Das ganz normale Chaos

Bloggerin

Bloggen gegen Bezahlung, als gäbe es nichts Schlimmeres auf der Welt

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Ich weiß auch nicht wieso, aber irgendwie scheint das Thema immer mal wieder durchs Netz zu schwappen und die Gemüter zu erregen und ich kann nicht nachvollziehen wieso. Einige von euch wissen ja, dass ich mit Bloggen bzw generell Artikel schreiben menen Lebensunterhalt verdiene. Das versuchen viele, schaffen tun es nur wenige und ich hatte das Glück, direkt Jobs zu finden, mit denen ich das leisten kann. Das hat immer etwas mit Glück und Durchhaltevermögen zu tun. Wie Sascha Pallenberg mal so schön sagte “Wenn du anfängst wegen des Gelds zu bloggen, dann lass es lieber direkt.” Im Idealfall macht man das was man liebt und wird dafür bezahlt. Wenn man etwas macht nur der Bezahlung wegen, wird es schlecht und die Leser merken das sofort.

Ich bin Bloggerin aus Leidenschaft. Ich publiziere gerne, ich schreibe gerne meine Meinung und ich schreibe gerne Texte. Das wusste ich vorher schon irgendwie, habe aber nie eine Plattform gefunden. Das Internet ermöglicht es mir nicht nur meine Stimme zu erheben, sondern auch mit dem Geld zu verdienen, was mir Spaß macht. Dafür bin ich dankbar und ich weiß sehr wohl, dass dies eine Ausnahme ist.

Nun gibt es Leute, die sind der Meinung, dass Blogger nur dann Blogger sind, wenn sie für ihre Dienste kein Geld annehmen. Das finde ich seltsam, denn im Bloggen steckt sehr viel Aufwand, Zeit, Arbeit, dass man es schon entlohnen kann. Für mich klingt es sogar nach einer Abwertung des Bloggens, wenn man der Meinung ist, für “sowas” sollten Leute kein Geld bekommen.

Es ist einfach surreal

Bringen wir das mal auf eine andere Ebene. Es gibt Leute, die lieben es im Garten zu arbeiten. Sie lieben es Blumen zu sähen, Rasen zu mähen, Hecken zu schneiden und Bäume zu pflanzen. Sie machen das in ihrem eigenen Garten und gehen darin total auf. Dann gibt es Leute, denen macht es so viel Spaß, dass sie beschließen Gärtner werden zu wollen. Die machen die gleichen Dinge nur werden dafür bezahlt. Niemand würde von einem Gärtner verlangen, seine Arbeit kostenlos zu machen, weil es ja Leute gibt, die es als Hobby ausüben. Genauso wenig würde man einem Gärtner unterstellen, er liebe seinen Beruf nicht oder würde ihn sogar schlechter machen, weil er ja Geld dafür nimmt und das sein einziger Antrieb sei. Es würde auch niemand auf die Idee kommen, zu einem Gärtner zu gehen, um ihm zu sagen, dass man es schlecht findet, dass er sich für eine Tätigkeit bezahlen lässt, die für andere ein Hobby ist.

Bei Bloggern findet aber genau das statt. Jeder Blogger, der nicht nur eine gewisse Professionalität an den Tag legt sondern auch kein Geheimnis darum macht, dass er damit Geld verdient, muss sich vorwerfen lassen, dass er sich “kaufen” lässt. Ich habe bislang kein Blog gesehen, bei dem dies nicht der Fall war. Wieso die Leute darauf kommen, dass man mit einer Bezahlung auch direkt seine Meinung mitverkauft, ist mir schleierhaft. Vielleicht gehen sie einfach von sich aus und schließen damit auf andere. Der Tod eines Bloggers als Blogger ist es, seine Meinung zu verkaufen. Egal ob beruflich oder privat. Ein Blogger der keine Meinung hat, ist kein Blogger mehr. Und gerade die Schreiber, die ihr Geld damit verdienen wissen das und ihnen ist auch klar, dass ein solche Gebaren das Ende ihrer Bloggerlaufbahn bedeuten würde. “Wer einmal lügt dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht.”

Blogger, die sich unter Wert verkaufen und damit ihre Projekte zumüllen

Was ich allerdings immer wieder sehe und was mich irritiert ist, wenn sich Blogger unter Wert verkaufen und unabsichtlich zum Marketingprodukt der Agenturen werden. Den Bloggern kann man da kaum einen Vorwurf machen. Die meisten wissen nicht, wie viel ein Anzeigenplatz oder allein ein Link auf eine Produktseite wert ist. Viele wissen auch nicht, dass dieses Linking von Google nicht gern gesehen wird und zur Abstrafung führen kann und sogar gegen das Gesetz verstößt, wenn nicht darauf hingewiesen wird, dass es Werbung ist. Vielen Agenturen ist das egal. Sie fordern etwas (Links in einem bestehenden Artikel mit Keywords auf das Produkt ihres Arbeitgebers), geben nichts oder nur minderwertiges zurück (Backlink auf irgendeine Linkfarmseite) und kassieren dafür mehrere hundert Euro von ihrem Auftraggeber.

Ich wurde letztens auch von einer Firma angesprochen, die einen Backlink in einem gut frequentierten Artikel von mir untergebracht sehen wollte. Dauerhaft. Man bot mir dafür einen 20 Euro Gutschein. Ich lachte und löschte danach die Email. Sah später aber, dass einige Blogs dieses Angebot annahmen.

Ändern wird sich nichts

An die Agenturen brauch ich da gar nicht appellieren. Die verdienen sich mit den “Dummen” eine goldene Nase. Ich kann an die Blogger appellieren, aber ich sehe es gerade im Beautybereich, dass viele alles “Guti, Hübschi und Supi” finden, weil man ihnen einen 2 Euro teuren Lippenstift geschenkt hat. Es nützt nichts. So Leute wird es immer geben, die sich unter Wert verkaufen. Genauso wird es immer Leute geben, die meinen dass das Schreibende Volk kein Geld verdienen darf und dazu wird es die geben, die nur wegen des Geldes schreiben. Mich juckt das eigentlich alles nicht mehr und ich verbuche diese Dinge unter “Mimimi”. Die Leute, die aus Leidenschaft bloggen werden sich auf Dauer halten, denn bloggen kann stressig, anstrengend und manchmal auch nervig sein. Wer kein Blogger mit Herz und Seele ist, wird sich morgens nicht aufraffen können, seine Artikel zu schreiben.

 

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  13. Ich nehme dann mal ein Stück deiner Wort mit einem Zitat, weil das 1A zudem passt, dessen Meinung ich auch habe beziehungsweise auch so vertrete.

    Wie Sascha Pallenberg mal so schön sagte “Wenn du anfängst wegen des Gelds zu bloggen, dann lass es lieber direkt.” Im Idealfall macht man das was man liebt und wird dafür bezahlt. Wenn man etwas macht nur der Bezahlung wegen, wird es schlecht und die Leser merken das sofort.

    Vor allem der letzte Satz ist markant und Ausdrucksstark was das ganze Thema angeht. Denn genau so habe ich das auch erfahren und ich bin mir sicher, das dass ALLEN BLOGGERN so ergangen ist oder noch ergehen wird sofern sie sich noch grade am Anfang befinden.

    Das ist wieder so ein Artikel, den ich ReBloggen werde, also erst mal DANKE dafür an DICH! ;)

  14. Ja, so ziemlich genau das. Nur eben, dass es doch meist ein abendliches oder gar nächtliches Aufraffen ist. :D

  15. Wahre Worte, denen ich vorbehaltlos zustimmen kann.

    Insbesondere auf dem Gebiet der Produkttests müssen sich meine Auftraggeber damit zufrieden geben, dass ich ihre Produkte kritisch und möglichst objektiv bewerte. Weil ich äußerst selten Anfragen von Agenturen oder Unternehmen diesbezüglich erhalte, sondern stattdessen auf die Firmen zugehe, ist mein Urteil nicht selten positiv. Das bedeutet aber nicht, dass ich mich einlullen lasse.

  16. Hallo Ricarda,

    du hast hier sehr gut beschrieben, wie manche Leute über das bezahlte Bloggen denken. Mein eigenes Blog wird zwar immer ohne Bezahlung weiter geführt werden, aber ich habe auch nichts dagegen, wenn andere mit ihren Artikeln Geld verdienen.

    Bloggen ist zum Teil harte Arbeit und ich sitze oft mehrere Stunden für die Recherche an meinem Rechner, nur damit ich mal wieder einen Artikel veröffentlichen kann. Allerdings macht mir das Ganze Spaß, deswegen werde ich auch ganz bestimmt weiter machen.

    Das ist auch mit ein Grund, warum mein Blog bei einem Freehoster ist und nicht über eine eigene Domain verfügt. Ich verdiene damit nicht, ich zahle aber auch außer meiner DSL-Flatrate nichts dafür!

    Außerdem veröffentliche ich nicht regelmäßig einen neuen Artikel, daß wäre mir dann doch irgendwie zu stressig. Ob meine Artikel und Tutorials als professionell betrachtet werden können überlasse dabei ich meinen Lesern, da einige immer wieder kommen scheint das aber irgendwie der Fall zu sein! ;-)

    Auch werde ich beim Bloggen immer meine eigene Meinung vertreten, da lasse ich mir von niemandem reinreden. Daß meine verschiedenen Themen nicht für jeden was sind dürfte klar sein, aber sie interessieren mich und ein paar andere und das genügt mir.

    Das Beispiel mit dem Gärtner finde ich übrigens super, du hast das echt gut erklärt.

    Noch ein Zitat aus deinem Artikel:
    “Die Leute, die aus Leidenschaft bloggen werden sich auf Dauer halten, denn bloggen kann stressig, anstrengend und manchmal auch nervig sein. Wer kein Blogger mit Herz und Seele ist, wird sich morgens nicht aufraffen können, seine Artikel zu schreiben.”

    Volltreffer! Mein Blog ist jetzt mit verschiedenen Umzügen über 5 Jahre alt (Oktober 2006), auch wenn ich nicht regelmäßig schreibe. Angefangen hat das bei mir eigentlich eher wie ein Tagebuch, allerdings hat sich das im Laufe der Jahre ziemlich geändert. Nun habe ich bestimmte Kategorien, in denen ich seit Dezember 2010 monatlich mehrere Artikel schreibe. Mal mehr und mal weniger, ganz wie es mir gerade paßt und je nachdem, was mir für Nachrichten über den Weg laufen.

    Schwierig ist es bei mir mit meinen Tutorials für SeaMonkey, da man im deutschsprachigen Raum fast nichts darüber findet und meine Englischkenntnisse nicht besonders gut sind. Da steckt also wirklich viel Arbeit und Herzblut dahinter, da mir das sehr wichtig ist.

    Daß ich dank meiner Artikel über die Machenschaften unserer Politiker inzwischen als “Verschwörungstheoretiker” gelte sehe ich eher als Kompliment, damit habe ich ja auch irgendwie gerechnet und es stört mich auch nicht im Geringsten. :mgreen: So bin ich nun mal, daran wird sich wohl auch nichts mehr ändern.

    Bloggende Grüße nun aus TmoWizard’s Castle zu Augsburg

    Mike, TmoWizard

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  28. Hallo,

    letztendlich hat man für Qualität im Netz schon immer gezahlt und ist für Qualität auch bezahlt worden. Ein Punkt wurde leider im Artikel völlig vergessen, denn wenn man sich auf diese 08/15-Blogs einlässt, dann kann dies ein ganz böses Erwachen fürs beworbene Projekt geben.

    Es ist also nicht nur einseitig, sondern muss auch von den Werbenden richtig eingeschätzt werden und wer braucht noch den 5.000 Produkt-Test-Blog?

    Gruß

    AMUNO

    • Schau dir mal meinen Blog so ab Dezember 2010/Januar 2011 genauer an, dann reden wir nochmal über 08/15.

      Mir wurden sogar schon Angebote gemacht, allerdings möchte ich mir diesen Schreibzwang nicht antun. Lieber würde ich mich wieder der Sklaverei einer Zeitarbeitsfirma unterwerfen, als daß ich mein Castle auf irgend eine Art monetarisiere!

      Außerdem sind wohl die meisten bezahlten Artikel einer gewissen Zensur unterworfen, die es auf meinem Blog garantiert nicht geben wird, außer mein Hoster hat etwas dagegen!

      Grüße vom freien Blogger

      Mike, TmoWizard

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  31. Hach, du sprichst mir aus der Seele.

    Ich persönlich finde es vollkommen in Ordnung, wenn jemand etwas gegen Bezahlung bloggt (mache ich selbst auch), so lange dies entsprechend gekennzeichnet ist. Siehe was Robert Basic: http://www.robertbasic.de/2011/01/wie-und-warum-man-als-blogger-transparenz-beachtet/

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  34. Pingback: Stefan Rybkowski

  35. Die Diskussion um Bloggerkredibilität gibt es schon seitdem ich regelmäßig ins Netz schreibe, also mindestens seit 2006. Das Problem ist, dass die geiferschäumende Meinung von ein paar Blockwarten, die finden man dürfe nicht mit kommerziellen Interessen ins Netz schreiben, immer durch die Repliken so aufgebläht werden, dass man denken könnte, es gäbe keine anderen Meinungen. Anders formuliert: Lasst doch die Don Alfonsos undwiesealleheißen der Republik weiter Gift spucken und verdient versucht weiter mit dem, was ihr liebt, euren Lebensunterhalt zu verdienen. Es gibt wenige Menschen, die das schaffen, also seid froh darüber. Bleibt dabei authentisch und lasst euch nicht kaufen, das reicht.

  36. Pingback: Magic M.

  37. Die harte Wahrheit :-)
    Wer durchhält gewinnt. Wie Sascha Pallenberg mal so schön gesagt hat: “Dann dauert es eben 2 Wochen, 2 Monate oder 2 Jahre, aber irgendwann werdet ihr davon leben können, wenn ihr nur dran bleibt.”
    Viele Grüße von mir!

  38. Ich gebe Dir größtenteils Recht. Aber mal eine andere Sichtweise: Wenn ich dem Gärtner sage, ich will rote Blumen, bekomme ich rote Blumen. Mir ist dabei egal, ob er der Meinung ist, das gelbe Blumen schöner sind. Die Frage ist also nicht, ob bezahlter Blogger oder nicht. Die Frage ist, wie weit sich der Blogger für die Bezahlung verbiegt.

    • Ein Blogger, der sich gegen Bezahlung verbiegt ist wie ein Gärtner der blaue Blumen rot anmalt, weil der Kunde rote Blumen möchte, er aber keine hat.
      Auf den ersten Blick sehen sie vielleicht rot aus, aber bei näherer Betrachtung und spätestens beim ersten Regen sieht man die Wahrheit.

  39. Mal zwei Sätze aus deinem Text:

    “Wieso die Leute darauf kommen, dass man mit einer Bezahlung auch direkt seine Meinung mitverkauft, ist mir schleierhaft.”

    “…gerade im Beautybereich, dass viele alles “Guti, Hübschi und Supi” finden, weil man ihnen einen 2 Euro teuren Lippenstift geschenkt hat.”

    So schleierhaft dürfte es dir nicht sein, woher das Unbehagen gegenüber bezahltem Bloggen herkommt. Anders als Gärtnern ist Bloggen Meinungsäußerung und Wertung, bezahltes Bloggen ist damit eben auch bezahlte Meinungsäußerung und bezahlte Wertung.

    Ich sag nicht, dass das immer schlecht sein muss, habe aber vollstes Verständnis gesunde Skepsis.

    • Ich sehe schon einen Unterschied zwischen Bezahlung und dem Stellen eines Produkts, das sich nach dem Test nicht mehr verkaufen ließe. Mit Bezahlung meine ich eine faire Entlohnung für das Verfassen eines Textes. Nur das Verfassen, nicht den Inhalt.
      Der obere Satz bezieht sich auf die, die tatsächlich ihren Lebensunterhalt mit Bloggen verdienen und der untere auf Hobbyblogger, die das eher aus Spaß heraus machen. Grade der Beautyblog-Bereich leidet derzeit unter einem Ansturm von Sechzehnjährigen, die versuchen ihre Kosmetik so zu beziehen. Das ist aber nicht das professionelle Bloggen von dem ich rede.

      • Der Leser unterscheidet nicht zwischen Profi- und Amateurblogger. Wenn gesponserte Amatuere ein schlechtes Image erzeugen, müssen sich dem auch die Profis stellen. Dem Leser dabei Ahnungslosigkeit vorzuwerfen, ist meiner Meinung nach nicht die richtige Strategie.

        • Natürlich unterscheidet der Leser. Es gibt sogar Leute, die Blogs nicht mehr lesen, wenn sie die erste Werbeanzeige auf der Seite lesen. Wobei ich Profi und Amateur jetzt im Nachhinein unglücklich gewählt finde, denn es sagt nichts über die Qualität der Artikel aus. Die Leser unterscheiden also sehr wohl zwischen Bloggern, die es beruflich machen und denen, die es aus Hobby machen. Sonst gäbe es diese ganze Diskussion ja nicht.

          • Profi, im Sinne von professionell/beruflich = kann von leben.
            Amateur, im Sinne von Freizeitblogger und unbezahlt = lebt von richtiger Arbeit ;)

            Ok, der Leser unterscheidet vermutlich an Hand der Plattform auf der gebloggt wird und von Artikel zu Artikel. Ich bezweifle aber, dass Leser im allgemeinen das komplexe Finanzierungskonzept eines Profis durchsteigt und diese Leute prinzipiell ablehnt. Es geht doch eher darum, dass ein Leser Artikel kritisch beäugt, die beispielsweise auf einer von Firma X bezahlten Plattform (=Blog) erscheinen und Produkte der Firma X besprechen.

            Aber eigentlich will ich nur sagen, dass ihr euch nicht über die Skepsis und Vorbehalte der Leute aufregen sollt. Gründe dafür gibt es genug, genauso wie schlechte Beispiele. Wenn das bezahlte Bloggen in Deutschland voran kommen soll, dürfen nicht die Rezipienten beschimpft werden, sondern es braucht eine Qualitätsoffensive… oder so ;)

  40. Schöner Artikel.
    Sogar ich (und mein Blog ist klein.) habe schon lustige Angebote bekommen ob ich nicht Werbung machen will. Aber ich lehne das normal ab. Gut falls mal was vernünftiges kommen sollte, nehme ich das natürlich auch an.

    Gut ich muss gestehen einmal hab ich meine paar Leser auch genötigt, Werbung für PolerStuff bei mir zu lesen. (Da hab ich nicht mal was geboten bekommen. Aber ich wurde einfach nett und freundlich gefragt)

    mfg
    Ben

    • Die Anfragen kommen immer sehr schnell. Ich hatte das sogar einmal 2 Wochen nach der Gründung eines Blogs. Die meisten Angebote, die dann kommen sind allerdings eher unseriös.

  41. Sehr schöner Post, den ich komplett so unterschreiben würde!

    Irgendwann fängt es halt an, dass diverse Sponsorenanfragen in den Email-Eingang flattern. Wie du schon richtig beschrieben hast, ist es in so Situationen halt dann schwer seinen Marktwert festzusetzen, weil man meist keine Vorstellung davon hat. Wäre auch mal interessant, was du als professionelle Bloggerin zu dem Thema “Marktwert eines Blogs” zu sagen hast! :)

    Grüße

    • Man kann sowas leicht ergoogeln. Einfach mal nach der Formel für die Berechnung von Anzeigenpreisen suchen. Meist geht das nach Hits.
      Artikel sind allerdings natürlich teurer, weil sie ja gelesen werden während Anzeigen weggefiltert werden können.
      Ist bisschen Lesearbeit aber lohnt sich. Und nicht vergessen, Werbung als solche kennzeichnen.

  42. super Artikel – kann dir da nur wirklich zustimmen (obwohl es mir eigentlich ziemlich Wurst ist ob blogger mit ihrem blog Kohle verdienen oder nicht. Wer seinen blog verramscht nur um ein bisschen Kleingeld zu machen ist selber schuld.

  43. Bloggen gegen Bezahlung wird ja wohl für die meisten Blogger ohnehin nur ein ferner Traum bleiben. Die meisten bloggen, um sich und ihre Meinung mitzuteilen, nicht um damit Geld zu verdienen. Sie schreiben gern, haben ein Faible für bestimmte Themen und suchen etwas Reputation im Netz, was man durchaus auch als eine Form der Bezahlung verstehen kann.

    Wir sollten nicht übersehen, dass ein einzelner Blogger in der Regel wohl nicht der Nabel der Welt sein wird. Er steuert einen Teil der Wahrheit (gerade wegen der Subjektivität seines Schreibens) zu einer allgemeinen Diskussion bei und liefert damit lediglich eine Facette.

    Sein Wert bemisst sich erst über die Jahre hinweg in den Bewertungen seiner Leser bzw. seiner Reichweite.

    Geld hin oder her. Abstruse Meinungen oder Marketingwidergekäue wird es mit oder ohne Geld geben ;-)

    Beste Grüße
    Martin

  44. Pingback: Florian

  45. Ich finde es bemerkenswert und sogar erstrebenswert wenn Blogger es schaffen von ihrem da sein als Blogger zu leben. Ich selbst blogge jetzt zwar auch schon seit 4 Jahren aber bisher gab es nur wenige Einträge die mir eine Gratis Probe einbrachten und für keinen werde ich bezahlt, nein für meine Teeleidenschaft zahle ich eher drauf xD

    Nicht das ich es nicht großartig finden würde wenn ich mich bezahlen lassen könnte nur wüsste ich, wie du schon sagst, wohl auch nicht wo ich beim Preis anfangen dürfte, denn selbst meine privaten grafischen Arbeiten verkaufe ich deutlich zu günstig :/

    Die generelle Ablehnung kann ich so aber nicht verstehen. Vielleicht ist das einfach Neid, weil man es als kleines Licht noch nie geschafft hat Dinge zustande zu bringen ;)

    Whatever. Vielen Dank für den tollen Artikel <3

  46. Ich finde eigentlich soll jeder so bloggen wie er/sie will. Ob für Geld oder nicht. Ich selbst blogge auf einem Blog auch für Geld. Lebe unter anderem davon.

    Es ist wie du auch schreibst nur schade, dass sich so viele unter Wert verkaufen. Ich würde nie unter 150€ anfangen zu bloggen. Und für den viel zitierten 20€ Gutschein erst recht nicht.

    Aber leider bloggen manche für 3 Teebeutel oder 4 Tütensuppen und machen damit die Preise kaputt.

    Ich hatte 2010 schon mal auf meinem alten Blog das Thema angerissen. http://momworx.de/bloggen-fuer-10-50-euro. Damals gab es noch Trigami. Und es gab die wenigen Blogs die für 100 € und mehr bloggten und die vielen kleinen 10 Euro Blogs.

    Der Rest ist die Masse, an sagen wir mal “Kleinbloggern”, die es für 10 € oder vielleicht 50 € machen.

    Aber genau davon lebt die Sache letztendlich. Ein paar große für die Reputation und viele kleine für die Streuung.

    Aber letztendlich soll jeder machen was er /sie will. Manche verdienen damit gut, andere haben Spaß dabei für 10 EUR zu bloggen, andere bloggen gar nicht für Geld und wieder andere verdienen sehr gut und haben immer noch Spaß. :-)

    Leben und Leben lassen!

  47. Pingback: Astrid Listner

  48. Pingback: Astrid Listner

  49. Der Vergleich mit dem Gärtner hinkt gewaltig. Denn der Gärtner verrichtet einfache Handarbeit. Aber du bist als Bloggerin nicht nur jemand der am Fließband Buchstaben aneinander reiht. Vielmehr verbreitest du durch das publizieren eine Meinung die du dir dadurch zu eigen machst.

    Und die Tatsache dass du bezahlt wirst wird auch immer deine Meinung über deinen Auftraggeber beeinflussen. No Exceptions. Auch wenn es nur unterbewusst ist. Es gibt einen Grund warum in seriösen Verlagen die Werbeabteilung und die Redaktion streng getrennt sind. Bei Heise werden deshalb auch die getesteten Geräte wieder zurückgeschickt und nicht unter den Redakteuren verteilt.

    Du kannst dir natürlich keine eigene Werbeabteilung leisten. Deshalb ist Transparenz deine einzige Chance. Du solltest offen legen von welcher Firma du entlohnt wurdest, sei es durch Bezahlung oder durch überlassen der Hardware. Nur so können deine Leser abschätzen wie neutral deine Artikel sind.

    • Ich werde nicht von Firmen entlohnt oder mit Hardware bezahlt. Testgeräte muss ich entweder regulär nach dem Test kaufen, wenn sie mir gefallen oder zurückschicken ;) Keine Ahnung wer einmal dieses Märchen ins Netz gestellt hat.

      • Hm Bezahlung *träum*

        Erstmal Glückwunsch, dass Du es geschafft hast ;)
        Und irgendwie bin ich etwas neidisch *g*
        Zugegeben: Im privaten Blog nutze ich Hallimash, entgegen der Tatsache das mit Gilly indirekt davon abgeraten hat.
        Das ist auch mehr privat nicht mehr und nicht weniger.
        Auf Twitter haben manche sicher gesehen, dass es in der letzten Zeit auf Radioseite (Chaos Radio) diverse Testberichte gegeben hat.
        Nun, manche Firmen schicken einem auf Nachfrage (und nur auf Nachfrage) ein Exemplar eines Produktes. Wenn man aber eine Firma erwischt, deren Budget was Marketing angeht noch nicth erschöpft ist, hat man einen echten Glückstreffer.
        So ging es mir bei einem hochpreisigen (relativ unbekannten) Routerhersteller. Ursprünglich angefragt wegen einem Rezensionsexemplar. Später auf eine Verlosungsaktion im Rahmen des Radiogeburtstags gekommen. Siehe da: im Paket waren zwei Router. Angerufen und nachgefragt; eines für die Verlosung. Also brav und schnell die Rezension geschrieben. Kaum wollte ich das Paket für die Rücksendung des Testexemplares fertig machen erreichte mich eine Mail; sinngemäß “überlassen wir ihnen kostenfrei”. Verkaufswert pro Gerät: ~200 Euro (Amazon). (Dabei hab ich blind durch einen Tip von m4gic einfach nur blind gut 150 Mails an Firmen mit nem vorgefertigten Text geschickt; bei vielen kam nichts zurück, bei anderem gleich mehrfache Ausführungen eines Produktes, eines meistens zum behalten)
        Generell ist aber zu sagen, dass es schwierig ist, an Produkte oder gar Geld durchs Bloggen zu kommen.
        Wer bloggt, und nicht zwangsläufig auf Geld aus ist, dem kann man nur ans Herz legen einfahc mal die Firmen anzuschreiben. Meist gibt es wirklich was zusätzlich was man behalten kann. Es empfiehlt sich aber NICHT, die Firmen ab Oktober anzuschreiben, denn da ist (so wie ich es letztes Jahr für den Adventskalender erfahren habe) das Marketingbudget erschöpft ;)

  50. Pingback: Uli S.

  51. Nach meiner Erfahrung ist dieses “Bloggen als ehrenamtliche Tätigkeit” auch ein typisch deutsches Phänomen, woanders steht man dem deutlich entspannter gegenüber.

    Ich habe auch oft den Eindruck, diejenigen die sich darüber aufregen wohnen meistens noch bei Mutti und leisten sich daher eine ‘kritische’ Einstellung gegenüber denjenigen, die mit schnöder Arbeit ihren Lebensunterhalt finanzieren müssen.
    (Meine Vorurteile sind natürlich ganz allein meine und weitgehend Objektivitätsfrei.)

  52. Pingback: Klare Ansage zum Thema Werbung auf dem Blog | Uli's Welt

  53. Du kannst vom Bloggen leben? Das finde ich verdammt cool.
    Es ist für die Masse der Menschen noch unverständlich mit etwas anderem Geld zu verdienen, als mit guter alter Handarbeit bzw. mit einem vernünftigen Beruf. So geht es dem Mainstream-TV die immer wieder mal Beiträge über Videoblogger brachten mit der überraschten Feststellung, dass man damit Geld verdienen kann.

    • Das ist viel Handarbeit. Wenn man alleine das Tippen nimmt. :-)

      Aber da ist noch viel mehr! Wenn ich mein Bloggen betrachte, dann sehe ich folgendes: Recherchieren, Fotos erstellen, videos drehen und schneiden, Grafiken erstellen, Blogdesigns bauen, Kunden und Werbepartner finden.

      Mit Bloggen “ernsthaft” Geld verdienen ist Arbeit!

      Es dauert zwar eine gewisse Zeit, aber man kann davon leben. Aber ich würde nie nur davon leben wollen.

      Daher habe ich immer noch ein zweites Standbein.

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  57. Dass die Agenturen so leichtes Spiel haben mit ihren unseriösen Angeboten liegt mit Sicherheit auch daran dass der einzelne Blogger verloren ist in der Maße des Internet – besonders am Anfang – und gar keine Richtwerte hat. Da die meisten vermutlich vorher auch nicht beruflich damit zu tun hatten für eine bestimmte Leistung einen selbst definierten Sold zu verlangen gibt es hier ein gewisses Chaos.
    Was hier durchaus hilft ist eine ordentliche Vernetzung mit anderen Bloggern, mit denen man sich über solche Dinge austauschen kann. Da wundert man sich dann schnell bei wievielen anderen Blogs eine, durchaus auch mal seriös klingende, Anfrage landet – einzig mit getauschten Wortbausteinen.

    Was das Geld verdienen mit dem Blog angeht gilt eigentlich nur ein Prinzip: Mein Blog, meine Spielwiese. Wem es nicht gefällt, der darf gerne gehen. Warum sollte ich mir von anderen meine Arbeit schlecht machen lassen? Das stößt bei mir auf taube Ohren.

    Vielen Dank für deinen Artikel!

  58. Also ich finde es nicht schlimm, wenn man mit bloggen seinen Lebensunterhalt verdient / für Artikel Geld bekommt. Solange der Content stimmt und sponsored Posts auch als solche gekennzeichnet sind.

    Ich hab bei mir auch die ein oder anderen Post von hallimash wo ich irgendwas bekommen habe, testen solle und dann Geld dafür bekommen habe oder halt nur das Produkt. Das sind dann 10 Posts von 400 oder so. Solange sich sowas auch im Rahmen hält, warum nicht?

    Nervig sind aber die ganzen E-Mails von irgendwelchen SEO Agenturen, die zufälligerweise gerade meinen Blog gefunden haben und den Content toll finden und mir ein super Partner Angebot machen wollen. Besonders wenn diese E-Mails in anderen Sprachen geschrieben sind… wirds lächerlich ;D

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  64. Ein leidiges Thema, aber kann deine Worte vollkommen nachvollziehen, mir selber geht es im Grund auch so. Immer wieder wird man angeschrieben ob man nicht gerne würde und dann kommt es darauf an. Viele Faktoren sollte dort aber überlegt werden. Lohnt es auch wirklich und vor allem passt es auch zu einem. Nach dem einen oder anderen Update von G liegt bei mir die Schmerzgrenze jetzt wesetlich höher.

    • Ich hab`s jedenfalls noch nicht gemacht, gegen bezahlung zu bloggen. Ist ja auch immer eine Intention dahinter. Aber wenn man sich nicht verbiegen muss, why not?

  65. Ich finde es absolut fair, dafür bezahlt zu werden. Was für Zeit hinter so einem gut recherchierten Blogartikel steckt, weiß doch kaum jemand.

    Meine Bloggs bestehen inzwischen auch schon 7 Jahre, aber ich bin wohl einfach zu sehr Randgruppenblogger, als das da mal jemand anklopft. Aber das ist auch okay.

    Ab und zu schreibe ich einen Text als Ghostwriter über Textbroker – weil es mir Spaß macht. Texte formulieren, mit Wörtern jonglieren. Ich würde gerne mehr schreiben, aber nicht nur um einzig und allein Geld zu verdienen.

    • Wie immer, kommt Geld ins Spiel, geht das Rumgemache los.

      Wichtig ist doch nur:
      Artikel/Blog/Webseite kann was oder halt nicht…
      Ob dann damit Geld verdient wird oder das nur ein Hobby ist, ist eigentlich egal.

      Grüße
      RTC

  66. Pingback: Gilly

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  68. Pingback: Michael Kupfer

  69. Ich finde es völlig in Ordnung, wenn man mit Bloggen Geld verdient. Letztendlich ist es ja auch eine Art Auszeichung, wenn man für seine Tätigkeit eine Anerkennung in Form von Geld bekommt. Es besagt doch, daß das was man tut, auf irgendeine Weise für gut empfunden wird.

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