Das ganz normale Chaos

Blogblume hat eine Meinung. Eine Eigene!

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Meine Meinung Tja so kanns gehen. Man stellt auf der Seite Produkte vor, von denen man denkt, dass sie den Leser interessieren könnten, weil man selbst gute Erfahrungen damit gemacht hat und direkt wird einem der Vorwurf gemacht „Du wurdest doch gekauft!“ Ich kann verstehen, dass die meisten von euch die Glaubwürdigkeit von Blogs langsam anzweifeln, weil sie fast nur noch aus „Testberichten“ bestehen, die nur positiv sind, man selbst es von seinem Kaufverhalten aber kennt, dass man sich oftmals Dinge holt, von denen man hinterher nicht mehr überzeugt ist.

Der Malte scheint so eine Person zu sein, denn er unterstellt mir, ich hätte in meine Dragon NaturallySpeaking Artikel nicht meine ehrliche Meinung geschrieben. Ich weiß nicht, ob es Malte nun ärgern oder freuen wird, wenn ich ihm sage „Doch hab ich. Ich bin von dem Programm so überzeugt, wie ich es geschrieben habe.“ Der Artikel ist wenige Tage nachdem ich das Programm erstmals genutzt habe, entstanden.

Der Artikel entstand spät Abends, als ich noch im Büro saß und von einem schlechten Gewissen geplagt, weil ich so lang nichts mehr gebloggt hatte, überlegte, welches Thema es wert sei, verbloggt zu werden. Im Skype schrieb ich noch ein wenig mit Karsten, der mich auf die Idee brachte, über Dragon zu schreiben, weil ich ihn damit schon die ganze Zeit volltextete 😉 Wahrscheinlich hat er gemerkt dass ich da ein leichtes Mitteilungsbedürfnis hatte.

Ja auch mir sprudeln die Themen nicht bergeweise aus dem Kopf und gerade wenn ich den Kopf gaaanz woanders habe, dann tu ich mich schwer, mich für ein Thema zu begeistern.

Bevor ich mir den Drachen (so nenne ich Dragon liebevoll 😉 ) zulegte stand ich vor einem Problem und zwar dem, das ich im Artikel beschrieben habe. Ich habe viele textlastige Blogs, die es alle wert sind, mit der gleichen Aufmerksamkeit und Hingabe gefüttert und am Leben gehalten zu werden. Wenn ich mich aber intensiv um eins der Blogs kümmere, so wie es das verdient hätte, bleibt keine Zeit mehr für die anderen. Für mich gab es nur zwei Möglichkeiten:

  1. Einen Weg zu finden, meine Texte schneller in dem PC zu bekommen,
  2. oder zwei Blogs aufgeben und mich allein einem intensiv zuwenden.

Da Möglichkeit 2 für mich überhaupt nicht in Frage kam, recherchierte ich Möglichkeit 1. Da ich bereits 3 mal in einem 10 Finger Schnelltippkurs gescheitert bin, hab ich das für mich ausgeschlossen. Sowas kann ich einfach nicht. Vor lauter Tippen kann ich mich dann nicht mehr auf das konzentrieren, was ich eigentlich schreiben wollte.

Nachdem ich auf meinem Handy die Google Spracherkennung entdeckt hatte (Twittern per Stimme! ftw) und mir das Flupfl auf ihrem Handy die kostenlose Dragon NaturallySpeaking App fürs iPhone zeigte und ich sah, wie genau die ist, kam mir die Idee, über den Drachen für den PC zu recherchieren. Da ist die erste Anlaufstelle bei mir immer Amazon. Die Bewertungen dort hatten mich fast schon überzeugt, denn da haben Leute geschrieben, die auch die Vorgängerversionen nutzten und zur aktuellen Version einen riesigen Fortschritt gesehen haben.

Danach habe ich mir Videos zu dem Produkt auf Youtube angeschaut. Diese waren zwar alle in Englisch, aber bei der Spracherkennung ist es nicht wichtig, welche Sprache sie erkennen soll, sondern wie genau sie das tut. Und im Englischen tat sie es! Also habe ich mir auch noch Internetseiten herausgesucht, die schon vorher darüber berichtet haben. Ich stieß auf unzählige Foren, in denen glückliche Anwender saßen und so beschloss ich, es zu wagen.

Aus Maltes Kommentar lese ich heraus, dass er das Programm nicht mag bzw toll findet. Die Meinung sei ihm überlassen. Schade, dass er nicht dazu geschrieben hat wieso, denn sein Kommentar ist für mich kaum aussagefähig. Vielleicht nutzt er ja ein Konkurrenzprodukt?

Er nennt die Methoden des Programms „fragwürdig“. Das ist ein schweres Wort. „Fragwürdig“ finde ich Kinderhandel oder Kinderprostitution, aber kein Spracherkennungsprogramm. Korrigiert mich, wenn ich da falsch liegen sollte. Wieso er das Programm also fragwürdig findet, werde ich wohl nicht erfahren. Ich tippe auf einen unzufriedenen Ex-Benutzer, der es nicht verstehen kann, wieso Leute mit etwas zufrieden sein können, was er selbst doof findet.

Aber noch etwas am Rande, was mich wirklich WIRKLICH auf die Palme bringt. Wenn man sich selbst rechtfertigen muss, wofür man sein Geld ausgibt. Es tut mir leid, aber wenn ich ein Programm für nützlich erachte, dann ist es meine Sache ob ich dafür mein Geld ausgebe. Ich frage ja auch nicht jeden iPhone-, iPad-, Spielkonsolen-, Sportwagenkäufer, ob er meint dass das Geld angemessen gewesen sei, was er bezahlt hat. (Auch wenn ich es mir denke, wenn ich sehe, wie ein Hartz4 Empfänger sich mit Appleprodukten zukauft und mein einziger Gedanke ist: „Häh?“)

In solchen Situationen fühle ich mich dann immer direkt genötigt, alle meine Finanzen offenzulegen und zu erzählen, worauf ich alles verzichte und wo ich was spare, um mir sowas leisten zu können, aber wisst ihr was? Das geht niemanden etwas an. Ich kaufe Dinge für mich! Und wenn sie mir gefallen, berichte ich drüber.

Aber nach diesem Abschnitt zurück zu dem eigentlichen Thema: Blogblume und Erfahrungs-/Testberichte. Wenn ich etwas kostenlos zum Testen bekomme, schreibe ich es. Ich lasse mir nie! niemals! eine Meinung gegen Geld vorschreiben, denn für mich gehört das zum Ehrenkodex eines Bloggers, seine ehrliche Meinung zu schreiben, denn die Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit ist es, die uns von den anderen unterscheidet. Niemand will ein Blog lesen, wo man anscheinend nur das schreibt, was der Hersteller lesen will.

Und auch wenn manche nun verständnislos mit dem Kopf schütteln. Firmen, die einem Geräte zum testen schicken, wollen ehrliche Meinungen. Sie wollen keine gekünstelten Werbetextchen, denn dafür haben sie Agenturen, die sowas schreiben. Die ehrliche eigene Meinung ist der einzig, richtige Weg, Produkttests anzugehen.

Viele Leute die sich vorher keine Gedanken gemacht haben, gehen Testberichte auf zwei verschiedene Wege an.

  1. Vor lauter Dankbarkeit, dass sie ein Produkt bekommen haben, trauen sie sich nicht die Wahrheit zu schreiben, aus Angst, sie würden nie wieder was zum Testen bekommen. Den Artikeln liest man an, dass sie schlecht recherchiert und eigentlich nur aus dem Werbeblättchen abgeschrieben sind. Ich denke von euch wird jeder so Blogs kennen
  2. Vor lauter Angst, als Werbehure dazustehen, lässt man an Testartikeln kein gutes Haar, auch wenn sie gar nicht so schlecht sind, wie man sie beschreibt. Von den anderen bekommt man „angebliche“ Anerkennung, dass man das Produkt mal so richtig auseinandergenommen hat und es den Firmen so richtig gezeigt hat, weil sie ja nur billige Werbung wollen.

Beide Wege verzerren die Meinung über ein Produkt, weil sie verlogen sind. Sie stellen Produkte unnötig gut oder schlecht dar. So etwas gibt es hier nicht. Genauso wenig wie Produktempfehlungen, die ich selbst nicht getestet habe oder von denen ich nicht überzeugt bin.

So Leute wie Malte sind es dass, die Leute in den zweiten Weg drängen wollen, indem sie der Person vorwerfen, sie würden nicht ehrlich sein, weil sie zufrieden sind. In Deutschland ist man nicht zufrieden! (Habt ihr mal in eurer Timeline die zufriedenen Menschen gezählt, die kann ich bei mir an einer Hand abzählen. Zufriedenheit ist out).

Wenn mir jemand ein Produkt zum Testen gibt und mir als Bedingung einen positiven Bericht vorschreibt (das ist schon einige Male vorgekommen), dann lehne ich ab. Solche Firmen haben das Web 2.0 nicht begriffen. Da überzeugt man durch Qualität und zufriedenen Nutzern (siehe am Beispiel Alverde Naturkosmetik) und nicht durch gekaufte Meinungen.

Nun hab ich schon über 1100 Wörter geschrieben und ich bemitleide euch jetzt schon, wenn ihr bis hier her meine Ergüsse lesen musstet, aber wie ihr seht, das Thema bewegt und beschäftigt mich.

Abschließend kann ich euch nur den Satz sagen, der auch die Überschrift ist „Ich habe eine Meinung, meine eigene!“ Und ich rechtfertige mich weder für meine Meinung noch für meine Anschaffungen.

(Übrigens Malte, danke dafür, dass du mir ein neues Blogthema geliefert hast 😉 )

Fotoquelle CC austrianpsycho

17 Kommentare

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  5. Siehste da war der Malte doch für was gut. Naja, so Opfer gibt es immer…die sind einfach nur neidisch auf uns Blogger.

  6. Es ist nun mal so das man über Sachen schreibt die man toll findet ohne direkt gekauft worden zu sein…

    Zum Glück schreiben wir im Musikblog zu zweit, so das wir uns absprechen können wer was von den zugeschickten Sachen besprechen möchte.
    So schreibt meistens jemand über die Musik die wir dann gut finden, oder annährend gut finden, ohne uns zu verbiegen.
    Und bei Platten die uns nicht gefallen, überhaupt nicht gefallen, über die schreiben wir auch nicht.

    Aber die verbogenen Schreibstile nur weil man mal was zum testen bekommen hat sind mir auch schon diverse male untergekommen.
    Vielleicht findet der Autor alles was er testen darf toll ?
    Keine Ahnung.
    Aber bei deinem Dragon Artikel kam mir nicht in den Sinn das du gekauft wurdest.
    Vielleicht unterstellt er das einfach, oder schliesst von dem einen auf den anderen.

  7. Der Dominik ist aber auch sehr erwachsen. Bestimmt kam das Wort „Opfer“ bei seiner Erziehung mehrmals zum Einsatz.

    Mal im ernst, was soll dieses Bashing hier? Ich habe meine Meinung gesagt und eine Vermutung geäussert – mehr nicht.

    Dominik, meinst du das ist die Art mit der man im Internet kommuniziert? Meinst du, du kannst deine Besucherzahluen pushen indem du andere Blogger aufs gröbste beleidigst? Ich denke nicht.

    • Und zum Artikel haste nix zu sagen?
      Da schreibt einer einen nicht ganz korrekt formulierten Satz in den Kommentaren, und schon stürzt du dich drauf und lässt den eigentlichen Artikel links liegen.

      Schon interessant, lässt einiges durchblicken <

  8. In diesen Kleinkrieg zwischen Malte und Dir will ich mich nicht unbedingt reinhängen, weil es auch niemanden nach vorne bringt. Was die Artikel angeht, die man aufgrund von Testexemplaren schreibt, sehe ich die Dinge exakt wie Du. Weder sollte man sich verbiegen für ein zur Verfügung gestelltes Produkt, noch sollte man es grundlos schlecht reden…Die Leute lesen ein Blog wegen der thematischen Ausrichtung und kommen nur wieder, wenn es authentisch ist. Möchte ich authentisch bleiben, darf ich nicht den Pressetext runterbeten oder Lobeshymen über ein eventuell mäßiges Produkt schreiben – irgendwann merken es die Leser…
    Also bleib bloß bei der Linie und schaff dir ein dickes Fell an, was trollende Kommentatoren oder kommentierende Trolle angeht 😉

  9. Anders als „Malte“ hier behauptet, war es wohl nicht nur seine Meinung sondern eine Unterstellung. Daher finde ich es schon in Ordnung, wenn man so etwas nicht kommentarlos lässt.

    Finde übrigens auch, dass jeder sein Geld ausgeben soll wie es ihm beliebt. Daher finde ich deine Aufregung durchaus berechtigt.

  10. Rechtfertigen gegenüber den Kommentatoren meiner Blog’s mache ich schon länger nicht mehr, wer es dabei zu weit treibt wird als Spam markiert und gut ist. PUNKT!

  11. Hat es doch ein gutes, wenn man einen Blog hat den keiner liest: Diese Frage stellt sich für mich gar nicht 😀
    Aber mal ernsthaft: Ich hätte da auch ein großes Problem mit. Wenn ich meine Meinung für Geld kundtun soll, dann muss mir auch zugestanden werden, dass es meine eigene Meinung *ist*, sowohl im Positiven wie im Negativen.
    Und ähnlich wie ein Vorredner sehe ich in dem Kommentar, der zu dieser Diskussion geführt hat, auch mehr eine Unterstellung als eine Meinung. Da kann man sich ruhig mal ausgiebiger zu Wort melden.

  12. bemitleide euch jetzt schon, wenn ihr bis hier her meine Ergüsse lesen musstet

    Im Gegenteil – made my Day 🙂

  13. Pingback: blue-matrix

  14. Find ich gut!
    Ich mein, man merkt schon, wenn jemand nur eine Meinung widergibt oder selbst eine hat. Bei deinen Testartikeln sieht man immer ganz gut, welche du einfach magst (oder auch nicht, wie z.b. bei dem Urea Lippenbalsam). Du hast eig (soweit ich im Kopf hab) immer positive UND negative punkte und weist immer darauf hin, dass es sich um deine Meinung handelt. Wenn man hier liest kann man also eig immer positive kritik mit negativer abwägen und selbst entscheiden, ob man mit dem Produkt glücklich werden kann. Genau so soll es sein! Man liest doch viel zu oft sehr positive Beiträge, wo man wirklich nur denkt „aaah perfekt! und wo ist nun der Haken an der Sache?“

  15. Pingback: Warum es eben doch ein Tsunami ist

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