängig von dem (a) zu dieser Zeit erlebten Schmerz dem (b) mitgebrachten Schmerz (Gedankenspirale, etc.) und dem (c) mitgebrachten Stresslevel (zur Rush Hour unterwegs, etc.).
      1.3 durch 1.2.a kann es sogar zur Fehlinterpretation meiner *Gefühle* kommen.

      §6 [Ich bin der Mittelpunkt meiner Handlung]
      1. Sofern keine Gefahrensituation vorhanden ist, also ich niemanden Schützen muss, stehe ich allein im Mittelpunkt meiner Handlung.
      2. Aber der Andere muss in meine Handlung berücksichtigt werden.
      2.a Kann ich nicht auf Muster/Schema zurückgreifen, um den Anderen zu berücksichtigen, handel ich egozentrisch, evtl. triebgesteuert und gegen das Wohl des Anderen.

      §7 Schlussfollgerungen [Fehler, ihre Bewältigung und meine wie unsere Aufgabe]
      1. (Ich) Niemand kann frei von Fehlern sein.
      2. Das Hinweisen oder bewusst werden von Fehlern erzeugt immer ein als „ungut“ bis „vernichtend“ empfundenes Gefühl.
      3. Ob etwas als „ungut“ bis „vernichtend“ erlebt wird liegt nicht in meiner Macht, kann ich nicht ändern und dem Anderen ebenso nicht absprechen.
      4. Daher muss ich mir meine Fehler eingestehen ohne dem Anderen seine Fehler und meine Interpretation seines Verhaltens, als Verwirkung seiner Würde und aller seiner übrigen Menschenrechte abzuerkennen. (Absprechen seiner Intelligenz, Zuweisung negativer Absichten [„Die will ja nur … !“, etc.]).
      5. Dies erfordert eine auf Punkt 4 gezielte Erziehung und Sozialisierung(!) und somit auch eigene Übung (Ich sozialisiere andere mit!).
      6. Und ist somit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
      7. Die Punkte 5 und 6 können nur durch Übung erreicht werden, die nicht Abgeschotten von anderen Milieus stattfinden kann.

      §8 Anmerkung [Dem Anderen geht es genau so]
      1. Für den Anderen gilt §2 bis §7 entsprechend ebenso. (Eigentlich unnötig mitzuteilen)

      (2. Teil)
      §9 [Meine Innerepflicht]
      1. Die Konsquenzen aus allen genannten Punkten sind mir eine (Innere-)Pflicht.
      2. Ich setze sie für den Anderen ein und niemals gegen ihn (vgl. §7.4).
      3. Ausgehend von einem „gesunden“ Menschen erwarte ich dies von jedem entsprechend ebenso.

      Von wegen Zusammenfassung … Entschuldigt mich bitte. Das mein Kommentar so lange werden würde habe ich zu Beginn nicht gedacht.

      Falls ihr es bis hierin schon vergessen haben solltet:
      Ich beanspruche keine Korrektheit, also weder Fehlerfreiheit noch Vollständigkeit!

      • „Ja, auch das hinterherrufen mit “Hey, Süße” ist ein Sexisma“

        In was für einer Gesellschaft wollen wir denn leben, wenn soetwas gleich zu einem #aufschrei führt? Wie verklemmt soll der Umgang miteinander denn noch werden, und vor allem, wem hilft das? Und vor allem, wem soll man denn klar machen, dass soetwas schon ablehnungswürdig ist?
        Vielleicht sollten wir mal endlich anfangen, miteinander klar zu kommen.

        • Das hinterherrufen war offensichtlich nicht der alleinige Grund für #Aufschrei gewesen. Mit Verklemmtheit sollte Anstand nichts zu tun haben. Ein respektvoller Umgang geht auch ohne solcher Art Hinterherrufens.

  49. Pingback: Am Rande des #Aufschrei - Martin Diller [Strategie|Kreation]

  50. Sehr gut geschriebene Analyse. Am Ende bleibt von der Sexismusdebatte aber sowieso nur das Bild des Lustmolchs Brüderle und kräftige Auflagenzahlen/Quoten für die Medien. Für Menschen wie mich, die vom Chef wie eine Hure behandelt wird, ändert sich nichts.

  51. Es gibt so einige gute Artikel zum #Aufschrei, so wie dieser hier. Was ich nur schade finde ist, dass diese Artikel in der allgemeinen Hysterie fast komplett unter gehen, in den Medien kommen sie fast gar nicht zur Sprache, dafür werden immer wieder die gleichen Protagonisten mit immer wieder den gleichen verkürzenden und verwaschenden Aussagen interviewt und zitiert. Es ist wie immer in der Medienlandschaft, wer am lautesten Schreit kriegt die meiste Aufmerksamkeit, egal wie klug oder weniger klug das Geschrieene ist.
    Im Allgemeinen zeigt sich, dass das ganze Aufgeschreie dem Feminismus am meisten schadet, denn durch die Bagatellisierung (dumme Sprüche, irgendwelche Blicke) gepaart mit einer selten gesehenen Hysterie, ziehen die Aktivist_innen die ganze Debatte in’s Lächerliche.

  52. „Es sind Straftaten die aus verschiedenen Gründen passieren können aber nicht, weil eine Frau eben eine Frau ist und weil ein Mann eben ein Mann ist“

  53. Was meinst du damit?

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.