Das ganz normale Chaos

Behalte dir deine Jugend bei

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Die Überschrift klingt, ich gebe es zu, melodramatischer als sie vielleicht gemeint ist. Es kommt mal wieder ein etwas philosophischerer Artikel von mir, der vielleicht zum Nachdenken anregt, vielleicht auch nicht. Wer weiß?

Ist man jung, hat man normalerweise diese Energie, die einen nach vorn ins Leben treibt. Sie lässt uns glauben, alles sei möglich. Wir könnten sein, wer wir wollten und wir könnten alles schaffen. Auch wenn wir keine Eile haben, diese Dinge sofort umzusetzen, haben wir unser ganzes Leben noch noch vor uns, läuft die Zeit doch erbarmungslos weiter.

Manche Leute resignieren, wenn sie dies begreifen. Wenn sie merken, dass ihre eigene Zeit läuft. Wenn sie merken, dass ihre Zeit endlich ist.  Memento Mori, bedenke dass du sterben wirst. Genieße deine Zeit, die du auf Erden hast. Das Leben ist zu kurz um zu resignieren.

Erwachsenwerden und Erwachsensein bedeutet nicht, dass man keine Träume mehr haben darf. Es bedeutet nicht, dass man sich keine Wünsche mehr erfüllen darf, weil es sich eh nicht mehr lohne. Das Erwachsensein kommt mit einer Menge  Aufgaben und

Verpflichtungen. Da sollte man erst Recht Platz für seine „jungen“ Gedanken behalten.

Wieso ich diesen Artikel schreibe?

Auch ich bin mir meiner Endlichkeit bewusst. Auch ich neige zu dunklen Gedanken in denen ich mich frage, wie lohnenswert Unternehmungen sind. Auch ich versuche mir jeden Tag ein Stück dessen zu bewahren, was mich in den vergangenen Jahren positiv geformt hat. Ich bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass das Erwachsensein nerven kann. Ganz ehrlich, manchmal wünschte ich mir zurück wieder 15 oder 16 zu sein und keine Verpflichtungen haben zu müssen, aber wenn man es nüchtern betrachtet, ist es auch irgendwie toll Freiheiten zu haben und Dinge machen zu können, auf die man Lust hat, ohne jemanden um Erlaubnis bitten zu müssen.

Aber man sollte seine Träume und Wünsche nie vergessen, und nie sagen, man sei zu alt dafür. Wir haben nur dieses Leben. Behalte in deinem Inneren immer einen Platz für dein jüngeres Ich.  Sei verrückt, sei ernst, sei ausgelassen, sei anständig, sei unanständig, aber sei Du selbst. Wer nicht offen für das Leben ist, hat mit diesem innerlich bereits abgeschlossen. Wenn du merkst „Ich rede schon wie meine Mutter/ mein Vater“ hau die selbst auf die Finger und überlege wie DU die Dinge sehen würdest.

Ich habe letztens einen schönen Spruch gelesen. Er stammt von Reinhold Niebuhr. Dieser sagte:

„Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Auch wenn ich nicht religiös bin, stimme ich der Kernaussage zu. Manche Dinge lassen sich von uns nicht beeinflussen. Und die Dinge, die sich beeinflussen lassen und mit denen wir unzufrieden sind, die sollten wir gefälligst ändern ohne alles als gegeben hinzunehmen.

Ihr könnt euch von meinen Worten nun etwas mitnehmen oder sie liegen lassen. Wie ihr möchtet. Aber lebt.

 

15 Kommentare

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  5. Der Artikel könnte von meinem Opa stammen, so redet er auch immer.
    Man sollte sich seinen Verpflichtungen bewusst sein, aber das Leben nicht aufgeben, so schwer es in manchen Zeiten auch sein mag. Solange man Träume und Wünsche hat, lohnt es sich, für diese zu Leben. Besser noch, wenn man diese mit besonderen Menschen teilen kann.
    Dass wird mir momentan immer mehr bewusst… vor allem wenn man einen Freund hat, der sich vor nicht allzulanger Zeit das Leben genommen hat. Ich könnte jede Sekunde weinen deshalb, weil er ein sehr toller Mensch war, ein treuer Freund, jedem mit Rat und Tat zur Seite stand und am Ende doch sich selbst verloren hat… :´( Und heute ist sein Geburtstag. Und der ist für uns Freunde total schwer…

  6. Ein wunderbarer Text, in dem soviel Wahrheit steckt! Ich mache es genauso. Ich bin wie ich bin, ich habe viele kindliche Seiten an mir, kann aber auch ernst sein und meinem Alter entsprechend. Man muss eine Waage halten können, obwohl mir Menschen, die kindlich sind, besser in den „Kram“ passen, als biedere Menschen.

  7. Ich habe ja schon ein paar Jährchen auf dem Buckel (fast 50 🙂 und ich freue mich über jedes Jahr das ich älter werde. Ich glaube, die schwierigste Zeit ist die Zeit nach der Jugend und vor dem Alt sein. Wobei Altsein es nicht trifft, denn man ist so alt wie manc sich fühlt. Ist wirklich so. Ich finde, ich nehme viele Dinge gelassener(ob ich ein Pickel auf der Nase habe oder ob mich die Menschen mögen). Du hast recht, man darf seine Neugierde nicht verlieren und immer etwas neues lernen wollen. Einfach Dinge tun ohne zu fragen, bin ich zu alt oder was sagen die anderen jetzt. Sucht euch Vorbilder die älter sind (für mich Oprah Winfrey und Iris Apfel), das sind echt coole Frauen, die wissen worauf es im Leben ankommt: Genießen, tun was einem gefällt aber nicht die vergessen, denen es nicht so gut geht !!

    lg
    martinchen.

  8. Wirklich ein schöner Artikel, gern mehr davon! Ja, man sollte immer mal innehalten, alles versuchen etwas lockerer zu nehmen und das „Leben genießen“ nicht aus den Augen verlieren. Oder auch mal rumblödeln 😉 Ich habe dazu mal einen Artikel geschrieben – inspieriert hatten mich damals „DAF“: http://der-schwarze-planet.de/die-kraft-des-minimalismus/

  9. Weisheit. Sehr schön, diese in anderen zu sehen. 🙂

    [Und für die obligatorische Scherzkomponente eine Anlehnung an den Spruch:
    „Lord, grant me the serenity to accept the things I can not change, the courage to change the things I can, and the wisdom to hide the bodies of those I had to kill because they pissed me off.“]

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  13. Ein super Artikel….du hast so Recht!

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