Das ganz normale Chaos

Tobias im März

Low Carb Lebensgeschichten: Tobias (@toellby)

| 8 Kommentare

Schon wieder ist eine Woche vorbei und eigentlich wollte ich euch zwischenzeitlich noch mit dem ein oder anderen Artikel erfreuen, aber da ich Ostern etwas Urlaub machen möchte, fallen kurz vorher natürlich viele Dinge an, die vor dem Urlaub erledigt werden müssen. Da fällt es schwer Zeit zum Bloggen zu finden. Dennoch möchte ich euch die neue Folge der Low Carb Lebensgeschichten nicht vorenthalten. Tobias lebt nicht strikt Low Carb, achtet aber dennoch auch seinen Kohlenhydratkonsum und ist begeisterter Sportler. Seine Wandlung ist beeindruckend und wenn ihr einen Einblick in sein Leben bekommen wollt, lest einfach mein kleines Interview mit ihm. 

Tobias (37)

1. Hallo Tobias, stell dich doch einmal den Lesern kurz vor, wer du bist und was du so machst.
Mein Name ist Tobias, bei Twitter und im restlichen Netz eher als toellby (toellby auf Twitter) bekannt, und ich bin von Beruf Bauingenieur/Bauleiter bei einem Bauunternehmen. Ich bin (noch) 37 alt, verheiratet und spiele gerne mit allerlei technischem Spielzeug, am liebsten wenn Äpfel drauf sind.
Ausserdem – ganz wichtig – haben der Dan (@dhrac) und ich seit neuestem (ca. 1 Monat) den Blog “spochthitz” aufgemacht. In diesem Blog geht es, wie der Name vermuten lässt, um Musik beim Spor(ch)t, mittlerweile ist das Themenfeld aber etwas grosszügiger angesetzt und es gibt auch allerlei Krams zum Sport, Ernährung, Diät und vielleicht (ganz vielleicht) auch mal Rezepte etc. -> www.spochthitz.de

2. Wie sah deine Ernährung vor Low Carb aus?
Naja, also, erstmal finde ich die Bezeichnung Low Carb nicht ganz so treffend, da ich schon in näherer Zukunft wieder Kohlenhydrate zu mir nehmen werde bzw. es direkt nach dem Training auch in ziemlich konzentrierter Form tue. Ich bezeichne meine Ernährung eher als “eiweißreich”, in dem ich mehr Eiweiß als Kohlenhydrate esse und dabei halt versuche auf die Kohlenhydrate zu achten.
Aber vor dieser Ernährungsumstellung war meine Ernährung vermutlich “normal”, wobei ich den Begriff auch merkwürdig finde. Es gibt Leute für die ist jeden Tag Fastfood normal, so war es bei mir nicht. Ich hab denke ich relativ durchschnittlich gegessen. Morgens nen Brötchen mit irgend einem Aufschnitt, Mittags halt was warmes und Abends meist Salat. Zu meiner Schande muss ich aber gestehen, dass ich eine reine Chips-Vernichtungsmaschine sein kann, ich hab also auch gerne mal bei Süssigkeiten und dergleichen zu gegriffen.

Tobias im Oktober 2010

3. Wann kam es zum Wendepunkt? Wodurch wurde die Änderung deiner Ernährung ausgelöst?
Dazu muss ich etwas weiter ausholen. Ich hab eigentlich immer (viel) Sport gemacht, schon als Kind, hab dann irgendwann Anfang 20 aufgehört und bin einfach fett geworden. Mit Mitte 20 hab ich dann schon einmal komplett alles umgestellt, Ernährung und Bewegung und so und hab in einem knappen 3/4 Jahr an die 50 kg abgenommen. Dummerweise habe ich mir dort einen Leistenbruch zugezogen und bin während des Studiums nie wieder richtig “in Tritt” gekommen, d.h. kein oder wenig Training und meine Ernährung wurde auch wieder schlechter.
Nach dem Studium wurde ich zu einem richtigen “Aber ab Montag, da fang ich wieder richtig damit an”-Typen, bis ich mich irgendwann aufgerafft habe und wieder mit Basketball angefangen habe. Zur Umstellung der Ernährung hat das aber irgendwie nicht gereicht. Dazu kam es erst im August 2011 wieder, als ich gezwungener Maßen (Verletzung) mit dem Basketball aufhören musste und mich wieder im Sportstudio (http://www.sportstudio-held.de/) angemeldet habe.
Komischer Weise ist es bei mir einfacher, wenn ich wirklich konzentriert Sport treibe. Dann kommt die Ernährung automatisch “hinterher”.

4. Wie hat dein Umfeld darauf reagiert?
Mhm… gar nicht glaub ich. Meine Frau hat mich damals kennen gelernt als ich sehr drauf geachtet habe und von daher war es nicht so schlimm. Bei Familien- oder Geschäftsessen versuche ich halt irgendwas mit Huhn oder Rind und wenig Kohlenhydraten zu bestellen. Wenn ich der Meinung bin es seien zu viele Kohlenhydrate lasse ich einfach etwas zurück. Meist bestelle ich aber eh etwas mit Reis, Kartoffeln oder Nudeln esse ich sehr selten.

5. Wo hast du dich anfangs über Low Carb informiert?
Eigentlich gar nicht. Ich habe einfach meine Kohlenhydrate runter gefahren und meinen Protein-Anteil gesteigert. Das ist meiner Meinung nach essentiell wenn man Kraftsport betreibt und dabei abnehmen möchte. Darum habe ich in der 2. Frage auch gesagt, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt an dem ich den Kohlenhydrat-Anteil wieder erhöhen werde um mehr Energie für das Training zu haben.

6. Wie sieht ein “typischer” Tag bei dir aus (Ernährung/Sport)?
Das ist relativ einfach. Ich trainiere an 4 Tagen/Woche, nämlich Montags, Dienstags, Donnerstags und Freitags. In der Regel mache ich an jedem dieser Tage Krafttraining und danach 1 h Cardio, am Freitag mache ich kein Krafttraining (da sind an Cardio-freien-Freitagen die Beine dran) sondern nur Cardio, meist 2 h.
Am Mittwoch ist trainingsfrei, ebenso am Samstag und Sonntag. Der Sonntag geniesst einen extra Status, er ist der “Belohnungstag”, an dem ich mir (eigentlich) alles gönne wo ich Hunger drauf habe. Dieser Belohnungstag fällt aber meist nicht viel anders aus als ein normaler Tag, ausser das ich zB zum Frühstück Brötchen esse.
An Trainingstagen esse ich etwas mehr Kohlenhydrate um mehr Energie zum Training zu haben und das sieht in etwa so aus:

Frühstück, ca. 06:30 Uhr

  • 400 ml Wasser
  • 1 Banane
  • 40 gr. Haferflocken
  • 125 gr. Magerquark
  • 75 gr. Whey Protein

Zwischenmahlzeit 1, ca. 10:00 Uhr

  • 2 Scheiben Knäckebrot Roggen dünn
  • 100 gr. Huhn

Zwischenmahlzeit 2 bzw. Mittagessen, ca. 13:00 Uhr

  • 40 gr. Reis (trocken gewogen)
  • ca. 175 gr. Huhn gebraten

Zwischenmahlzeit 3, ca. 16:30 Uhr

  • 250 gr. Magerquark
  • 1-2 Kiwis
  • 1 Banane
  • 1/2 Ananas

Abendessen bzw. nach dem Sport, ca. 21:30 Uhr

  • 75 gr. Whey Protein
  • 40 gr. Maltodextrin (reines Kohlenhydrat)

An trainingsfreien Tagen esse fast genau so, lasse aber zB die Haferflocken und das Knäckebrot und natürlich das Malto weg:

Frühstück, ca. 06:30 Uhr

  • 400 ml Wasser
  • 1 Banane
  • 150 gr. Magerquark
  • 75 gr. Whey Protein

Zwischenmahlzeit 1, ca. 10:00 Uhr

  • 250 gr. Magerquark
  • 1-2 Kiwi
  • 1/2 Ananas

Zwischenmahlzeit 2 bzw. Mittagessen, ca. 13:00 Uhr

  • ca. 250 gr. Huhn gebraten

Zwischenmahlzeit 3, ca. 16:30

  • 250 gr. Magerquark
  • 1-2 Kiwis
  • 1 Banane
  • 1/2 Ananas

Abendessen ca. 19:30 Uhr

  • Salat oder Ähnliches, möglichst ohne Kohlenhydrate.

Wenn ich die gesamten Kalorien der Tage zusammenzähle komme ich auf gut 1.900 – 2.000 kcal, den Grossteil der Kohlenhydrate machen dabei das Obst und natürlich Haferflocken und Reis aus. Zwischenzeitlich variiere ich die Low Carb Gerichte mit zum Beispiel Thunfisch mit Hüttenkäse oder Thunfischsalat mit Bohnen, Erbsen und Pilzen.

Die genauen Uhrzeiten helfen mir über eventuelle Hungerattacken hinweg, ausserdem ist es gut für den Stoffwechsel. Dazu habe ich mir angewöhnt alles abzuwiegen, um Kontrolle zu haben. Man glaubt gar nicht was für Mengen man sonst so isst wenn man “nach Auge” abmisst. Ausserdem trage ich meistens meine Ernährungsdaten bei fddb.info ein, um den Überblick zu behalten. Das erscheint auf den ersten Blick leicht spooky, hat aber wirklich seine Vorteile. Ich trage ja auch meine Trainingsdaten in einem Trainingstagebuch ein (ich nutze dazu Runtastic).

Durch meinen Job bin ich viel unterwegs, dann habe ich entweder Abends vorgekocht und nehme das Essen mit oder ich kaufe mir unterwegs Quark, Obst, Huhn etc. Meine Shakes trinke ich alle nur noch mit Wasser weil es mir a) besser schmeckt und ich b) noch den Milchzucker der Milch spare und ich somit auch schnell unterwegs einen halben Liter kaltes Wasser besorgen kann.

Tobias im März

Tobias im März 2012

7. Was hat sich seit der Umstellung bei dir verändert? (Abnahmen, Gesundheitlich usw)
Ich fühle mich wohler. Und zwar rundum. Ich bin ausgeglichener und natürlich fitter. Ich hab abgenommen, wie viel kann ich aber nicht sagen da ich mich nur sehr selten wiege, muss aber um die 20 kg liegen. Ich finde dabei sind die eigenen Klamotten und der Spiegel der bessere Richter, und da stehen 2 Jeansgrößen und 2 Hemdgrössen zu Buche.
Ausserdem habe ich das Gefühl das mir Sachen besser schmecken, obwohl es eigentlich Unsinn ist.

8. Was ist dir schwer gefallen und was leichter?
Schwer zu sagen. Ich hätte gedacht das es mir schwerer fallen würde auf so Süßkrams wie Snickers etc. zu verzichten. Auch Chips fehlen mir nicht wirklich. Jedoch, um ehrlich zu sein, würde ich gerne mal zum Kaffee am Nachmittag ein Stückchen Kuchen naschen, da gibt es dann maximal 1-3 Dinkelkekse.
Leicht gefallen ist mir die Umstellung zu der eiweißreichen Ernährung, vermutlich weil ich eh gerne Geflügel esse und ich früher schon immer viel Huhn und Quark gegessen habe.
Unter uns gesagt fällt es mir manchmal schwer mich zum Training aufzuraffen, aber das brauchen wir ja keinem sagen… ;)

9. Planst du wieder zurück zur konventionellen Ernährung zu wechseln?
Nein. Wobei ich, wie oben gesagt, Begriffe wie “konventionelle Ernährung”, “Low Carb” und dies alles eher nicht so treffend finde. Und dabei stelle ich als Gegenfrage: “Was ist normal? Das was alle tun?”. In einem deiner Blogbeiträge hast Du sinngemäß gesagt, es sei ein Lebensgefühl. So oder so ähnlich denke ich sollte man es sehen. Auch wenn es nicht immer einfach ist.

10. Welche Tipps würdest du Startern mit auf den Weg geben?
Schwierig, da ich mich ja nur begrenzt als einen reinen “Low Carb”-Esser sehe, aber ganz klar: Organisation.
Wenn mich jemand im Studio anspricht versuche ich zu vermitteln, dass die Organisation dabei der halbe Drops ist. Disziplin gehört natürlich dazu, aber organisiert geht das Ganze eine ganze Ecke leichter.
Und dann vermutlich noch: Zwingt Euch zu nix. Lieber jeden Tag 3 einzelne Goldbären als irgendwann 3 Tüten Goldbären. Was ich damit sagen will ist: Bevor man sich zu Verzicht zwingt, lieber kleine Mengen davon und nicht irgendwann in einem Fressflash enden.

Das könnte dich auch interessieren:

  1. Low Carb Lebensgeschichten: Anita aus Berlin
  2. Cola-Huhn: Low Carb Version
  3. Testpaket von Konzelmanns Low Carb Shop: Neues Brot, Gewürze und Tafelsüße
  4. Gemüse und Low Carb
  5. Eine Woche Tagespläne Low Carb

8 Kommentare

  1. Pingback: /|(;,;)/|

  2. Pingback: TiiaBloggt

  3. Pingback: to

  4. Pingback: Dan H. Racek

  5. Pingback: to

  6. Pingback: Low Carb Lebensgeschichten: Dan – Creative Director und vierfacher Papa über seinen Ernährungswandel | Das ganz normale Chaos

  7. Pingback: to.ell.by

  8. Pingback: Low Carb Interview bei Blogblume.de @dhrac | Spochthitz

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.