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Low Carb Lebensgeschichten: Dan – Creative Director und vierfacher Papa über seinen Ernährungswandel

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Ich habe mein Low Carb Lebensgeschichtenprojekt ein bisschen schleifen lassen, da meine Freizeit momentan von einer besonderen Person beansprucht wird. Trotzdem möchte ich es natürlich weiterführen, denn ich habe viele tolle Zuschriften bekommen, die ihr unbedingt lesen müsst. Hier der Beitrag vom Dan. Zusammen mit Toellby ist er auf dem Weg ein gesünderer und fitterer Mensch zu werden.

1. Hallo Dan, stell dich doch einmal den Lesern kurz vor, wer du bist und was du so machst.
Mein Name ist Dan H. Racek, ich bin 45 Jahre, verheiratet und Papa von 4 Töchtern. Beruflich bin ich Creative Director bei der Werbeagentur 12snap in München – ich entwickle dort zusammen mit meinen Kollegen Webekampagnen speziell für Internet und Mobile.

Zusammen mit @toellby blogge ich im Blog Spochthitz.de rund um das Thema Musik und Fitness.

2. Wie sah deine Ernährung vor Low Carb aus?
Sie war mir bis vor 3 Jahren für rund 20 Jahre ziemlich egal. Erlaubt war, was reingeht und mich vor dem Verhungern schützt.

So habe ich dann auch gegessen (besser: gefuttert) und so sah ich dann auch aus. Allerdings war das nicht immer so. In meinen frühen 20ern war ich für ein paar Jahre Vegetarier, ein Grundinteresse am Thema Ernährung war also schon immer da.

3. Wann kam es zum Wendepunkt? Wodurch wurde die Änderung deiner Ernährung ausgelöst?
Ich habe vor 3 Jahren nach 28 Jahren mit dem Rauchen aufgehört. Wenn du diesen Schritt nach 1 Päckchen Mainstream-Kippen am Tag gehst, da MUSST du dich unweigerlich mit dem Thema Ernährung beschäftigen, weil du sonst aus dem Leim gehst wie nichts Gutes.

Mein „Hook“ aus der Nikotinsucht heraus war das Laufen, das ist meine große Leidenschaft – und es joggt sich einfach nicht so toll mit dicker Wampe. Also führt dann im Kopf eines zum anderen.

Stichwort „Wendepunkt“: Ich muss sagen, dass ich keinen wirklichen „Wendepunkt“ hatte, es waren bis heute eher „Wendewellen“ – wie so Viele habe ich immer wieder mal Rückschläge erfahren, durch Stress, mangelnden Fokus und die ständigen Verlockungen. Das Ganze war und ist ein Prozess, und als solchen muss man es auch nehmen.

4. Wie hat dein Umfeld darauf reagiert?
Einigermaßen gleichmütig. Wobei eine „Programmatik“ wie etwa Sport oder eine gesunde Ernährungsweise schon auffällt, weil du dich ja anders als der Mainstream verhälst. Da ich darüber aber mit @toellby zusammen unter spochthitz.de auch blogge, bekomme ich natürlich viel unterschiedliches Feedback.

5. Wo hast du dich anfangs über Low Carb informiert?
Ich bin über das Thema Nahrungsergänzungen (Muskelaufbau, Whey Proteine und so) auf die Bücher von Claudia Wernig  (Claudia Wernig – Ernährungsbücher Low Carb) gestoßen, die von einem namhaften Hersteller dieser Supplements gefeatured wird.

Den Körper durch eine geregelte Zufuhr von Kohlenhydraten zu Leistungsfähigkeit und Fettabbau anregen – diese Grundidee hat mir als jemandem, der sich nur sehr bedingt mit Ernährung auskennt (oder gar intensiv damit beschäftigt), schnell eingeleuchtet. Auch so eine Regel wie „Keine Kohlenhydrate mehr nach 16 Uhr“ (das bekannte „Abnehmen über Nacht“) gehen ganz gut in meinen Schädel rein – das ist keine wirkliche Diät, das ist eher eine Verhaltensregel, die ich problemlos einhalten kann. Das macht es mir einfacher. Dazu noch ein paar schöne Rezepte und ich bin zufrieden.

Ich habe diese Bücher allerdings bislang eher als Inspiration denn als klare Handlungsanweisung oder Rezeptquelle genommen, da sie schon sehr auf Kraftsportler ausgerichtet sind und sehr viel mit allen möglichen Formen von Whey Proteinpulvern arbeiten.

Das Buch von Edeltraud Rückert (Die Erfolgsdiät. Das Kochbuch nach Low Carb) ist noch sehr gut, das kann ich als tolle Rezeptquelle empfehlen.

6. Wie sieht ein „typischer“ Tag bei dir aus (Ernährung/Sport)?
Ich stehe gegen 6 Uhr auf und laufe minimal eine „Wachwerd-Runde“ von rund 2,5 Kilometern. Um meinen Körper nicht in eine Routine zu zwingen, laufe ich unregelmäßig, aber mindestens zweimal die Woche eine längere Strecke von 7 bis 10 Kilometern – momentan meistens am Wochenende, aber gerne auch mal unter der Woche. Das mit dem Laufen mache ich wie gesagt seit 3 Jahren.

Nach dem Lauf frühstücke ich die meisten Kohlenhydrate: ein Müsli oder ein Vollkornbrot mit Ovomaltine (ich liebe das Zeug 🙂 oder gerne auch mal Porridge mit fettarmer Milch und Honig.

Mittags steht dann zumeist Salat auf dem Speisezettel, gerne auch Obst. Oder natürlich eiweissreiche Kost wie Ei, Fisch, Fleisch etc. Pizza und Pasta und Brot und solche Sachen lasse ich ab Mittags bereits komplett sein.

Zusätzlich zum Laufen mache ich ab und zu Muskeltraining – das aber mit großen Pausen, da es mich auf Dauer schon etwas langweilt und ich das auch zeitlich nicht immer hinbekomme.

Abends esse ich dann wenig bis gar nichts mehr; und wenn, dann möglichst Rührei, ein Steak oder Fisch oder geschmortes Gemüse. Oder ich mixe mir einen Eiweiss-Shake mit Schoko oder Erdbeergeschmack.

7. Was hat sich seit der Umstellung bei dir verändert? (Abnahmen, Gesundheitlich usw)
Das mit dem Abnehmen ist bei mir so eine Sache. Da ich seit jeher mit einer arbeitsscheuen Schilddrüse zu kämpfen habe, schlägt jegliches Laufen oder Training nicht sofort an. Für einen Ex-Raucher kommt dazu, dass er gefühlt schon beim Buchstabieren des Wortes „BROT“ sofort 4 Kilo zunimmst – was natürlich Quatsch ist, aber das ist die Wahrnehmung.

Gesundheitlich hat also in allererster Linie das Rauchfreisein bei mir alles verändert. Das ist das tollste Gefühl, dass es gibt. Durch die Low Carb Ernährungsweise kommt noch dazu, dass man sich deutlich leichter und energetischer fühlt. Es ist interessant, wie sehr einen Kohlenhydrate „auf den Boden drücken“, wenn man sie nicht möglichst schnell verbrennt.

8. Was ist dir schwer gefallen und was leichter?
Schwer und leicht kann ich gar nicht sagen. Man muss zuerst sein Denken ändern, das ist der Schlüssel. Das Ganze beginnt im Kopf und da muss jede und jeder seinen/ ihren Weg finden, wie das gehen könnte. Ich habe meinen Weg gefunden, der ist aber sehr subjektiv und persönlich. Andere Menschen finden andere Wege als ich und du, da sind wir alle sehr individuell und das ist ja auch gut so.

Was uns aber alle verbindet: Ernährung oder Fitness, das eigene Wohlbefinden oder das Durchhalten eines wie auch immer gearteten Fitness- oder Ernährungsprogramms – das alles beginnt im Kopf. Der Geist verändert die Materie, nicht umgekehrt.

Ich war früher sehr materialistisch eingestellt, habe aber festgestellt, dass das ein kompletter Irrweg ist. Ich kenne niemanden, der sich ausschliesslich mit dem Materiellen beschäftigt und damit glücklich ist. André Heller sang einmal „Die wahren Abenteuer sind im Kopf“ – die Realität ist noch viel fantastischer. 🙂

So gesehen ist alles ziemlich einfach und nichts daran wirklich schwer – wenn man es vorher im Kopf auf die Reihe bekommen hat.

9. Planst du wieder zurück zur konventionellen Ernährung zu wechseln?
Nein, ich „plane“ es nicht. Aus demselben Grund, warum ich auch nicht mehr rauchen würde: Es bringt mir keinerlei Vorteile, sondern nur Nachteile. Ich würde es aber nicht ausschliessen, dass ich gerade zur Wiesn-Zeit im September / Oktober (ich arbeite ja in München) mal den Genuss von Weissbier, einer Brezn und einem Hendl in den Vordergrund stelle 🙂

10. Welche Tipps würdest du Startern mit auf den Weg geben?
Finde heraus, was dich dick und unfit macht. In deinem Kopf – und davon ausgehend in deinem Leben.

Low Carb Ernährung ist eine tolle Unterstützung, weil sie dir und deinem Körper die Umstellung sehr viel leichter macht, als andere Formen der Ernährung – du hast weniger das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Bei Low Fat kann einem das zum Beispiel schnell so gehen.

Aber wie schon gesagt, hier kann die richtige Ernährung nur unterstützend sein. Man ändert sein Leben nicht, indem man ab morgen um 13:00 Uhr nur noch Lachsfilet auf Gemüse isst. Wer das glaubt, der fällt auch auf die 823.982 Diät á la „Fit und Schlank dank der neuen Tapetenreste-Diät aus den USA“ herein.

Noch einen Tipp hätte ich: Mach´ eine „Vollbremsung“ – mit Heilfasten als Einstieg in die Ernährungsumstellung. Vielen fällt das tatsächlich leichter als eine schrittweise Umstellung. 5 Tage haben bei mir schon gereicht. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die eigentlich dem Fasten eher kritisch gegenüber steht, erkennt seinen Wert für eine solche Umstellung durchaus an (siehe dazu hier ).

Vielen Dank für das Interview, Ricarda. Ich hoffe, es inspiriert ein paar deiner Leserinnen und Leser!

🙂

Dan

Auf Twitter findet man Dan übrigens unter @dhrac

(Buchlinks führen zu Amazon und bringen mir einen kleinen Obulus, solltet ihr dort kaufen)

 

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