Das ganz normale Chaos

Die Phase der Rückbesinnung

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Kennt ihr das? Die ganze Zeit rebelliert man gegen das, was einem vorgesetzt wird. Alles Bekannte nervt  einen an, man will sich selbst neu erfinden. Anders sein, als alle anderen vor einem.

Irgendwann, wenn man dann anders ist, sucht man seine Wurzeln und will sich auf das zurückbeziehen, was einen jahrelang geprägt hat. Bei mir kommt es manchmal durch, dass ich im Gespräch mit Leuten Wörter benutze, die diese gar nicht kennen, weil sie lokal geprägt sind oder kaum mehr verwendet werden. zB „Driss“ oder „Tinnef“. Früher benutzte man sie einfach ohne drüber nachzudenken und wusste was sie bedeuten. Heute wird man seltsam angeschaut.

Meine Großeltern sprachen noch beide platt und ich bin erst die zweite Generation, die halbwegs hochdeutsch spricht. Geprägt bin ich sowohl vom Sauerländischen, Westfälischen und auch ein bisschen vom Rheinländischen. Das führt oft so einer lustigen Mischung.

Irgendwie finde ich es auch schön und versuche diese fast verlorenen Worte öfter in meinen Sprachgebrauch einzubinden, damit sie nicht verloren gehen.

4 Kommentare

  1. Kennst du denn auch „au hur“ (es heißt nicht wirklich alte Hure…) und „och härrm“?

    Gerade bei letzterem kenne ich das Gefühl sehr gut. Man sagt etwas, dass man selbstverständlich im eigenen Wortschatz hat – obwohl andere behaupten, man würde ja gar keinen Dialekt sprechen – und keiner versteht was gemeint ist.

  2. Das mit der Sprache kenn ich ganz gut,
    ich bin gebürtiger Hesse und
    babbel dementsprechend auch ne Menge Hessisch 😉
    Ganz schlimm wird’s aber, wenn du in ortsfremden Dialekten sprichst,
    z.B. hessisch im Rheinland, hab während meiner Ausbildung 3 Jahre in Köln gewohnt und daher ab und zu mal ein kleines Verständigungsproblem(chen), weil Kollegen nichts wussten, was schee (schön) oder schepp (schief) war.
    Inzwischen bin ich wieder in der „alten“ Heimat,
    die einzige Unart, die ich aus dem Kölschen Lokalkolorit übernommen hatte, war ein gelegentliches Aussprechen eines J anstelle eines G, wie in „Jut“ oder „Janz“…

    Solche Kleinigkeiten machen dich aber zu dem,
    der du bist und sind auch ganz sympathisch… 🙂

  3. hallo,

    viele deiner gedanke sind mir sehr vertraut…. das mit dem anders sein und dann doch wieder gleich 😉

    und mit meinem dialekt – als sachse fällst du überall auf – außer in sachsen…aber ich stehe dazu….

  4. Die Erfahrung mit den vermeindlich fremden Worten habe ich schon oft bei Briefen und Mails gemacht. Man denkt nie wirklich darüber nach dass ein, für mich selbst alltägliches Wort, schon 100km weiter völlig unbekannt ist!

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