Das ganz normale Chaos

Angizia – Des Winters finsterer Gesell [Review]

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Auch wenn wir uns gerade über die ersten Sonnestrahlen des Frühlings freuen und über die ersten warmen Momente im Sonnenschein, so muss man einen Blick oder besser ein Ohr auf das neue Angizia-Album Des Winters finsterer Gesell werfen. Ganz so neu ist es eigentlich auch schon nicht mehr, denn es kam bereits am 15. März in den Handel, hat also bereits ein paar Wochen auf dem Buckel. Dennoch muss es hier Beachtung finden.

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Des Winters finsterer Gesell ist das siebte Album von Angizia und ich bin seit dem vierten Album (2001) schon mit dabei und höre die Musik von Angizia mit größter Liebe und Leidenschaft. Leidenschaft ist nämlich etwas, das in dieser Musik zur Genüge vorhanden ist. Angizia ist anders, unkonventionell, extrem und wunderschön. Als Avantgarde Metal werden sie einsortiert. Mit dem neuen Album gehen sie auch wieder mehr in die Richtung Metal denn hin und wieder wird man von einem Trommelgeschoss an geknüppelten Drumparts überrascht und niedergemäht. Gleiches gilt für punktuell eingesetzte E-Gitarren-Riffs. Diese Akzente machen das neue Album härter als den Vorgänger Kokon. Ein schaurig schönes Schachtelstück. Doch musikalisch knüpfen sie aneinander an. Viele Lieder hätte ich ebenso ins Vorgängeralbum gepasst. Da Kokon nach Ein Toter fährt gern Ringelspiel ein Herzensalbum von mir ist, bin ich bei Des Winters finsterer Gesell schon von der ersten Minute an verliebt.

des winters finsterer gesellHaas schafft es die Atmosphäre des Albums noch einmal zu vertiefen, indem er die Lieder mit einer realen Geräuschkulisse unterlegt, die dem Zuhörer eine Gänsehaut verpasst, weil er denkt, er sitzt neben Anatol im Schnee. Gänsehaut beschreibt das Album sehr gut mit einem Wort. Melancholie, Gänsehaut, Liebe, Leidenschaft. Das ist Angizia für mich und das spiegelt auch das neue Album wider.

Wer es schafft, über seine mainstreamverliebten Hörgewohnheiten hinauszublicken, sollte beim Sprung über den Tellerrand Angizia nicht verpassen, denn sie sind eine Bereicherung für jeden Musikliebhaber.

Wie immer findet sich auf der Webseite von Angizia zu dem aktuellen Album auch das Libretto. Hier könnt ihr die komplette Geschichte, die das Album erzählt, mitlesen und/oder gesondert lesen. Für die Verständlichkeit fand ich das immer sehr hilfreich bei Angizia-Alben.

Bezugsquellen:

Diskographie von Angizia

  • 1997: Die Kemenaten scharlachroter Lichter
  • 1997: Das Tagebuch der Hanna Anikin
  • 1998: Das Schachbrett des Trommelbuben Zacharias
  • 2001: 39 Jahre für den Leierkastenmann
  • 2004: Ein Toter fährt gern Ringelspiel
  • 2011: kokon. Ein schaurig-schönes Schachtelstück
  • 2013: Des Winters finsterer Gesell

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