Das ganz normale Chaos

Low Carb Hamburger

Das ist keine Diät, das ist mein Leben

| 20 Kommentare

Unterhält man sich mit Vegetariern oder Veganern käme man nie auf die Idee ihnen zu unterstellen, dass sie auf Diät leben. Auch wenn im Fachjargon eine Diät eine spezielle Art und Weise der Ernährung ist, beziehen wir das Wort Diät ausschließlich auf eine Ernährungsweise, die der Gewichtsreduktion dienlich ist.

Spricht mal also mit Vegetariern, stellt man schnell fest, dass es sich hierbei eher um eine Lebensweise handelt. Um eine Einstellung zur Welt und zum eigenen Leben. Die bewusste Entscheidung auf etwas zu verzichten, um die Welt ein bisschen besser zu machen.

Low Carb Hamburger

Jeder Mensch sollte sich bewusst ernähren. Aus welchen Gründen, sei dahin gestellt, aber er sollte sich im Klaren sein, was er isst, wieso er es isst und ob es seinem Körper gut tut. Es ist dabei egal, welchen Namen er seiner Ernährungsweise gibt, denn Namen dienen sowieso nur der Identifizierung von Fragenden oder Gleichgesinnten.

Ich habe schon lange aufgehört, in meiner Ernährungsweise eine Diät zu sehen. Ganz am Anfang als ich Pläne schmiedete abzunehmen, dachte ich an Diäten, aber spätestens nachdem ich das erste Atkinsbuch gelesen habe, realisierte ich, dass eine Diät nie die Lösung eines Problems sein kann. Die Lösung eines Problems ist die Realisierung, wie dieses Problem entstanden ist.

Man muss ein Problem abstellen um es loszuwerden. Es zeitlich begrenzt zu verdrängen führt nur dazu, dass es später wieder auftaucht. Wir nennen das Jojo-Effekt. Und jeder der eine temporäre Diät gemacht hat, kennt ihn.

Nein, ich mache keine Diät, ich lebe so, das bin ich. Ich vermeide Zucker, weil ich davon überzeugt bin, dass er nicht nur für mich schlecht ist, sondern für jeden, der ihn im Übermaß konsumiert. Ich durchschaue angeblich angesagte Lebensmittel indem ich direkt weiß, dass sie eigentlich Zuckerbomben sind und deswegen von den Leuten fast süchtig konsumiert werden.

Ich vermeide die meisten Fertiggerichte, weil sie nicht aus dem bestehen, wie es vielleicht den Anschein hat. Die entstehen stattdessen in Geschmackslaboren und Versuchsküchen. Da wird nichts mit Liebe sondern mit Reagenzgläsern zusammengemischt. Ich versuche mich darauf zu besinnen, was der Mensch gegessen hat, als er noch nicht große Völker möglichst billig ernähren musste. Ich höre aber vor allem auf meinem Körper. Unsere Körper geben uns nämlich immer sehr deutliche Signale. Wir dürfen nur nicht vergessen auf sie zu hören. Unser Körper ist das Wichtigste was wir haben. Wir müssen unser ganzes Leben mit ihm auskommen, also behandeln wir ihn so gut es geht und respektieren und schätzen ihn.

Ich bin also nicht auf Diät, ich lebe so, weil ich mich dafür entschieden habe und damit glücklicher bin.

Das könnte dich auch interessieren:

  1. Wenn man abnimmt, hat man es nicht leicht. Daran ist aber nicht die Diät schuld
  2. Warum mein Blog WM frei bleibt
  3. Review: Michel Houellebecq – Gegen die Welt, gegen das Leben (Ein Essay über H.P. Lovecraft)
  4. Woher kommt mein Nick?
  5. Blogblume ungeschminkt: Real Life stinkt (und das virtuelle Leben manchmal auch)

20 Kommentare

  1. Pingback: /|(;,;)/|

  2. Pingback: TiiaBloggt

  3. Pingback: Carmen

  4. Danke, genau so sehe ich das auch. Habe wegen Schwangerschatsdiabetes meine Ernährung auf “Low Carb” umgestellt und ärgere mich sehr, dass ich das nicht schon früher gemacht habe. Jetzt heißt es immer “aber nach der SS, da isst du doch wieder normal, oder?”

    Nein! Ich esse jetzt endlich NORMAL und vor allen Dingen so, wie es mir gut tut.

  5. Pingback: /|(;,;)/|

  6. Pingback: Wishu Kaiser

  7. ist bei mir auch so. nur leider verstehen das viele nicht, wenn man süßkram ablehnt, kommt gleich die frage “bist du auf diät?” und wenn man dann sagt “nein, ich esse so zuckerbomben generell nicht”, erntet man unverständnis. viele können sich nicht vorstellen, dass man freiwillig und bewusst die entscheidung getroffen hat, sich so zu ernähren.
    klar ist süßkram lecker, aber auch wenn man normalgewichtig ist, nimmt man zu, wenn man zu viel davon isst.

    PS: “sorry, dein kommentar scheint spam zu sein”?????

  8. Nachdem ich dich »kennen gelernt« aka bei Twitter verfolgt habe, hab ich letzten Sommer schon einmal angefangen zumindest auf Zucker und Fertigmist zu verzichten. Mineralwasser war meine Hauptflüssigkeit. Zucker gab es bewusst gar keinen mehr.

    Ich weiß nicht genau, was mich dazu getrieben hat, wieder wie die Allgemeinheit zu leben. Mit Zucker. Aber ich denke seit geraumer Zeit wieder darüber nach, meine Ernährung umzustellen. Oftmals ist das allerdings gar nicht so leicht möglich.

    Ich gehe gerne essen. Wer sagt mir, dass die Leute dort gesund kochen? Dass sie keine Geschmacksverstärker, keinen Zucker dazu packen. Wer sagt mir, dass in meinem Apfelsaft wirklich 100% Frucht sind und nicht doch noch eine Zugabe von Zucker, der nicht aus der Frucht selbst stammt?

    Das sind alles Dinge, die es mir bisher schwer gemacht haben, dran zu glauben, dass es neben der Arbeit möglich ist richtig zu essen. Und mit richtig meine ich bewusst. Ich achte drauf, nicht den Müll zu mir zu nehmen, den die meisten Menschen essen. Aber man kann nicht Alles wissen. Man kann nicht Alles sofort erkennen. Wie lange hast du dafür gebraucht?
    Wie lange hat es gedauert, bis es für dich normal und intuitiv wurde?

    • Intuitiv. Hmm ich glaube so 2-3 Monate. Dann kennt man die Nährwerte bzw in dem Fall den Zuckergehalt der wichtigsten Lebensmittel, die man konsumiert auswendig. Bei Gemüse ist es immer recht einfach. Grünes Gemüse (mit Ausnahme von Kohlrabi) ist meist KH-ärmer als farbiges. Rote Paprika enthalten mehr Zucker als Grüne usw.

      Beim Obst esse ich Beeren und Ananas sehr gern. Bei Getränken vorwiegend Wasser und ab und zu zuckerfreie Limonade. Apfelsaft hat immer Zucker ob nun Industrie- oder Fruchtzucker, das ist gleich. Gilt übrigens für alle Fruchtsäfte. Diese sollten als “Süßigkeit” eingestuft werden. Manchmal haben sie sogar mehr Zucker als Cola.

      Es ist nicht schlimm, wenn man Fehler macht und nicht 100% nach dem leben kann. Kann ich auch nicht immer, aber jeder Schritt hin zu einer besseren Ernährung ist ein guter Schritt.

      • Gerade der letzte Absatz ist sehr beruhigend. Denn auf Apfelsaft oder gar Äpfel würde ich tatsächlich nur ungern verzichten.

        Allerdings habe ich mir gestern meine Lebensmittel angesehen. Autsch. Kochschinken: Glucosesirup.
        Frikadellenbällchen: Karamellisiert
        Salami: Zucker

        Ich dachte mir dabei echt nur WTF O.o Fleisch mit Zucker? Das bedeutet dann quasi kompletten Verzicht oder extrem teure Produkte nehmen. Zumindest erscheint es so.

        Ganz wird es mir kaum möglich sein. Auch wenn die Liebste das Thema interessant fand, kann sie sich mit dem Gedanken ohne Zucker zu leben nicht anfreunden, weil sie der festen Überzeugung ist, dass der Mensch Zuckerzufuhr braucht, da er sonst schlapp macht v.v
        Und ich habe wenig Interesse daran, dass wir immer was unterschiedliches essen.

        Kannst du mir Tipps für den Einstieg geben? Ich hab da null Erfahrung. Ich weiß, dass Zucker tabu ist und das war es ^^’

        • Kein Zucker wird unmöglich sein, denn Zucker kommt in Kleinstmengen fast überall vor. Der Mensch braucht die Zuckerzufuhr allerdings nicht, da er Energie aus anderen Bestandteilen gewinnen kann. Das setzt regelmäßiges und ausgewogenes Essen voraus.

          Zucker ist für den Körper schnell verfügbar und wird deswegen auch bevorzugt verbraucht. Zucker ist aber tückisch, denn er hält nicht lang vor. Wenn man also was Süßes isst oder trinkt, hat man schnell eine Hochphase. Das Loch, in das man danach aber fällt ist mindestens genauso tief. Der Zucker ist es also, der uns schlapp macht.

          Der erste Schritt könnte sein, auf alle Fertigprodukte zu verzichten und Essen selbst zuzubereiten. Also frisches Gemüse und Fleisch kaufen und die Gerichte selbst erstellen. So weiß man, was drin ist und kann so Fallen aus dem Weg gehen. Es erfordert meist ein bisschen mehr Zeit, aber ist dafür billiger, wenn man mit Saisonware arbeitet.

          Die meisten Zucker- und Kohlenhydrathaltigen Lebensmittel fallen dann übrigens sowieso schon weg, weil es sich hierbei um vorproduzierte Dinge handelt. Also Gerichte mit viel Gemüse (oder Salat), Protein und Fett kochen und niemand wird schlapp machen oder hungrig bleiben. Kannst ja mal meine Rezepte anschauen und dich inspirieren lassen. Ich versuche momentan auch einige Rezepte, die ich auf Pinterest gefunden habe, nachzukochen. Da muss ich allerdings erst einmal ein bisschen selektieren.

          • Ok. Dann liege ich mit meiner Annahme also richtig. Dass der Zucker es ist, der mich so schlapp macht, dachte ich mir. Als ich schon mal weitestgehend auf Zucker verzichtet habe, war ich wesentlich fitter. Ich lasse allerdings nur ungerne meinen Apfelsaft und meinen täglichen Apfel sausen. Ich gehe mal davon aus, dass ein saurer Apfel hier keinen Unterschied macht?

            Fertignahrung nehme ich eher selten zu mir. Wenn man Pizzabaguettes und Ofenkäse ausschließt, dann fällt mir nichts ein, was ich bereits fertig produziert zu mir nehme. Wobei ersteres nicht problematisch wäre selbst zu erstellen.

            Ok danke dir. Werde mir die Rezepte mal anschauen. Klingt auf jeden Fall einfacher, wenn du das so sagst, als wenn man sich das allgemein im Internet anguckt. Allerdings findet man auch kaum Informationen zu Low Carb, die sich nicht auf Gewichtsreduktion beziehen.

  9. Pingback: Johnnyr

  10. Das probiere ich meinem Umfeld auch immer zu erklären, schön das du es auch so siehst. Ich mache keine Diät ich stelle/habe meine Ernährung umgestellt, das will aber keine so recht akzeptieren. Ich leben nach folgenden Prinzipien die nicht unbedingt für immer fest sind und auch in Zukunft noch verfeinert und angepasst werden.

    - kein Zucker
    - viel Eiweiß
    - verzicht auf so gut wie jeden Zusatzstoff der nicht sein muss (nicht alle sind schlecht)
    - verzicht auf Killerstoffe wie der Süsstoff Aspartam
    - viel Wasser/Tee trinken
    - 3 Mahlzeiten am Tag
    - zwischen Mahlzeiten Nüsse, Kerne etc.
    - 3 mal die Woche Joggen + 1 mal Schwimmen/Radfahren/Wandern/Kraft
    - 1 x mal die Woche “Schlammpertag”
    und ganz WICHTIG wissen was man ißt

    sportliches low carb leben halt…..

    Nächste Woche bin ich eine Woche im Hotel, mal sehen wie ich das mache. Das ist das einzige was mich stört an “anderer” Ernährung.

  11. Pingback: sugarandspice

  12. Pingback: to

  13. Pingback: Low Carb Lebensgeschichten: Tobias (@toellby) | Das ganz normale Chaos

  14. Vielen Dank für die guten Tipps & Infos. Da ich mich auch mit dem Thema “gesunde Ernährung” beschäftige, möchte ich noch hinzufügen, das die beste Diät “keine Diät” ist – sondern eine Ernährungsumstellung. Dazu ist es sehr wichtig, das man seinen Stoffwechseltypen kennt (Eiweiss-,Kohlenhydrate- oder Mischtyp).

    Weil jeder Mensch einzigartig ist, trifft dies auch bei seinem Stoffwechsel zu. Jeder dieser verschiedenen Typen benötigt eine andere Zusammenstellung von Nährstoffen (Eiweiss, Kohlenhydrate und Fette) und daher ist es wichtig, dass man versteht, wieso bestimmte Lebensmittel für einen geeignet sind, damit man für seinen eigenen, persönlichen Speiseplan die beste Wahl treffen kann.

    Der Kohlenhydratetyp (70% Kohlenhydrate,20% Eiweiss,10% Fette), der Eiweisstyp (45% Eiweiss,35% Kohlenhydrate,20% Fette) und der gemischte Typ (50% Kohlenhydrate,40% Eiweiss,10% Fette) unterscheiden sich hier deutlich.

    Seitdem ich nach einem Stoffwechsel-Typen-Test ganz genau weiss, welche Lebensmittel für mich am besten geeignet sind, diese prozentual richtig aufteile, geht es mir sehr gut, bin fit und gesund.

    Beste Grüße
    Jürgen

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: