Das ganz normale Chaos

Blogblume ungeschminkt

Auf der Suche nach Glück (oder etwas, was dem schon sehr nahe kommt)

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Blogblume ungeschminktEs ist schon irgendwie seltsam, welche Wege das Leben einschlägt. Ich befinde mich irgendwie ja schon seit einiger Zeit in einer Umsturzphase und versuche mein Leben zu verändern und zu verbessern und generell dafür zu sorgen, dass ich jeden Tag glücklicher leben kann, als es einmal der Fall war.

Veränderungen bemerken meist die anderen, die einen kennen, eher als man selbst. Vor kurzem wurde ich darauf angesprochen und war erst perplex, weil ich gar nicht wusste, was derjenige meinte, aber jetzt rückblickend verstehe ich es. Vor kurzem stöberte ich in meinem Blog hier und stieß auf einen Artikel, den ich bereits irgendwie aus meinem Kopf verdrängt hatte. Er befasste sich mit meiner Vergangenheit und mit meinen Angstphasen. Ich las den Artikel, dachte nach und stellte fest, dass er sich las wie das Leben von jemand anderem.

Natürlich habe ich auch jetzt noch Situationen in denen mir mulmig ist, aber ich gehe sie anders an. Meine innere Stimme, die damals immer „lauf weg, versteck dich, es ist gefährlich“ rief, sagt mir schon seit einiger Zeit eher Sätze wie „du packst das, alles halb so schlimm, das haben andere vor dir auch schon geschafft“. Ich will nicht behaupten, dass ich es allein geschafft hätte, aber mit der Hilfe von Leuten, die mich nicht wie einen Sonderling behandelt haben, sondern die ganz normal mit mir umgegangen sind. Teilweise weil sie meine Vergangenheit nicht kennen, teilweise auch weil sie genau wissen, wie sie sich zu verhalten haben. Es gibt für einen Angstpatienten wie mich nichts Schlimmeres als jemanden, der versucht besonders rücksichtsvoll oder vorsichtig zu sein, denn genau das verunsichert mich. Mich verunsichern Menschen, die sich nicht so verhalten, wie ich es erwarten würde. Stattdessen fühle ich mich bei selbstsicheren und positiven Menschen gut aufgehoben. Zu meiner Angstproblematik habe ich auch noch eine Eigenschaft, die sowohl Fluch als auch Segen ist.

Ich habe gute Antennen dafür, wie sich ein Mensch fühlt und in welcher Laune er sich befindet. Aber diese Antennen sind leider zu gut und ich lasse mich von der Laune meines Gegenübers schnell, wenn nicht sogar sofort, anstecken. Ist das Gegenüber gut gelaunt, ist alles super. Ist das Gegenüber aber depressiv, schlecht gelaunt oder aggressiv, dann schlägt auch meine Stimmung sofort um. „Nimm dir das nicht zu Herzen“ oder „Bezieh das nicht immer auf dich“ sind alles nett gemeinte Ratschläge, funktionieren bei mir aber nicht. Ich versuche momentan zu lernen mich bewusst gegen diese Einflüsse abzuschotten und ich wünschte, das wäre so einfach. Vor allem denken die Leute dann sehr schnell man sei gefühlskalt oder arrogant. Sollte mir vermutlich egal sein, was andere denken, aber auch das ist irgendwie leichter geschrieben als getan.

Ich bin auf einem guten Weg, das weiß ich. Ich habe viele Dinge verändert und auch das ist mir bewusst, aber ich weiß genauso, dass ich noch einen langen Weg vor mir habe. Ob ich das Ziel erreiche, weiß ich nicht, aber das ist auch gar nicht so wichtig. Die Richtung in die man geht ist wichtig. Ich will keine bedingungslose Glückseligkeit aber ein bisschen mehr Sonne in meinem Leben, die meine wenigen Regentage erträglich machen.

14 Kommentare

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  3. Aber du hast angefangen etwas zu ändern, weil du gemerkt hast dass du so nicht weiter kommst. Das ist ein wirklich großer Schritt, viele schaffen das nicht. Ich kann dir nur weiterhin viel Mut wünschen und halte durch, denn du schaffst das schon!

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  5. Wenn man sowas liest, muss man sich fragen, ob man nicht selber Angstopfer ist. Denn gerade das „Ich kriege Angst, wenn Leute sich nicht so verhalten, wie ich es erwarte“ passt auch genausogut auf Leute mit Sozialstörung wie yours truly. Du glaubst gar nicht, wie überraschend es für mich war, als irgendwer ohne Hintergedanken positiv zu mir war.

  6. Du bist auf einem guten Weg – mutmaße ich, wo ich ja täglich „mitlese“ 😉

  7. Freut mich! Wünsche dir, dass es weiter in die richtige Richtung geht.

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  9. Ich kenne Angststörungen sowohl beruflich als auch privat und weiß, dass so etwas nicht von jetzt auf gleich behoben werden kann. Gut dass du Fortschritte gemacht hast und ich wünsche dir, dass du an der Sache dranbleibst und für dich weitere Wege zur Besserung finden kannst. Wäre doch gelacht.

  10. Ich muss gestehen, weil ich schon lange keine Blogs mehr regelmäßig lese (weil ich einfach keine Zeit mehr hab) hab ich gar nichts mitbekommen.
    Bisher hast du auf mich immer einen „starken“ Eindruck gemacht. Du kommst raus, unter Leute und bist auch im Netz beliebt. Ich blicke zu dir auf. Das ist mein voller Ernst.
    Ich werde zur Maus sobald mehr als 5 Leute um mich rum sind. Ja nix falsches machen oder sagen. Und grade dann, wenn man versucht alles richtig zu machen greift man zu 99% immer voll in die Sch****.

    Wie avatar schon schrieb: Du hast selbst angefangen was zu ändern.
    Besser gehts doch gar nicht 🙂

  11. Hallo Ricarda! 🙂
    Nochmal ich! 🙂 und auch diese Stimmen kenne ich allzu gut und auch wie es Dir jetzt geht! Auch wie es Dir geht kann ich nachvollziehen! Ich befinde mich im mom genau in der gleichen Situation! Ich finde Du machst das ganz ganz toll und ich Drücke dir ganz fest die Daumen dass es immer mehr Bergauf geht! Du bist sehr stark! Nochmal fühl Dich lieb gedrückt!
    Ulrike!

  12. Hi,

    erst einmal Kompliment zu diesem gut gepflegten Blog. Ich kann es total nachvollziehen, wenn Du schreibst, wie Du auf die Gefühlslage anderer reagierst. Dieses Sensitivität gehört zu vielen Angstpatienten und hat sowohl positive, als auch negative Seiten.

    Du schreibst, die gut gemeinten Ratschläge funktionieren bislang nicht, deshalb habe ich einen anderen Tipp für Dich: Versuche einfach zu akzeptieren, dass Du so bist und auch die negativen Gefühle nach Möglichkeit zu genießen, die hin und wieder durch andere ausgelöst werden.

    Außerdem solltest Du Dich mit leuten umgeben, die Dir gut tun. Natürlich ist jeder ab und zu schlecht drauf oder durchlebt eine schwierige Phase. Es gehört zu einer Freundschaft/Beziehung dazu, dass man auch diese Phasen gemeinsam durchsteht…

    Die Frage ist jedoch, ob man sich mit Leuten umgeben muss, die einem eben nicht so gut tun, die einen immer herunter ziehen, jeden Ballast auf einem abladen ohne wirklich etwas zurück zu geben… ich meine nein.

    Vielleicht helfen Dir diese Anregungen ein wenig. 🙂

    Lieben Gruß.

    Sebastian

  13. Jetzt sieht man auch für was ein Blog auch gut sein kann, man hat einen Rückblick wie man sich früher gefühlt hat und kann vergleichen mit den jetzt

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