Das ganz normale Chaos

Blogblume ungeschminkt

Blogblume ungeschminkt: Real Life stinkt (und das virtuelle Leben manchmal auch)

| 20 Kommentare

Blogblume ungeschminktIch schreibe ja nicht mehr so viel Privates hier im Blog, ab und zu ja, aber meist behalte ich es für mich. Woran das liegt? Hm zumeist daran, dass dieses Blog viele meiner Real Life Kontakte lesen, auch meine Familie und genau die geht es eigentlich überhaupt nichts an, was so in meinem Leben los ist. Ein öffentliches Blog zu führen, Dinge erzählen wollen, aber dann nicht zu können weil man weiß, dass es Leute gibt, die nur darauf warten, Gerüchte zu streuen und sich das Maul zu zerreißen. Das ist irgendwie ein schwieriges Unterfangen. Zumal wenn man das Blog immer als Rückzugsort genutzt hat, um seine Gedanken zu sortieren und sich über Dinge klar zu werden.

2010 war ein holpriges Jahr für mich. Ich habe viele Träume aufgegeben, Menschen verloren, Harte Zeiten durchgemacht und das alles wo ich doch wollte, dass 2010 mein Jahr wird. Es war mein Jahr, aber irgendwie mein Albtraum Jahr. Nicht falsch verstehen, nicht alles war schlecht, aber die seelischen und persönlichen Katastrophen haben überwogen. Dazu kam, dass ich von bekannter Seite auch online Bedrohungen, Beleidigungen und ähnlich nette Dinge bekommen habe, bei denen ich fast soweit war, zur Polizei zu gehen. Manche Dinge gehen einfach zu weit. Davon hab ich euch nicht viel spüren lassen, weil ihr ja herkommt um euch vielleicht von euren eigenen Problemen abzulenken und ein bisschen entertaint werden wollt, aber jetzt bin ich an einem Punkt wo ich ein bisschen Dampf ablassen muss.

In all der Zeit, wo es mir schlecht ging, waren die Leute, die zu mir standen sehr übersichtlich gesät. Von meiner Familie habe ich bis auf meine Cousine und meinem Cousin, die sicher auch mitlesen *winke* nicht viel gehört. Generell seit ich umgezogen bin (20 Min mit dem Auto von meinem Heimatort entfernt) scheine ich vollkommen aus deren Leben verschwunden zu sein. Ich bin kein Mensch der sich aufdrängt. Wenn ich abgelehnt werde, akzeptiere ich es und ziehe mich zurück und genauso habe ich es auch in dem Fall gemacht. Ich laufe niemandem hinterher und rufe „hallo ich will geliebt werden!“ Entweder gibt man Liebe oder nicht, aber man bettelt nicht drum. Egal wie weh es tut.

Ich habe das Jahr hinter mich gebracht, habe es mit Freunden, die ich größtenteils im Netz kennengelernt habe durchgestanden. Ich fühle mich langsam als ginge es bergauf, habe Entscheidungen getroffen die mein Leben grundlegend verändern werden und jetzt.. ja jetzt kommen sie aus ihren Löchern gekrochen, als hätten sie nen Sensor „Hey ihr gehts grad gut, da müssen wir was gegen machen“.

Sorry Leute, aber wer 2 (oder mehr) Jahre lang vergisst, dass ich existiere, braucht jetzt nicht ankommen und versuchen einen Platz in meinem Leben einzufordern. Blut mag dicker als Wasser sein, aber Wasser stinkt nicht. Ich bin keine kleine Puppe, die man zur Belustigung herausholt und ein bisschen tanzen lässt, wenn das eigene Leben mal wieder langweilig erscheint oder man sich mit seinen eigenen Problemen nicht auseinandersetzen will.

Ich schließe mit dem allen ab, ich schließe mit meinem alten Leben ab und ich fange neu an. Der Traum den jeder irgendwann mal hat, scheint für mich genau das zu sein, was im Moment richtig ist. Ein Neuanfang bei dem ich unbeschwert und unbelastet alles hinter mir lassen kann.

Ich bin nicht naiv und weiß, dass man immer etwas aus seinem alten Leben mitnimmt, aber wisst ihr, damit komme ich klar, wenn ich in einer Umgebung bin, wo auch alles andere harmonischer ist. Ich gebe damit zwar auch Dinge auf, die mir wichtig sind, aber schaffe Platz für neue Dinge und neue Möglichkeiten.

Viel hab ich jetzt geschrieben. Tut mir leid, dass ihr das alles lesen musstet, aber nun ist in meiner Seele wieder ein bisschen mehr Platz frei. Das tat gut.

 

20 Kommentare

  1. <3 Kopf hoch und nach vorne schauen!

  2. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass das Jahr 2011 für dich besser wird und ganz viel Glück für deinen Neuanfang.
    Und du hast Recht, wer einen jahrelang ignoriert, auf den kann man getrost verzichten, auch wenn es ein Familienmitglied ist.

  3. Es liest sich hart und ich weiß, mehr oder weniger, dass es hart ist.
    Ich mag auch mal die ungeschminkte Wahrheit lesen, denn das lässt Blogs menschlicher wirken, aber es ist nicht schön zu lesen, dass du deswegen angefeindet wirst und dass die Leute deinen Blog besuchen nur um neue Ideen für ihr langweiliges Leben zu sammeln und dies dann auch noch nach ihren Gelüsten auszuschmücken.

    Nun egal, ich wollte dir eigentlich nur ganz viel Erfolg wünschen, dass es dieses Jahr etwas mehr läuft wie du es dir wünscht, denn du hast es verdient.

    LG

  4. Ich glaube jeder hat mal so eine Phase, in der einfach alles nur noch schief läuft, weh tut, irgendwie einfach nicht mehr besser werden will oder kann und man einfach nur noch den Resetknopf drücken will. Wer das nicht kennt, den erwartet das noch. Da bin ich ganz sicher.

    Das gute daran ist aber, dass man nur durchhalten muss. Okay, „nur“, aber es kann einfach nur besser werden. Das ist der einzige, aber sehr schwere, hoffnungsvolle Gedanke. 🙂

  5. 1. Den Mund aufzumachen wie du es getan hast, erfordert sehr viel Mut. Mut den die Leute nicht haben, die dich schlecht machen wollen.
    Du bist also mutig.
    2. Ehrlichkeit ist unersätzlich.
    Du bis also ehrlich.
    3. Dampf ablasen muss jeder mal.
    Du hast also Dampf abgelasen
    Daraus ergibt sich folgendes:
    Du bist ein mutiger, ehrlicher Mensch der ab und an Dampf abläst.
    Da kann dieses Jahr nur besser werde. =)

  6. Heißt das nun, dass Du noch weniger als wie bisher hier schreiben wirst oder gar ganz den Blog streichen willst aus deinem Leben, im Zuge deines Neuanfang?

    • Das heißt nur, dass ich jenen, die meinen mein Leben studieren zu müssen den virtuellen Mittelfinger zeige und ihnen sage „Get a life“. Mein Blog ist mein Baby. Das werd ich nicht aufgeben. Damit würde ich so manchem nur einen Gefallen tun.

  7. Ich ziehe ganz ehrlich meinen Hut vor dir. Ich konnte beim Lesen bei diversen Punkten einfach nur nicken weil ich sie ganz genauso sehe. Ich habe das gleiche Problem, dass ich bei mir nicht schreiben kann was ich will weil zu viele Leute mitlesen, die mich wirklich kennen… Aber vielleicht würde so ein Beitrag gerade da gut sein um eine Klärung zu erreichen…

    Wie gesagt: Absoluten Respekt! Bisher war ich zu feige einen solchen Beitrag zu schreiben und den damit verbundenen Konflikt auszulösen. Ich drücke dir ganz doll die Daumen, dass es für dich in 2011 Bergauf geht. Wenn ich eins aus 2010 gelernt habe: Der Spruch „Schlimmer gehts eh nicht mehr“ ist völliger Müll.

  8. ach mensch, schade dass dein ja so bescheiden war 🙁 ich wünsche dir, dass 2011 viel besser verläuft, so wie du dir das vorstellst.

  9. ja sollte jahr heissen, irgendwie hats da buchstaben verschluckt 🙁

  10. Hauptsache du weißt, dass es immer Leute geben wird, die immer für dich da sind *ganz doll knuddel*

    Ich find den virtuellen Mittelfinger gut, und hoffe, dass 2011 zu deinem erhofften 2010 wird :-*

    Irgendwann geht alles wieder bergauf, und ich freu mich schon darauf, es ganz bald miterleben zu dürfen =)

    Egal was passiert, halt die Ohren steif, und zöger nicht, dich auch mal aufdrängen zu wollen. Es gibt ja doch noch einige Menschen, die dir auch gerne mal was zurückgeben würden 😉

  11. Pingback: TiiaAurora

  12. Die Diskrepanz mit dem privatem im Blog und den Leuten aus dem Reallife die mitlesen, kenne ich. Ich war mal ein ganz großer Fan von StudiVZ. Damals, als es noch niemand kannte, und sich dort nur Studenten herumgetummelt hatten. Leider musste ich meine Präsenz dort stark zensieren, nachdem etliche Arbeitskollegen den Weg dorthin gefunden hatten (und ich gebe mich auf der Arbeit ganz anders, als privat). Will man also den Blog als Rückzugsort nutzen, dann hilft nur, unter einem Pseudonym zu bloggen, und sich nicht zu erkennen geben. Etwas das einem in der Regel auch nicht sehr viel leichter von der Hand geht.

    Auch Deine Situation mit den Freunden/Familie kann ich nachempfinden. Ich bin zwar ein wenig weiter Weg gezogen, aber trotz Telefon, E-Mail, IM-Clients, etc. ist der Kontakt zu beinahe jedem abgebrochen, und es sind gerade die Kontakte aufrecht erhalten geblieben, von Leuten mit denen ich dachte, doch eher weniger zu tun zu haben…

    Es ist schon komisch. Vieles geht einem dann doch irgendwie nahe. Interessanter weise ist es aber nur man selbst, dem es nah geht. Hört man dann auf, den Leuten hinterher zu rennen, wird dem ganzen noch die Krone aufgesetzt, und es wird einem vorgeworfen, dass man selbst ja das Interesse verloren hätte.

    Ich kann Dich also nur allzugut verstehen, und mit meinem Kommentar möchte ich Dich daher auch vor allem in Deiner Entscheidung bestärken. Das Leben besteht leider viel zu oft nur aus Augenblicken, denn aus Beständigkeiten. Beständigkeit ist wichtig, sie zu finden jedoch schwer. Versuche daher die wenigen guten und wichtigen Augenblicke einzufangen, als Zeit und Energien in jene zu stecken, von denen man sich wünscht, dass sie beständig wären, es aber nicht sind.

    Ich wünsch Dir jedenfalls alles gute, und gratuliere Dir zu Deinen Entscheidungen, auch wenn sie schwer gefallen sind!

  13. mir geht das genauso. ich mag keinen leute hinterherlaufen. kontakt sollte was gegenseitiges sein und nicht immer von einer seite ausgehen müssen.
    wenn du an dem punkt bist, dass du wirklich mit deinem bisherigen leben, deiner familie auch, abschließen willst, dann ist das schade, dass es zu dem punkt kommen musste. dann wünsche ich dir aber auch viel erfolg und kraft, das so zu machen und viel glück, dass es eine verbesserung ergibt. 2011 ist noch jung. ich wünsche dir, dass es jetzt DEIN jahr wird!

  14. Ich kann das sehr gut nachempfinden. Obwohl meine Familie klein und überschaulich ist, hatte ich mein Leben lang ziemliche Probleme. Irgendwann kommt dann der Tag wo man sich entscheidet sein eigenes Leben zu leben, räumliche Distanz schafft und irgendwann kam auch für mich der Tag, an dem ich den Kontakt zu einer Person komplett abgebrochen habe. Ständig als „Arsch mit Ohren“ für alles verantwortlich gemacht zu werden, und egal was man tut, einfach immer „unzulänglich“ zu sein, nein Danke. Seitdem geht es mir echt gut.

  15. Ich drück dich und freuen wir uns gemeinsam auf alles was 2011 für uns bereithält!!!

  16. Das ist einer der Gründe, warum ich fast niemanden die Adresse meines Blogs gegeben habe. Persönliche Informationen machen angreifbar. Das ist leider so. Das Internet ist heute das was früher die Tratschdame von der Straße oder vom Haus war.

  17. Dein Eintrag ist wirklich gut. Zwar macht er einen ein bisschen „traurig“, aber es ist einfach die Wahrheit, die wahrscheinlich (fast) keiner aussprechen möchte.

    Das Thema „Freunde“ sehe ich wie du und auch da habe ich meine Erfahrungen gemacht. Leute die ich fast jeden Tag sah und dachte dies sind „Freunde“. Dann habe ich privat einiges zutun gehabt und wo sind sie nun nach drei Jahren? Einer hat sichh ab und an mal gemeldet. Ein einzigster. Na gut, einer hat wenigstens regelmäßig nach mir gefragt und sagte auch das er mich gerne mal wieder sehen würde. Aber wenn ich mir anschaue, wie viele dies eigentlich waren, da kann man nur mit dem Kopf schütteln.

    Ich weiß auch nicht, aber ich glaube wirklich „Freunde“ findet man nur sehr sehr selten. Ich habe nun die Kontakte so gut wie eingestellt. Ab und an sieht man sich zwar noch einmal, aber wirklich unterhaltungen möchte ich auch nicht mehr führen.

  18. Pingback: Frank Th. R.

  19. Pingback: TiiaAurora

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