Das ganz normale Chaos

Low Carb Lebensgeschichten: Dominik

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Letzte Woche habe ich den wöchentlichen Low Carb Lebensgeschichten Bericht ausgelassen, weil ich hier leider viel zu tun hatte. Diese Woche ist aber ein neuer Bericht für euch da und zwar von Dominik. Es war für mich erstaunlich zu lesen, dass er über mein Blog zu der Ernährungsweise gestoßen ist. Zwar sehe ich die Besucherzahlen auf meine Artikel und Rezepte, aber die Schicksale dahinter bleiben mir meist doch verborgen. Umso schöner zu lesen, dass jemand mit meiner Hilfe sein Leben verbessern konnte.

Hallo Dominik, stell dich doch einmal den Lesern kurz vor, wer du bist und was du so machst.
Hallo, ich bin Dominik und momentan arbeite ich als Redaktuer bei newsecho.de und produziere mit Kevin Körber den Podcast Medien-KuH und studiere an der Universität des Saarlandes.

Wie sah deine Ernährung vor Low Carb aus?
Bevor ich mich bemüht habe Kohlenhydrate stark einzuschränken und Zucker aus meinem alltäglichen Essensplan komplett zu streichen, hab ich nicht besonders bewusst auf meine Ernährung geachtet. Zwar habe ich vergleichsweise ausgeglichen gegessen, aber die Mengen an Cola und Süßigkeiten die ihren Weg in meinen Verdauungstrakt fanden, waren durchaus sehr hoch.

Wann kam es zum Wendepunkt? Wodurch wurde die Änderung deiner Ernährung ausgelöst?
Im Herbst letzten Jahres war ich mit Gewicht und Wohlbefinden nicht mehr zufrieden und habe – als fauler Mensch der ich bin – Ausschau nach Methoden zum Abnehmen und anders essen gesucht, die mit meinen persönlichen Vorlieben möglichst kompatibel sind. Dabei bin ich auch über dein Blog gestolpert, der für mich der erste Kontakt mit einem Erfahrungsbericht einer Low-Carb-Ernährung war. Letztlich fehlt mir bei vielen Ernährungsschulen eine unabhängige Stimme, die aus persönlicher Perspektive sagen kann, was wie gut funktioniert und was nicht. Hinter den offiziellen Büchern steckt ja auch stets ein kommerzielles Interesse.

Wie hat dein Umfeld darauf reagiert?
Natürlich kam es zu den häufigen Fragen, wie „Was genau darfst du überhaupt noch essen?“ und „Atkins? Also nur noch Schweinshaxe!“-Kommentaren, die meisten aber eher neckend gemeint. Es gab natürlich auch Befürchtungen, dass ich kaum noch mitessen könne, wenn ich bei Freunden oder Familie eingeladen bin.

Wo hast du dich anfangs über Low Carb informiert?
Zunächst habe ich deine Artikel verfolgt und nebenher ein wenig Internet-Recherche bei den üblichen Verdächtigen betrieben. Auch ein offizielles Atkins-Buch („Atkins for Life“) bei Amazon hatte mein Interesse geweckt, zunächst las ich dort aber nur die Vorschau, den „Blick ins Buch“ den Amazon anbietet, bevor ich mir eine gebrauchte Version gekauft habe.

Wie sieht ein „typischer“ Tag bei dir aus?
An einem typischen Tag der ersten Wochenhälfte – ich arbeite halbtags – frühstücke ich nicht (was ich an dieser Stelle nicht empfehlen möchte, mein Biorhythmus und meine Verdauung sind etwas eigen und oft zu viel Flexibilität gezwungen) und esse erst richtig wenn ich am späten Nachmittag nach Hause komme. Die Zeit bis dahin muss ich selten mit Hungerattacken kämpfen, sowieso sind starke Hungeranfälle selten, seit mein Körper- wie ich vermute – wieder mit der ketogenen Fettverbrennung begonnen habe. Sollte ich doch Hunger entwickeln, greife ich auf kleine Wurst- oder Fleischsnacks zurück, aber auch geröstete Sojakerne eignen sich gut. Wenn ich vorher schon weiß, dass ich am nächsten Tag Hunger haben werde – aufgrund körperlicher Anstrengung oder ähnliches – bereite ich ein paar belegte Brote aus Eiweißbrot vom Bäcker vor.

Zuhause gibt es eine größere Mahlzeit mit Fleisch, Geflügel oder Fisch sowie frischem oder Tiefkühlgemüse. Für alle Fälle sind immer genug Zutaten für einen Hamburger mit Eiweißbrötchen und gefrorene Waldbeeren zum Naschen oder zum Herstellen von zuckerfreier Eiskrem mit Sahne im Haus.

Die restliche Woche frühstücke ich meist Spiegel- oder Rühreier, dazu etwas Speck, Würstchen und Frischkäse auf Eiweißbrot.

Was hat sich seit der Umstellung bei dir verändert? (Abnahmen, Gesundheitlich usw)
Im Zuge meiner Umstellung ab Herbst – ich wurde über Weihnachten wieder vom Zucker verführt und bin erst seit ein paar Wochen wieder dabei Low Carb zu leben – habe ich zehn Kilogramm Gewicht verloren. Neben dem dadurch allgemein verbesserten Wohlbefinden, habe ich sehr deutlich gemerkt, dass mein Blutzuckerspiegel konstanter war, sprich: Ich habe nicht unter der typischen Konzentrationsschwäche gelitten, die ich anfangs durch Traubenzucker ausgleichen musste, wenn ich längere Zeit keine Kohlenhydrate mehr gegessen hatte. Wenn ich doch einmal „gesündigt“ habe, fiel auch sofort auf, dass mein Körper nicht mehr an die vielen Kohlenhydrate gewohnt war. Zwei Bällchen normaler Eiskrem fühlten sich im Magen zum Beispiel an, als hätte ich einen halben Liter verschlungen. Zudem esse ich bewusster und somit tatsächlich abwechslungsreicher, insbesondere Gemüse findet mehr Platz auf meinem Teller.

Was ist dir schwer gefallen und was leichter?
Schwer war vor allem der strikte Verzicht auf Zucker – jedenfalls am Anfang. Da ich ab Weihnachten wieder viel zu viel davon konsumiert habe und erst seit ein paar Wochen wieder Low Carb lebe, kann ich durch Wiederholung bestätigen: Für mich ist das ganz klar der schlimmste Teil. Mein Stoffwechsel war auf den Energieschub durch Zucker eingestellt und auf einmal war er nicht mehr da. Überraschend leicht fällt es mir auf Nudeln, Reis und Kartoffeln zu verzichten. Brot hingegen habe ich sehr vermisst und obwohl Eiweißbrot – besonders getoastet – eine wirklich leckere Alternative ist, vermisse ich ein gutes französisches Weißbrot ab und an doch.

Planst du wieder zurück zur konventionellen Ernährung zu wechseln?
Ich will immer auf meinen Kohlenhydratekonsum achten und Zucker wirklich nur noch in sehr sehr seltenen Fällen zu mir nehmen. Leider sind Süßstoffe keine wirkliche Alternative, weil der Körper dann oft dennoch nach einem Energieschub verlangt, oder schlichtweg ungesund sind.

Wie streng ich Low Carb weiterverfolge hängt davon ab, ob ich endlich dazu kriege wieder ein wenig mehr Sport zu treiben, dann dürfen es schließlich auch ein paar Kohlenhydrate mehr sein.

Welche Tipps würdest du Startern mit auf den Weg geben?
Man sollte sich, bevor man damit anfängt, ganz klar machen was die Einschränkungen bedeuten und Gerichte zusammenstellen, die man gerne und oft isst und die in diese Ernährungsweise passen. Das sollte vor dem eigentlichen Beginn passieren, weil man dann nicht auf die Schnelle frustriert ist, weil kein Gericht einfällt, dass man essen könnte.
Meinen Tipp von oben kann ich nur wiederholen: Gefrorene Waldbeeren sind lecker und günstig.
Außerdem hilft es, sich darüber klar zu sein, dass man besonders in der Anfangsphase rückfällig werden wird. Es nutzt nichts zu hungern und es nutzt auch nichts mit gefährlich niedrigem Blutzuckerspiegel durch den Tag zu gehen. Im Idealfall sollte man eben eine Scheibe Brot zu einer eiweißhaltigen Mahlzeit legen und wenn es doch kritisch wird, langsam Traubenzucker im Mund zergehen lassen.

Dabei sollte man immer grob wissen, welche kohlenhydratreicheren Produkte man am jweiligen Tag bereits gegessen hat. Ich arbeite nicht mit Kalorientabellen und rechne auch nicht meine Gramm-Zahl aus, wie Atkins das vorsieht. Der Vorteil: Ich habe nicht dieses „Diät“-Gefühl und wenig Aufwand, der Nachteil: Man sorgt so tatsächlich eher für einen gefährlich niedrigen Blutzuckerspiegel.

Besonders wichtig erscheint mir: Jeder Körper ist anders, für mich funktioniert Low Carb hervorragend, auch weil meine Essensvorlieben es größtenteils unterstützen so zu leben. Auch habe ich keine Tendenz zur Diabetes und ähnlichen Dingen, die natürlich immer bedacht werden wollen, wenn man seine Ernährung umstellt. Eins noch: Wasser trinken was das Zeug hält. Ich habe durch die Low-Carb-Ernährung sogar wesentlich mehr Durst.

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